Die Leuchttürme im Überblick
Als führender Hersteller von Landmaschinen nimmt Claas die Weiterverwendung und Modernisierung von Elektronikkomponenten in den Blick. Mähdrescher haben eine Lebensdauer von etwa zehn Jahren, deren Komponenten sogar bis zu 20 Jahren. Ziel des Projekts ist es, durch modulare Hardware und softwaregestützte Updates die Funktionalität älterer Maschinen zu optimieren und ihre Lebensdauer zu verlängern. Digitale Zwillinge kommen zum Einsatz, um die Leistung der Maschinen zu überwachen und die Wirksamkeit von Maßnahmen wie Refurbishment und Remanufacturing zu quantifizieren.
Denios, Spezialist für Umweltschutzprodukte, arbeitet im Rahmen von GoProZero an einem zirkulären Geschäftsmodell für Auffangwannen aus Kunststoff und Stahl. Neben der Rücknahme und Wiederaufbereitung gebrauchter Produkte soll die Rückführung von Sekundärrohstoffen in den Wirtschaftskreislauf optimiert werden. Gleichzeitig wird eine IT-Infrastruktur geschaffen, die Nachhaltigkeitskennzahlen nach den Anforderungen des Digitalen Produktpasses und der Environmental Product Declaration analysiert. So wird geprüft, unter welchen Bedingungen zirkuläre Geschäftsmodelle nachhaltiger sind als lineare Ansätze.
Harting legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung ressourceneffizienter Systeme für Maschinen und Anlagen. Ziel ist es, durch modulare Designs und intelligente Nutzung von Produktionsdaten den Materialeinsatz zu reduzieren und die Energieeffizienz zu steigern. Dies soll nicht nur die Betriebskosten senken, sondern auch den CO2-Fußabdruck der Produkte verringern.
Die GEA Westfalia Separator Group entwickelt innovative Ansätze, um Separatoren – eine Schlüsseltechnologie in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie – nachhaltiger zu gestalten. Auf Basis von Nutzungsdaten und Condition Monitoring wird eine Lebensdauerabschätzung kritischer Bauteile erstellt, um Wartungsintervalle zu optimieren und Bauteile länger im Einsatz zu halten. Dies minimiert unnötigen Materialverbrauch und senkt Kosten. Gleichzeitig werden digitale Zwillinge genutzt, um den Zirkularitätsgedanken frühzeitig in der Entwicklung zu berücksichtigen.
Weidmüller Interface untersucht, wie aktuelle und zukünftige Produkte wie PLC (speicherprogrammierbare Steuerungen) hinsichtlich Soft- und Hardware effizient upgedated und wiederverwendet werden können. Ziel ist es, diese Maßnahmen direkt im Engineering-Prozess zu verankern – also schon bei der Entwicklung so zu denken, dass Updates und Wiederverwendung einfach möglich sind. So sollen Lebenszyklen verlängert und Ressourcen gespart werden.
Das Projekt von Wago zielt darauf ab, elektronische Komponenten so zu gestalten, dass sie leichter recycelt und wiederverwendet werden können. Durch innovative digitale Tools und KI-basierte Analysen wird der gesamte Lebenszyklus von Produkten berücksichtigt, um deren Nachhaltigkeit zu maximieren.
„Letztlich kommt es immer auf die konkrete Ausgangslage im Unternehmen an, welche Ansätze der Kreislaufwirtschaft zweckmäßig umgesetzt werden können. Ob und wie Materialkreisläufe geschlossen, verlangsamt oder verengt werden können, muss genau geprüft werden“, sagt Projektleiterin Anja Rasor.