Bild zeigt Mann, der oberhalb einer Fertigung steht mit einem Tablet in der Hand

(Quelle: Mendix/GettyImages-1169752662)

Der Übergang von isolierter Automatisierung zu intelligenter Orchestrierung markiert die nächste Evolutionsstufe, um die Wertschöpfung und Effizienz von Unternehmen zu steigern. Dennoch bleiben die meisten in einer fragmentierten Realität gefangen. Sie kombinieren unzusammenhängende Automatisierungstools und veraltete BPM-Systeme, wodurch ebenso viele Probleme geschaffen wie gelöst werden.

IT-Führungskräfte stehen daher heute zunehmend vor der Aufgabe, Workflows abteilungsübergreifend zu koordinieren, KI-Agenten zu integrieren und Prozesse in Echtzeit an neue Rahmenbedingungen anzupassen. Die Fähigkeit, solche Adaptionen zeitnah umzusetzen, erweist sich dabei als ein zentraler Faktor für die betriebliche Agilität.

Orchestrierung: Das fehlende Glied in der Unternehmensautomatisierung

Um die Grenzen der fragmentierten Automatisierung zu überwinden, benötigen Unternehmen einen einheitlichen Ansatz, der Systeme, Menschen und KI zu kohärenten, anpassungsfähigen Prozessen verbindet. Die Analysten von Gartner bestätigen dazu auch unsere Erfahrungen: Die Automatisierung von Unternehmensprozessen hat eine neue Phase erreicht. Organisationen versuchen zunehmend, über isolierte RPA-, Low-Code-Pattformen, iPaaS- und BPA-Tools hinauszugehen und auf integriertere, intelligentere Lösungen zu setzen.

Gartner prognostizierte zudem für das Jahr 2025 Softwareausgaben für Technologien zur Geschäftsorchestrierung und -automatisierung in Höhe von knapp 7 Mrd. US-$. Dabei wurde eine jährliche Wachstumsrate von knapp 34 % und ein Anstieg auf über 21 Mrd. US-$ bis zum Jahr 2029 erwartet. Dies entspricht einer Verdreifachung der Marktgröße in nur vier Jahren und ist ein klarer Indikator dafür, dass Unternehmen die Orchestrierung als die nächste entscheidende Fähigkeit auf ihrem Weg zur Digitalen Transformation erkennen. Die Marktsignale sind somit unmissverständlich.

Fragmentierung in der IT überwinden

Ein RPA‑Bot durchsucht Bewerbungen nach relevanten Qualifikationen, ein BPM‑System steuert die komplette Rechnungsfreigabe von der Erfassung bis zur Zahlung, und eine Low‑Code‑Plattform wird genutzt, um Genehmigungs-Workflows für das Marketing zu bauen. Was nach gut geölter Automatisierung klingt, führt in der Praxis jedoch häufig zu einem Flickenteppich aus Hunderten isolierter Tools und Insellösungen – besonders in großen Unternehmen. Laut Forrester waren es vor rund drei Jahren im Durchschnitt 367 Apps und Systeme bei Unternehmen mit über 20.000 Mitarbeitenden ("The Crisis Of Fractured Organizations”).

Diese hohe Anzahl von Tools erschwert die Integration von Daten, Workflows und Prozessen und Automatisierungsprojekte können nicht den gewünschten ROI erzielen. Denn zum einen fallen hohe Kosten für Lizenzgebühren, Lieferantenverträge und Wartungskosten an, die IT-Budget überstrapazieren. Zum anderen nimmt die Verwaltung und Wartung nicht miteinander verbundener Systeme wertvolle Zeit in Anspruch, die wiederum bei strategischen IT-Projekten fehlt.

Starre Legacy-Systeme bremsen das Ziel einer einheitlichen Architektur häufig aus und schränken beispielsweise KI-Agenten ein, die aufgrund fehlender einheitlicher Daten und Prozesse nur in engen Grenzen arbeiten können. Traditionelle Automatisierungsansätze via RPA oder monolithische BPM-Tools schaffen nur punktuell Wert, weil sie lediglich isolierte Ineffizienzen beseitigen. Sie tragen zu einer fragmentierten Technologielandschaft bei, die durch Anbieterabhängigkeiten gekennzeichnet ist und den Bedarf an spezialisiertem Fachwissen, über das nur wenige Unternehmen intern verfügen.

Ressourcen- und Budget-seitig sollte es für Unternehmen daher höchste Priorität haben, sich auf die Zusammenführung von Kerntechnologien und -systemen zu konzentrieren, um einen reibungslosen und effizienten Betriebsablauf zu gewährleisten.

Strategie für Geschäftsorchestrierung und -automatisierung treibt Wachstum voran

Die Lösung heißt BOAT und steht für „Business Orchestration and Automation Technologies“. Eingeführt hat diesen Begriff Gartner. Die Analysten verstehen darunter eine „konsolidierte Software-Plattform, die die Automatisierung von Unternehmensprozessen ermöglicht“, indem sie beispielsweise BPA-, IDP-, iPaaS-, RPA- und Low-Code-Funktionen bereitstellt.

Eine BOAT-Strategie nutzt somit eine einzige Entwicklungsumgebung, um Geschäftstools synchron zu halten und integriert moderne Funktionen, wie maschinelles Lernen, GenAI sowie intelligente Agenten, um Prozesse autonom zu entwerfen, auszuführen und zu optimieren. Um schnellere, intelligentere und anpassungsfähigere Abläufe zu erreichen, sollte eine BOAT-Lösung Folgendes ermöglichen:

  • Unternehmenskritische Tools und Systeme verknüpfen
  • Menschen und KI-Agenten orchestrieren
  • Produktivität optimieren
  • Barrieren bei der Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT beseitigen

Plattformen, die BOAT-Funktionalitäten bieten, sind somit adaptive, ereignisgesteuerte Steuerungsebenen, die APIs, Anwendungen, Bots, Dienste, KI-Agenten und Menschen zusammenbringen. Während Unternehmen sich also in Richtung autonomer Geschäftsabläufe bewegen, bieten diese Plattformen die Governance, Konnektivität und Orchestrierung, die für nahtlose Prozesse erforderlich sind, unabhängig davon, ob diese von Menschen oder KI verwaltet werden.

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