Daumen hoch heißt „alles in Ordnung“: Schon bald werden Mitarbeiter in der Produktion über Gesten mit Maschinen und Anlagen kommunizieren können (Quelle: Siemens)
Ein kritischer Blick, ein Handzeichen, einen Daumen nach oben, dann geht die Mitarbeiterin einige Schritte weiter um das Chassis, das auf einem Transportwagen frei im Raum steht. An der nächsten Prüfstelle gibt es ein Problem: Eine Verbindung ist nicht richtig ausgeführt. Wieder hebt die Mitarbeiterin die Hand, dann folgt ein „Daumen runter“ – ein einfaches Zeichen für „nicht in Ordnung“. Doch es ist kein menschlicher Kollege, mit dem sie kommuniziert, sondern ein automatisches System. Es generiert aus den Gesten Einträge in einer Checkliste – ohne, dass dazu ein physischer Kontakt zwischen dem Menschen in der Produktion und der Automatisierung erforderlich ist.
Die nächste Stufe der Mensch-Maschine-Interaktion
Noch ist die Qualitätskontrolle über berührungslose, gestengesteuerte Interaktion eine Studie, doch schon bald werden solche Applikationen Teil des industriellen Alltags sein. Denn die berührungslose Steuerung ermöglicht ein deutlich flexibleres Arbeiten: Anstelle eines Eingabegeräts, also eines stationären oder mobilen Panels oder Tablets, nutzen die Mitarbeiter in der Produktion Gesten, die ein intelligenter Algorithmus über eine Kamera aus der Distanz erkennt. So haben sie beide Hände frei, können sich frei bewegen und sich die beste Stand- oder Arbeitsposition für die jeweilige Aufgabe suchen. Noch dazu können sie eine natürliche Art der Kommunikation nutzen: Gesten und Zeichen. Da die meisten Menschen diese auch im Alltag verwenden, wird die Interaktion zwischen Mensch und Maschine oder Automatisierungssystem erleichtert. Diese berührungslose Art der Interaktion bietet auch in speziellen Umgebungen wie Reinräumen Vorteile: Es können keine Kontaminationen über Bedienoberflächen stattfinden. Nicht zuletzt lassen sich Informationen gerade bei weitläufigen Anlagen statt an zahlreichen lokalen Bediengeräten auch über ein großes zentrales Panel abrufen oder Bedieneraktionen durchführen. Das reduziert den Installations- und Verdrahtungsaufwand.