Open Industry 4.0 Alliance ein Jahr nach ihrer Gründung

Grafik Open Industry 4.0 Alliance

Vom Shopfloor in die Cloud – die Kompetenzfelder der Mitglieder der Open Industry 4.0 Alliance (Quelle: Open Industry 4.0 Alliance)

Im Frühjahr letzten Jahres ging eine weitere Initiative an den Start, die einen etwas anderen Ansatz verfolgt. Die Idee der sieben Gründungsmitglieder der Open Industry 4.0 Alliance ist es, als Umsetzungsallianz selbst keine neuen Standards zu definieren, sondern auf bestehenden aufzusetzen. Inzwischen ist aus der Open Industry 4.0 Alliance ein Verein mit 55 Mitgliedern geworden. Darin entwickeln jeweils vier auf Industriesegmente und Technologien abgestimmte Arbeitsgruppen konkrete Use Cases.

„Die Open Industry 4.0 Alliance wurde nicht ins Leben gerufen, um eigene Standards zu definieren. Es geht darum, eine durchgehende Interoperabilitätsplattform mit existierenden Standards zu schaffen. Unsere Allianz wird auch nicht an der Entwicklung oder dem direkten Verkauf von Lösungen beteiligt sein. Sie dient der praktischen Förderung der digitalen Transformation und strebt an, dass bis zu 80 % der Maschinen in einer Smart ­Factory miteinander kommunizieren können", sagt Nils Herzberg, ­Sprecher des Vorstands der Open Industry 4.0 Alliance und Global Head Strategic Partnerships for Digital Supply Chain and Industry 4.0 bei SAP. SAP gehört zu den Gründungsmitgliedern. „Die Anbindung an das Lösungsportfolio von SAP gewährleistet die Integration der Geschäftsprozesse eines Unternehmens ­sowie die Kollaboration mit Partnern über Firmengrenzen hinweg. Die offene Architektur stellt die einfache Anbindung weiterer Systemlandschaften sicher", hieß es in der Pressemeldung vor einem Jahr.

„Wir nutzen die Zeit und machen unsere Infrastrukturen fit für die Automatisierung der Lieferkette und der Kollaboration in Partner-Ökosystemen. Dabei stehen Brownfield-Anlagen im Fokus", bekräftigt Hans-Jürgen Hilscher, Vorstand Technik der Open Industry 4.0 Alliance sowie Präsident der Hilscher Gesellschaft für Systemautomation. Die Open Edge Computing Platform verbindet herstellerspezifische Container Apps mit ihren Assets und aggregiert deren Prozessdaten. Weitere Apps dienen zur Datenvorverarbeitung oder stellen die Connectivity zur Operator Cloud und zur Asset Administration Shell her. „Dabei erarbeiten wir mit unseren Mitgliedern Guidelines, wie man vorhandene Standards im Sinne der Interoperabilität verwendet. Man könnte sagen ,wir machen den Weg frei‘ für ein machbares Industrie-4.0-Ecosystem", erklärt H.-J. Hilscher weiter.

Eine der wichtigsten Eigenschaften der Open Industry 4.0 Alliance ist das Asset Automatic Onboarding durch alle vier Architekturschichten unter Verwendung von Technologien der OPC Foundation, der Plattform Industrie 4.0 und der Freien Software Docker. Die Architekturschichten vor Ort sind Open Edge Connectivity (Devices) und Open Edge Computing Platform, in der Cloud dann die Open Operator Cloud Platform des Anlagenbetreibers und Common Cloud Central als gemeinsame Plattform, deren wichtigste Komponenten die Repositories der Assets und Digital Twins sind.

„Die Open Industry 4.0 Alliance zeigt­ o­ffen und transparent die Stärken der einzelnen Mitgliedsunternehmen sowie deren Angebotsportfolio auf, sodass Endkunden sich ein Bild davon machen können", sagt Ekrem Yigitdöl, Vorsitzer des Open Industry 4.0 Alliance Marketing sowie Vice President Cooperation & Joint Venture Management innerhalb der Voith-Gruppe. Diese Informationen seien bei der Auswahl der Partner sehr wichtig. „Wir arbeiten als Umsetzungsgemeinschaft weiter daran, die Wertschöpfungsketten unserer Industrien ­digital zu vernetzen und so den entscheidenden Unterschied für die Digitalisierung unserer Endkunden zu liefern. Natürlich geht diese im Kollektiv und als Open-Industry-4.0-Alliance-Umsetzungsgemeinschaft schneller, effizienter und zielgerichteter", fügt er an.

Die Mitglieder der Allianz listen über 155 Produkte und Dienstleistungen auf, die von ihnen in den kommenden Jahren gemäß den Interoperabilitäts-Richtlinien der Open Industry 4.0 Alliance umgestaltet werden sollen. Die ersten, die kompatibel sind, sollen im November präsentiert werden.

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