Unternehmensweite Orchestrierung mit Low-Code-Plattformen

Moderne Low-Code-Plattformen bilden den Wandel ab und verinnerlichen den BOAT-Ansatz. Sie bieten alle Funktionalitäten, die Unternehmen für die Orchestrierung benötigen und vereinen diese in einer vollständig integrierten Umgebung. Mit den Bereichen Workflow, Prozessentwicklung und Integration kann das gesamte Spektrum der Anwendungsfälle abgedeckt werden, sodass komplexe systemübergreifende Orchestrierungen möglich werden.

Anstatt Unternehmen zu zwingen, unterschiedliche Tools und Datenquellen nahtlos miteinander zu verbinden, bieten Low-Code-Plattformen wie Mendix eine einheitliche Umgebung, die auf einem einzigen Metamodell und visuellen Editoren basiert. Sie beseitigen die traditionellen Grenzen zwischen Workflow, Daten, Benutzeroberfläche und Geschäftslogik und schaffen eine nahtlose Entwicklungserfahrung. Derartige Plattformen vereinfachen das Entwerfen und Bereitstellen fortschrittlicher Prozessanwendungen erheblich, ohne die komplexen Herausforderungen der Datenzuordnung und -integration, die die Implementierung normalerweise verlangsamen.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Integration von KI: Unternehmen möchten intelligente KI-Agenten erstellen und orchestrieren, mit Zugriff auf GenAI-Ressourcen und große Sprachmodelle – ohne dass umfangreiche Spezialkenntnisse erforderlich sind. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Governance, Sicherheit und Compliance gewahrt bleiben, während Teams flexibel zusammenarbeiten können.

Im Gegensatz zu starren Legacy-Plattformen, die Unternehmen zwingen, sich an vordefinierte Muster anzupassen, passen sich moderne Low-Code-Plattformen an die individuellen Geschäftsanforderungen an und sind zudem für eine echte Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT-Teams konzipiert. Geschäftsanwender können die Prozessgestaltung visualisieren, während die IT-Abteilung die angemessene Kontrolle über die technische Umsetzung behält. Dieser kollaborative Ansatz in Kombination mit Governance auf Unternehmensebene sowie flexiblen Bereitstellungsoptionen, stellt sicher, dass Orchestrierungsinitiativen sicher im gesamten Unternehmen skaliert werden können.

Auswirkungen in der Praxis

Prozessautomatisierung stand schon immer im Mittelpunkt von Low-Code-Entwicklungen. Was als Prozessanwendungen begann, muss sich nun zu umfassenden Lösungen entwickeln, um ganze Wertschöpfungsketten, vom Kunden-Onboarding über das Lieferkettenmanagement bis hin zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, zu orchestrieren.

Use Cases aus der Praxis veranschaulichen, was eine echte unternehmensweite Orchestrierung leistet: nicht nur automatisierte Aufgaben, sondern intelligent koordinierte Prozesse, die Abteilungen, Systeme und Organisationen umspannen.

  • Die Schwarz Gruppe hat mehr als 120 Mendix-Anwendungen implementiert, darunter eine ausgeklügelte Produktrückruf-App, die Lagerpersonal, Lieferanten und Filialmitarbeitende in Echtzeit miteinander verbindet. Diese Koordinierungsfunktion stellt sicher, dass Produktsicherheitsprobleme sofort im gesamten Einzelhandelsökosystem behoben werden.
  • Siemens Energy hat über 200 Anwendungen bereitgestellt, die Legacy-Systeme ersetzen, manuelle Arbeit reduzieren und die Datenqualität verbessern. Sie kommen in nahezu allen Geschäftsbereichen zum Einsatz, von der Finanzabteilung bis zur Fertigung, und haben dem Unternehmen einen Mehrwert in Millionenhöhe beschert.
  • Die Rabobank orchestriert komplexe Kreditrisikobewertungen über mehrere Systeme hinweg, wodurch die Durchlaufzeit um mehr als die Hälfte reduziert und gleichzeitig die Compliance gestärkt wurde. Ihre Plattform passt sich schnell an regulatorische Änderungen an und hält gleichzeitig strenge Governance-Standards ein.
  • Die Welt-Anti-Doping-Agentur koordiniert medizinische Ausnahmegenehmigungen für Sportlerinnen und Sportler weltweit und verwaltet komplexe Genehmigungsworkflows über mehrere Gerichtsbarkeiten und Interessengruppen hinweg.

Es überrascht daher nicht, dass 80 % der Projekte unserer Kundinnen und Kunden sich mit Prozessautomatisierung beschäftigen. Sie wissen, dass Prozessexzellenz in den heutigen dynamischen Märkten den Geschäftserfolg vorantreibt.

Orchestrierung des intelligenten Unternehmens mit Human-in-the-Loop

Die nächste Evolutionsstufe der Automatisierung wird sich aus unserer Sicht auf „agentische Orchestrierung” konzentrieren: intelligente Agenten, die mit Menschen zusammenarbeiten, um Entscheidungen zu treffen und komplexe Prozesse auszuführen. Diese Kombination aus menschlicher Aufsicht und KI-gesteuerter Automatisierung definiert die Zukunft der Arbeit. Denn bei Automatisierung geht es für uns darum, die menschlichen Fähigkeiten zu erweitern und Teams zu entlasten, damit sie sich auf höherwertige Aufgaben konzentrieren können.

Wenn Unternehmen zunehmend auf autonomere Abläufe umstellen, wird die Prozessorchestrierung zum Herzstück der Digitalen Transformation. Sie benötigen dann Plattformen, die sich nahtlos anpassen, skalieren und neue Technologien integrieren lassen. So können sie Komplexität in Geschwindigkeit und Geschwindigkeit in Wettbewerbsvorteile verwandeln.

Viktor Steinmetz, Director Solution Architecture bei Mendix, ein Siemens-Unternehmen
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