Von der Energiekettenserie aus Recyclingmaterial bis zu PTFE-freien Werkstoffen: Auf der Hannover Messe 2025 zeigt igus, wie Kunden mit nachhaltigen motion-plastics-Lösungen sparen können. (Quelle: igus GmbH)
„Die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten verändert sich kontinuierlich. Daher sehen wir die sich verändernden Rahmenbedingungen stets auch als Chancen“, betont Tobias Vogel, Geschäftsführer Gleitlager- und Lineartechnik bei igus. „Sie sind für uns ein Ansporn, andere Wege zu gehen und neuartige Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln.“ Michael Blass, Geschäftsführer e-kettensysteme bei igus, ergänzt: „Wir möchten ihnen Innovationen ‚made in Germany‘ bieten, die ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und gleichzeitig nachhaltige Lösungen aufzeigen, die einen echten Nutzen bieten – ohne Qualitätseinbußen oder hohe Kosten.“ Sowohl Maschinenhersteller als auch -betreiber profitieren daher doppelt von den Vorteilen der Lösungen aus Hochleistungskunststoff. Gleichzeitig benötigen sie keinerlei Schmieröl- oder fett, was ebenfalls die Umwelt schont und Kosten sowie Instandhaltungsaufwand spart.
PTFE adé
"Eine Nachhaltigkeitsherausforderung, die viele Unternehmen betreffen wird, sind die anstehenden Entscheidungen hinsichtlich der Verwendung von Polytetrafluorethylen (PTFE)", ist man bei igus überzeugt. Unabhängig davon, ob es ein Verbot geben wird, forscht das Unternehmen bereits seit einigen Jahren an Alternativen zu PTFE. „Wir entwickeln neue Rezepturen, führen umfangreiche Tests durch, prüfen unsere Werkstoffe auch auf PFAS-Verbindungen und passen unsere Produktionsprozesse an, um unseren Kunden auch in Zukunft eine geeignete Lösung anbieten zu können“, so T. Vogel. Jetzt erweitert igus seine Produktpalette und bietet alle iglidur-Standardmaterialien auch als PTFE-freie Variante an. Dazu zählen die Werkstoffe iglidur J, W300, M250, G, X und H. Auch in anderen Produktbereichen wie Linearführungen, Drehkranzlager oder Gleitfolien werden bereits PTFE-freie und PFAS-geprüfte Alternativen angeboten. "Untersuchungen im hauseigenen Testlabor zum Reib- und Verschleißverhalten zeigen zudem eine deutlich bessere Performance der Werkstoffe mit substituiertem PTFE im Vergleich zur PTFE-haltigen Referenz. Die Forschung an Alternativen hat somit einen deutlichen Mehrwert erbracht", geben die Experten weiter an.
80 % CO2 eingespart
Nach der erfolgreichen Entwicklung der ersten Energiekette aus Recyclingmaterial im Jahr 2022, stellt igus nun das komplette Katalogprogramm der Standard-Energiekettenserie E2.1 auf das neue Recycling-Material igumid CG LW um. Hergestellt wird dies aus alten Energieketten, die über das eigene „chainge“-Programm recycelt werden, sowie alten Fischernetzen. „Mit dieser recycelten Kettenserie ermöglichen wir Kunden, mit uns gemeinsam einen Beitrag zur Kreislauwirtschaft für Kunststoffe zu leisten“, sagt M. Blass. „Darüber hinaus ist sie unser Beweis dafür, dass nachhaltig nicht gleich teuer bedeutet. Denn die recycelte E2.1-Serie wird zum selben Preis erhältlich sein wie zuvor die e-ketten aus Standardmaterial.“ Aber nicht nur das: Nach Unternehmensangaben hat sie zudem identische mechanische Eigenschaften und einen 80 % geringeren CO2-Fußabdruck im Vergleich zur Energiekettenserie aus Standardmaterial.
Neue Technologien für die Industrie von morgen
Neben einer nachhaltigen Zukunft technischer Kunststoffe, treibt igus auch die Entwicklung neuartiger Lösungen und Zertifizierungen für spezielle Anwendungsbereiche voran, zum Beispiel den Trockenreinraum für die Batteriefertigung. Dieser gewinnt angesichts des steigenden Bedarfs an Lithium-Ionen-Batterien für den wachsenden Elektroauto-Markt immer mehr an Bedeutung – bringt jedoch auch anspruchsvolle Produktionsumgebungen mit sich. „Im Trockenreinraum für die Batteriefertigung gehen viele Systeme schnell kaputt und müssen nach zwei bis drei Monaten ausgetauscht werden“, erklärt M. Blass. Vor zwei Jahren präsentierte igus mit der E6.29 die erste zertifizierte Energiekette für den Trockenreinraum. Nun hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA ein neuartiges Zertifikat entwickelt, das die Reinraumtauglichkeit seiner e-ketten im Langzeittest bestätigt. "Die e-skin soft SKS28 erreichte auch nach 15 Mio. Doppelhüben bzw. 10 Monaten immer noch die ISO Klasse 4 – und damit das bestmögliche Ergebnis. Auch die E6 hat sich im Langzeittest bewährt und wurde lediglich von ISO Klasse 4 auf 5 gestuft. Damit ist igus einer der Vorreiter in diesem Bereich", so die Experten. Gleichzeitig forscht und entwickelt das Unternehmen in vielen, weiteren zukunftsweisenden Bereichen und zeigt so, dass noch viel Innovationspotenzial in der deutschen Industrie steckt. Von Low-Cost-Automation-Lösungen wie FTS für die Intralogistik bis hin zum weltweit ersten, verfahrbaren Landstrom-Anschlusssystem für Containerschiffe.
Hannover Messe 2025: Halle 6, Stand E26