Inzwischen hat KI Eingang auch in die direkte Unterstützung der operativen Prozesse etwa in der Anlagen- und Fördertechnik gefunden. Mit KI-basierter, selbstlernender Software bindet etwa die Robot-Picking-Lösung „eOperator“ von Element Logic (Halle1, Stand 1H21) vollautomatisierte, roboterbasierte Stückkommissionierung in AutoStore-Lösungen ein.
Die advasolutions SE (Halle 3 / Stand 3C79) proklamiert mit einer adaptiven End-to-End-Automatisierung der Intralogistik das selbstlernende Lager. Dabei sollen neue KI-basierte Funktionen wie Qualitätskontrolle und Routenplanung den Wareneingang, die Lagerung, die Kommissionierung und den Versand steuerungstechnisch nahtlos miteinander verbinden. Das KI-basierte Zusammenspiel aus autonomen Shuttles, einem anpassbaren Regalsystem und flexibel konfigurierbaren advaShelves soll es ermöglichen, Artikel unterschiedlichster Größen, Formen und Verpackungen effizient zu transportieren, zu lagern und dynamisch zu bewegen.
Und mit „Knapp Brain“ zeigt die Knapp AG (Halle 3, Stand 3B01/3B03 & Halle 8, Stand 8A45) die nach Unternehmensangaben „erste KI-Plattform für intelligente Wertschöpfungsketten“. Sie bündelt von der Prognose über ein optimiertes Order Fulfillment bis hin zur Last Mile alle KI-gestützten Lösungen, um durch ganzheitliches Verständnis von Geschäftsprozessen und Daten in allen Prozessschritten maximalen Mehrwert zu generieren. Rückgrat für die operative Steuerung, Analyse und Integration, die alle Ebenen der Intralogistik abdecken soll, bildet dabei die Software-Suite KiSoft Solution. Diese verbindet dabei Lager, Transport und Zustellung in Echtzeit. Sie berechnet dynamisch Zustellzeitfenster, optimiert Touren und berücksichtigt dabei Faktoren wie Ladevolumen, Verkehrslage und Kundenpräferenzen.
KI in der Intralogistik
"KI-Algorithmen prägen vielfach auch die neuen Lösungen im AutoID-Segment", berichtet Euroexpo weiter. Als interessante Lösungen werden beispielhaft genannt:
Die Keyence Deutschland GmbH (Halle 1, Stand 1C14) zeigt unter anderem einen stationären Codeleser für Identifikation in automatisierten Sortier- und Kommissioniersystemen. Der integrierte KI-Algorithmus soll es ermöglichen, auch schwierigste Codes in anspruchsvollen Situationen erfassen zu können.
Imago Technologies (Halle 2, Stand 2A30) demonstriert auf der LogiMAT in praxisnahen Szenarien, wie KI in der Intralogistik niedrigschwellig eingesetzt werden kann und klassische Prüfkonzepte sinnvoll ergänzt. Etwa mit KI-basierten Vision-Lösungen, die Sollabweichungen in den Intralogistikprozessen frühzeitig erkennen, bevor sie zu Stillständen oder Qualitätsproblemen führen. Die Kombination aus kontinuierlicher Bildaufnahme und intelligenter, KI-gestützter Analyse ermöglicht dabei eine vorausschauende Bewertung von Prozessen und unterstützt Instandhaltung, Optimierung und Ursachenanalyse. Ein weiterer Anwendungsbereich zielt auf KI-gestützte Behälter- und Ladungsträgerkontrolle.
"Im Bereich der Flurförderzeuge und Fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) unterstützen KI-Anwendungen neben der Transportplanung und -steuerung unter anderem verschiedene Sicherheits- und Analyseaspekte", macht der Veranstalter neugirig, u.a. auf:
Continua Systems (Halle 8, Stand 8D81) stellt die datenbasierte Analyseplattform „Automation Insights“ für hochautomatisierte FTS-Umgebungen vor. KI-gestützte Analysefunktionen, die Muster und Trends in den Daten erkennen und potenzielle Ausfälle frühzeitig vorhersagen, sollen die Transparenz in der automatisierten Intralogistik steigern und ungeplante Stillstände reduzieren.
Fazit
„Die genannten Beispiele zeigen: KI ist kein Hexenwerk“, resümiert LogiMAT-Messleiter M. Ruchty. „Sie optimiert vielmehr auf den unterschiedlichsten Prozessebenen die innerbetrieblichen Materialflüsse. Vielfach kommt dabei das diesjährige Messemotto ‚Passion for Details‘ zum Tragen. Die KI-basierten Details machen mit der durchgängigen Betrachtung und Analyse von Daten sowie bei der Unterstützung effizienter Prozesse oft den kleinen aber bedeutenden Unterschied aus und erschließen so Wettbewerbsvorteile und einen maximalen Mehrwert.“