Doch, wenn das so einfach ist, was hindert Unternehmen heute daran, übergreifend zu denken und zu handeln? 

In der Regel ist jedes Silo bereits mit der eigenen Optimierung so ausgelastet, dass für den Blick über den Tellerrand keine Zeit bleibt. In MES-Projekten muss neben dem Problemverständnis viel Zeit investiert werden, um die Stakeholder der angrenzenden Bereiche mit ins Boot und idealerweise mit in die Zielbild-Workshops zu holen. Für das Endergebnis ist dies gut investierte Zeit.


Wie kann also eine synchronisierte Ende-zu-Ende-Wertschöpfungskette im Unternehmen erreicht werden? Hier sind einige Tipps und Empfehlungen aus erfolgreichen Projekten, die dabei helfen können:

  • Übergreifendes Analysieren der bestehenden Wertschöpfungskette und Identifizieren der Schwachstellen, die Ineffizienzen, Verschwendung oder Qualitätsprobleme verursachen. Dafür können Methoden, wie Prozessmapping, Wertstromanalyse oder Lean Management, genutzt werden. Ein 360°-Supply-Chain-Assessment vermittelt hierbei allen Beteiligten ein gutes Gesamtbild.
  • Definieren der Ziele und Kennzahlen für die Verbesserung entlang der Wertschöpfungskette. Welche Aspekte sollen konkret optimiert werden, zum Beispiel Kosten, Qualität, Lieferzeit, Kundenzufriedenheit oder Nachhaltigkeit? Dabei sollte auch festgelegt werden, wie der Erfolg der Maßnahmen gemessen und überwacht werden soll, zum Beispiel durch KPI, Dashboards oder Reports. Diese Kennzahlen helfen zu bestimmen, welche übergreifenden Daten in welcher Datenstruktur überhaupt gesammelt und ausgewertet werden sollen. Damit wird Digitalisierung nicht zum Selbstzweck, sondern dient der Zielerreichung.
  • Entwickeln einer Strategie und eines Aktionsplans für die Umsetzung entlang der Wertschöpfungskette. Erstellen einer Roadmap, die die einzelnen Schritte, Verantwortlichkeiten, Ressourcen und Zeitpläne für die Implementierung der Wertschöpfungskette beschreibt. Zu berücksichtigen sind dabei auch mögliche Risiken und Herausforderungen, die auftreten können, und entsprechende Gegenmaßnahmen. Mit agilen Ansätzen reicht eine 80 %ige Genauigkeit; die Details entstehen im Entwicklungsprozess mit der Priorisierung der Maßnahmen. 

Und das vielleicht Wichtigste zum Schluss: Es sollte ein interdisziplinäres Team aus allen betroffenen Abteilungen (den dann ehemaligen Silos) zusammengestellt werden. Das Team sollte in agiler Weise kleine Schritte vorangehen, um (kleine) gemeinsame Erfolge zu feiern. Wer diesen Moment einmal selbst live miterlebt hat, möchte niemals wieder in sein oder ihr Silo zurück, sondern wird zum aktiven Unterstützer, weitere Mauern einzureißen.

Value Chain unlocked 2025

Welche Ansätze heute schon bei namhaften Unternehmen funktionieren und wie sich eine vernetzte Wertschöpfungskette aufstellen muss, um zukünftigen Anforderungen effizient, flexibel und nachhaltig gerecht zu werden, zeigt die Sustainable Supply Chain Practice am Strategie- & Praxistag „Value Chain unlocked 2025“ am 27. Februar 2025 in Frankfurt/M. Mehr unter: www.t-h.de/vc-unlocked

Ulf Kottig ist der Head of Marketing & Customer Experience beim Berater für digitale Transformation Trebing + Himstedt
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