Durch die Vernetzung von Produktionsstandorten eines Unternehmens können mögliche Leerläufe einfach verhindert und Spitzen in einer bestimmten Region rasch abgefedert werden (Quelle: Pixabay.com © sumanley Public Domain)

Durch die Vernetzung von Produktionsstandorten eines Unternehmens können mögliche Leerläufe einfach verhindert und Spitzen in einer bestimmten Region rasch abgefedert werden (Quelle: Pixabay.com © sumanley Public Domain)

Die Industrie wird für die IT-Branche immer interessanter

Generell wird die Vernetzung von Maschinen und Produktionsanlagen als die vierte große industrielle Revolution betrachtet. In der Praxis wird deshalb dafür auch gerne der Begriff Industrie 4.0 verwendet. Wenn sich die „echte“ Welt mit der virtuellen Welt vermengt, ist oftmals auch von sogenannten cyberphysischen Systemen die Rede.

Egal, welcher Begriff dafür verwendet wird – in der Praxis geht es immer darum, mechanische Komponenten mit Informationssystemen zu verbinden, um dadurch Daten in Echtzeit kontrollieren und miteinander austauschen zu können. Das hat zur Folge, dass die Industrie und die IT immer stärker zusammenwachsen. Denn eines ist klar: Die vernetzte Produktion steigert die Effizienz.

Laut Bitkom, dem Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, kommen mittlerweile rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes der IT-Unternehmen durch Aufträge aus der industriellen Fertigung. Dementsprechend präsent zeigt sich die IT deshalb mittlerweile auch auf Fachmessen der Industrie wie etwa der „all about automation“ in Chemnitz.

Die Qualität der Cloud ist erfolgsentscheidend

Die Wichtigkeit der Qualität einer Cloud bei der Verbindung von Industrieanlagen wird oftmals unterschätzt. Damit alles reibungslos funktioniert und es zu keinen Komplikationen während des Betriebs kommt, muss der Austausch der Daten dabei so sicher und kontrollierbar wie im eigenen Rechenzentrum erfolgen. Gleichzeitig sollte die Cloud aber auch einfach zu managen sein und die Kosten sollten transparent und überschaubar bleiben. Eine der größten Anforderungen der Industrie-Unternehmen an die IT-Branche sind Cloud-Lösungen, die mit den Bedürfnissen wachsen, wie das zum Beispiel beim Pay-as-you-Grow-Modell des Cloud-Anbieters HPE GreenLake der Fall ist.

Im Unterschied zu einem Public-Cloud Modell stehen bei HPE GreenLake echte Systeme in den Unternehmen, die nur von Ihnen exklusiv genutzt werden können. Das ist ein wichtiger Faktor, denn in der Public Cloud kommt es oftmals zu höheren Latenzen. Für anspruchsvolle Anwendungen, bei denen es zum Teil auch um Millisekunden geht, kann das mitunter problematisch werden.

Die Auswahl der richtigen Cloud für die eigene Maschinenlandschaft ist deshalb ein wichtiges und vor allem komplexes Projekt, das keinesfalls unterschätzt werden sollte. Wer damit noch keine Erfahrung gesammelt hat, sollte sich dafür auf alle Fälle die Expertise von entsprechenden Fachkräften zumindest temporär ins Boot holen.

Für eine erfolgreiche Zukunft braucht es Verlässlichkeit bei den IT-Standards

Viele Szenarien wären grundsätzlich heute bereits möglich, scheitern aber an den entsprechenden IT-Standards. Laut Jan Stefan Michels liegt die Erwartungshaltung der Käufer für die Nutzungsdauer einer neuen Industrie-Anlage je nach Anwendungszweck bei bis zu 30 Jahren. Um das besser zu veranschaulichen: Unternehmer, die heute in eine neue Maschine investieren, möchten diese also bis zum Jahr 2050 und darüber hinaus betreiben. Wer den aktuellen Stand der Technik mit jenem aus dem Jahr 1990 vergleicht, kann in etwa erahnen, wie weit sie sich bis dahin weiterentwickeln wird. Damit sich die Unternehmer darauf verlassen können, dass sie ihre Anlagen über einen dermaßen langen Zeitraum tatsächlich nutzen können, sind entsprechend standardisierte Schnittstellen erforderlich, die es einfach machen, aus den unterschiedlichen Daten auch jeweils den richtigen Impuls abzuleiten.

Es gilt, eine gemeinsame Sprache für die Industrie und die IT zu finden, die die einfache Umsetzung der zahlreich vorhandenen Ideen in der Praxis ermöglicht. Die gute Nachricht: Die Plattform „Industrie 4.0“ unter der Federführung der Bundesministerien für Wirtschaft und Klimaschutz sowie Bildung und Forschung arbeitet mit unterschiedlichen Partnern bereits seit mehreren Jahren an einer solchen Sprache. Dabei steht vor allem auch die internationale Kooperation und Vernetzung für offene, digitale Ökosysteme im Mittelpunkt.

Anders ausgedrückt: Die Puzzle-Steine für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von IT und Industrie in der Cloud sind alle schon vorhanden. Sie müssen von den entsprechenden Experten jetzt nur noch richtig zusammengesetzt werden, damit alle auch tatsächlich das gemeinsame Bild erkennen können.

2 / 2

Ähnliche Beiträge