Die Vernetzungsstrukturen der Zukunft

ADAM (Analog Devices Autonomous Mobot)

ADAM (Analog Devices Autonomous Mobot) (Quelle: ADI)

Die schematische Darstellung der hochgradig modularen Architektur des mobilen, autonomen Roboters.

Die schematische Darstellung der hochgradig modularen Architektur des mobilen, autonomen Roboters. Die einzelnen Module tauschen in Echtzeit Daten aus und unterstützen dadurch Sensoren und Module rund um das autonome Fahren. ROS wird eingesetzt, um eine einfache Konfiguration und Skalierbarkeit zu ermöglichen und das übergreifende modulare Design zu unterstützen. (Quelle: ADI)

Connectivity-Wand in Limerick „Connecting the intelligent Edge“

Connectivity-Wand in Limerick „Connecting the intelligent Edge“ (Quelle: ADI)

In der Digital Factory der Zukunft werden IT- und OT-Netzwerke zusammenlaufen. „Dieses Netzwerk wird geschäftskritische, Echtzeit- und Nicht-Echtzeitdaten unterstützen. Time-Sensitive Networking (TSN) bildet den Backbone dieser Digitalisierungsstrategie“, ist L. McHugh überzeugt. So lassen sich darüber die Echtzeitanforderungen sowie die steigenden Übertragungsraten innerhalb des Industrial-Ethernet-Netzwerks optimal erfüllen. „Parallel kann Industrial Ethernet über Single Pair Ethernet bis ins Feld geführt werden. Das führt zu einem weiteren Vorteil, wenn bestehende Infrastrukturen genutzt werden können.“ Dabei sieht er SPE und IO-Link nicht als Konkurrenten im Bereich der Feldkommunikation, sondern als sich ergänzende Standards. „IO-Link kommt für Low-Power-Sensoren im Fertigungsumfeld zum Einsatz“, stellt er fest. Und über softwarekonfigurierbare Steuerungssysteme würde dann eine flexible Produktion erreicht. Dabei helfe die ADI-Expertise rund um eine zeitkritische Vernetzung über Industrial-Connectivity-Technologien, wie SPE, 10Base-T1L und IO-Link, sowie softwarekonfigurierbare IO-Lösungen Kunden dabei, zukünftig eine nachhaltige intelligente Fertigung umzusetzen.

Und auch bei der Connectivity arbeitet ADI in seinem Catalyst in Limerick eng mit Kunden an Lösungen. Im Fokus auch hier: Bestandsanlagen. „Manche Branchenexperten behaupten, dass derzeit möglicherweise lediglich 20 % der Daten in einer Brownfield-Fabrik zugänglich sind“, weist L. McHugh darauf hin. „Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Datenmenge muss die bestehende Infrastruktur ertüchtigt werden, die Daten – wo erforderlich – in Echtzeit und sicher zu übertragen.“ Dabei stellen Industrial Connectivity Solutions einen der Hauptinvestmentbereiche im ADI-Industrial-Geschäftsbereich dar. Der Mix aus unterschiedlichen Kommunikationsstandards bzw. -protokollen in der Fabrik der Zukunft wird auch verstärkt WirelessLösungen integrieren. „Wir arbeiten in einer Reihe von Projekten mit Kunden zusammen, in denen 5G in unterschiedlichen Applikationen getestet wird. Hier geht es unter anderem darum, wie ein hybrides Netzwerk, das sowohl verdrahtet als auch kabellos ist, reibungslos integriert werden kann, um das Beste von beiden Technologien zur Verfügung zu stellen.“

Digitale Zwillinge und das Industrial Metaverse

Hinzu kommt noch ein weiterer Trend: digitale Zwillinge und ihre Simulation im Industrial Metaverse. „Der tatsächliche Nutzen besteht darin, einen digitalen Zwilling mit realen Echtzeitdaten anzureichern. Wir arbeiten mit einer Reihe von Simulationsexperten zusammen. Unser Job ist es, die reale Welt in die digitale Welt zu überführen. Dabei bieten wir die Technologien an, auf denen die Daten geboren werden. Nun werden Trusted Data immer wichtiger“, gibt L. McHugh an. Zudem verweist er darauf, dass je mehr digitale Zwillinge entstehen, umso mehr reale Daten erforderlich sind, um diese zu füttern. Und hier kommen dann erneut die entsprechenden Kommunikationsstandards mit großen Bandbreiten zum Tragen. „Wir bieten von jeher die fundamentalen Technologien, die erforderlich sind, um die Herausforderungen unserer Kunden zu lösen. Unser Bestreben ist es, die höchste Performance bereitzustellen, ebenso wie die kleinsten Devices mit dem niedrigsten Stromverbrauch“, sagt er. Seit einiger Zeit würde ADI nun vermehrt Digitalisierungs- und Softwarefähigkeiten in Produkte integrieren. „Software ist ein wichtiger Treiber, um eine Technologie einfach anwendbar zu machen“, erläutert L. McHugh.

Gemeinsam schneller ans Ziel

Der ADI-Transformationsprozess umfasst allerdings nicht alleine die Technologieentwicklung, wie L. McHugh aufzeigt: „Vor zehn Jahren haben wir unseren Kunden einen Beutel voll Chips bzw. Halbleiter in die Hand gedrückt. Sie haben dann eigenständig die Lösungen entwickelt, um sie entsprechend den applikativen Anforderungen in ihren Produkten zu verbauen. Eine schnellere Einführung einer Technologie und somit eine schnellere Time to Market für unsere Kunden erfordern die Entwicklung von mehr Gesamtlösungen. Je früher wir gemeinsam mit unseren Kunden bei der Lösung ihrer Herausforderungen zusammenarbeiten, desto schneller können sie neue Technologien in ihren Produkten umsetzen. Vor diesem Hintergrund haben wir unseren ADI Catalyst in Limerick erschaffen.“ Dabei sei jedoch nicht nur die Technologie entscheidend, um einen Wandel herbeizuführen. Stattdessen wären es vielmehr die menschliche Zusammenarbeit und das sich daraus ergebende Vertrauen. „Deshalb verstehen wir uns als wichtigen Akteur, um die Einführung neuer Technologien zu beschleunigen. Diesen Weg verfolgen wir mit Catalyst“, gibt L. McHugh weiter an. Und dort habe man zusammen mit Kunden bereits branchenführende Lösungen geschaffen. Immer im Fokus: Nachhaltigkeit und die Gestaltung der Fabrik der Zukunft.

Inge Hübner
3 / 3

Ähnliche Beiträge