Sechs Schritte vom Änderungsantrag bis zum ERP-System

Futuristisches Bild zeigt links Mann an einem virtuellen Dashboard und in der Mitte eine Fertigung, die von einem futuristische gezeichneten Gehirn überlagert wird

Der Digital Industrial Engineer - Enabler für die wissensbasierte Fabrik der Zukunft (Quelle: German Edge Cloud, KI-generiert)

„Mit dem Digital Industrial Engineer zeigen wir, wie sich Erfahrungswissen, strukturierte Informationen und KI zu einer neuen Qualität der Entscheidungsunterstützung verbinden lassen“, ordnet Dieter Meuser, CEO der German Edge Cloud, die Lösung allgemein ein. „Unser Ziel ist es, das Wissen erfahrener Fachkräfte langfristig im Unternehmen zu sichern und Engineering-Prozesse transparent, reproduzierbar und skalierbar zu gestalten.“

Bei Limtronik liegt der Fokus beim Einsatz des digitalen Assistenten auf einem klar abgegrenzten Engineering-Prozess mit sechsstufigem Ablauf:

Ausgangspunkt bildet ein Änderungsantrag, beispielsweise aufgrund einer neuen Bauteilvariante oder einer notwendigen Produktanpassung.

Im nächsten Schritt analysiert die KI die entsprechende Stückliste und identifiziert die relevanten Änderungen. Danach erfolgt die Bewertung der möglichen Auswirkungen. Dabei prüft das System, welche Produkte, Prozesse, Dokumente und Verantwortungsbereiche von der Änderung betroffen sein können.

Anschließend stellt der Digital Industrial Engineer das benötigte Prozess- und Erfahrungswissen bereit. Bekannte Zusammenhänge, frühere Entscheidungen und bewährte Vorgehensweisen können direkt in die aktuelle Bewertung einfließen. Auf dieser Grundlage unterstützt das System bei der Erstellung oder Anpassung der erforderlichen Dokumente.

Nach der fachlichen Prüfung erfolgt die Freigabe durch einen Mitarbeiter. Abschließend werden die Ergebnisse in den Release-Prozess und das ERP-System überführt.

Überzeugende Ergebnisse

Der PoC bei Limtronik hat gezeigt, dass die Bearbeitung von Änderungen, die bislang mehrere Tage dauerte, nun innerhalb weniger Stunden durchgeführt werden kann. Auch die Qualität der Bearbeitung konnte verbessert werden. So führten die festgelegten Prozesse, klare Zuständigkeiten sowie KI-unterstützte Prüfungen zu weniger Fehlern.

Darüber hinaus eröffnet das strukturierte Wissen im Projekt zusätzliche Möglichkeiten: Es schafft die Grundlage für weitere KI-Anwendungen. So können zukünftig beispielsweise neue Agenten bei Störungsanalysen, Produktanläufen, Prüfplanänderungen oder der Vorbereitung von Kundenrückmeldungen eingesetzt werden.

Auch die Skalierbarkeit gehört zu den Zielen. Der PoC soll auf umfangreichere Umgebungen mit zusätzlichen Rollen und komplexeren Abläufen übertragen werden.

Die Innovationsstufen im Überblick:

  1. Automatisierung: Die Stücklistenanalyse, Änderungserkennung und Erstellung von Dokumenten können komplett ohne manuellen Aufwand erfolgen.
  2. Entscheidungshilfe: Rollenvergabe und Auswirkungsanalyse finden strukturiert und transparent für alle Beteiligten statt.
  3. Wissen: great2know macht impliziertes Wissen unabhängig von Experten sicht- und nutzbar.

Ziel erreicht, auf die Zukunft vorbereitet

Der Case zeigt, wie sich industrielle KI in einen klar definierten Engineering-Prozess integrieren lässt. Produktionsdaten liefern den aktuellen Kontext, strukturiertes Erfahrungswissen unterstützt die Bewertung und KI-Agenten übernehmen Analyse- und Vorbereitungsschritte. Limtronik erhält damit einen Ansatz, um Produktänderungen schneller zu bearbeiten, Entscheidungen nachvollziehbarer zu gestalten und wichtiges Fertigungswissen langfristig verfügbar zu halten.

Damit wurde ein wichtiger Baustein mit Blick auf den Fachkräftemangel etabliert. Darüber hinaus stellt der digitale Assistent eine optimale Lösung für ausländische Mitarbeiter dar, die bislang vor Sprach- und Dokumentationsbarrieren standen. So macht er ihnen technische Fachsprache, Prozesswissen und historische Dokumente einfach verständlich.

„Unser Anspruch ist es, Wissen so bereitzustellen, dass es jeder im Team unmittelbar nutzen kann. Das ist ein entscheidender Faktor, um in einem internationalen Umfeld effizient zu arbeiten“, sagt Limtronik-Geschäftsführer G. Ohl abschließend.

Weitere Informationen zu Oncite und dem KI-Showcase auf der Hannover Messe gibt es im Youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=kJT9w5cCLB4

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