Abbildung realer physikalischer Bedingungen in der Fertigung
Die Simulationen im Industrial Metaverse sind mittlerweile so ausgereift, dass sie auch physikalische Gesetzmäßigkeiten wie Reibung und Schwerkraft sehr gut abbilden können. Dadurch ergeben sich Vorteile für die Planung. Bei sensiblen Komponenten, die zum Beispiel schnell verbiegen können, kann es darauf ankommen, diese an der richtigen Stelle anzufassen oder mit einem nicht zu hohen Kraftaufwand. Sollen Roboter diese Tätigkeiten übernehmen, können Simulationen dabei helfen, den dafür maximal zulässigen Kraftaufwand sowie den besten Vektor zu ermitteln.
Optimierter Einsatz von Automated Robotic Control und KI-Modellen
Dank der optimierten Simulationsmöglichkeiten erhalten Unternehmen einen besseren Eindruck davon, wann und an welchen Stellen der Einsatz automatisierter Abläufe am sinnvollsten ist. So lassen sich mittels komplexer Simulationen auch Interaktionen von autonomen Robotern untereinander sowie zwischen Menschen und Maschinen betrachten. Darüber hinaus entstehen neue Möglichkeiten, die Interaktion autonomer Systeme mit KI zu unterstützen. M. Baling erklärt: „Die Zuverlässigkeit jeglicher KI-Unterstützung hängt von der Güte der Modelle und damit unter anderem von der Ausgewogenheit der Trainingsdatensätze ab. Das Industrial Metaverse bietet die einzigartige Möglichkeit, die KI in einer virtuellen Umgebung zu härten, indem beispielsweise mittels Domain Randomization die Bandbreite der gelernten Szenarien schnell extrem vergrößert werden kann.“
Bessere Prognosemöglichkeiten
Das Industrial Metaverse ermöglicht durch die Simulation, bei der verschiedene Daten(quellen) kombiniert und wechselseitige Abhängigkeiten bzw. Einflüsse abgebildet werden, auch deutlich bessere Prognosen. Werden bei der Simulation einer Gabelstaplernutzung zudem physikalische Abnutzungserscheinungen einbezogen, lässt sich leichter ermitteln, wie schnell dieser altert und gegebenenfalls ersetzt werden muss. Auch in diesem Fall können wiederum unterschiedliche Einsatzszenarien durchgespielt werden.
Heute schon auf Morgen vorbereiten
Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Industrial Metaverse ist Basis für die Fabriken der Zukunft und wird die Industrie stark verändern. Unternehmen sollten sich deshalb schon heute darauf vorbereiten und den damit verbundenen Chancen offen gegenüberstehen. Da sich Technologien sowohl aus dem Industrial Metaverse steuern als auch reelle Bewegungen in die Simulation übertragen lassen, entstehen spannende Einsatzszenarien für verschiedene Branchen, die die Wertschöpfungsdynamik erhöhen und eine kundenindividuelle Massenproduktion (wirtschaftliche Produktion in Losgröße 1) ermöglichen. Aktuell besteht der große Mehrwert einerseits darin, einzelne digitale Zwillinge in einer freien Landschaft miteinander zu kombinieren, um verschiedene Use Cases unterschiedlichen Formats und Reifegrads schnell und einfach umzusetzen.Anderseits können Menschen kollaborativ in einem offenen Ökosystem zusammenarbeiten und Szenen spielerisch und visuell zusammenbauen. Die Fiktion wird im industriellen Umfeld also immer mehr zum Fakt werden und Kunden darin unterstützen, die Herausforderungen der Zeit optimal zu lösen.
MHP und das Industrial Metaverse
Mit dem Industrial Metaverse lässt sich der digitale Zwilling einer Smart Factory realistisch abbilden. Die so generierten virtuellen Räume ermöglichen immersive Erfahrungen, was für etliche Use Cases ein Vorteil ist, beispielsweise für die P lanung des Fahrwegs eines Industrieroboters und die Erzeugung von synthetischen Bilddaten, um KI-basierte optische Industrieanwendungen in nie dagewesenem Maßstab und mit wegweisendem Automatisierungsgrad zu ermöglichen. Darüber hinaus realisiert MHP die Planung, Überwachung und Anpassung von Produktionsprozessen.