Der Bauteilanlageprozess
Bauteilanforderungen aus den Entwicklungsprojekten werden gesammelt und der Review- sowie Anlagestatus verfolgt. Eine parallele Bearbeitung der Listen ist möglich.
Nach der Erfassung eines Bauteils werden gegebenenfalls Symbol und Footprint erzeugt, im Vier-Augen-Prinzip einem Review unterzogen und in der Datenbank abgelegt. Dort wird durch ein weiteres Review die Korrektheit der technischen Daten sichergestellt und eine Produktiv-Freigabe vergeben. Die Review-Dokumente werden zusammen mit Symbolen und Footprints im Versionskontrollsystem abgelegt und sind so immer verfügbar.
Die Projekt-Templates
Grundlage für alle zukünftigen Projekte in der EDA-Umgebung sind Altium-Projekt-Templates, die Vorlagen für Schaltpläne und Leiterplatten-Layouts enthalten. Um möglichst viele Automatismen der EDA-Umgebung nutzen zu können, ist der vorausschauende Entwurf der Templates wichtig. Projektparameter, die sowohl in den Zeichnungsrahmen von Dokumenten als auch im Layout selbst erscheinen, ermöglichen den späteren automatisierten Abgleich der Projektdaten mit dem ERP-System.
Die Templates enthalten außerdem die vollständig konfigurierten Output-Jobs zur automatisierten Erstellung aller Exportdaten und sind in unterschiedlichen Seitenformaten verfügbar. Insgesamt werden über 30 verschiedene Datensätze aus einem EDA-Projekt exportiert, darunter die Daten zur Herstellung der Leiterplatte, Stücklisten, Bestückungsdaten, 3D-Daten und Daten
zur Dokumentation.
Erste Gehversuche in der neuen EDA-Umgebung
Die Komplexität der alltäglichen Anwendung einer Engineering-Umgebung aus verschiedenen Tools darf nicht unterschätzt werden. Daher wurden parallel zur Einführung der neuen EDA-Umgebung alle Mitarbeiter, die zukünftig mit Altium arbeiten sollten, in einer einwöchigen In-House-Schulung mit der neuen Arbeitsumgebung vertraut gemacht.
Erste Projekte wurden in Angriff genommen und das neue Vorgehen sowie die Bauteilbasis weiter ausgebaut. Die Projektdaten werden in einem Subversion Repository versioniert abgelegt. Die Versionsverwaltung wird dabei direkt aus der EDA-Umgebung bedient.
Prozess
Der zukünftige Entwicklungsprozess arbeitet in V-Zyklen, wobei eine Hardwareiteration oder Sample-Phase einem Durchlauf durch das V-Modell entspricht. In den frühen Phasen mit A- oder B-Samplen, speichert die EDA-Umgebung ausschließlich in Subversion und versioniert auch dort. Erst, wenn ein ausreichender Stand (C-Muster) erreicht ist, werden die Daten von einem Key-User via ECTR-Schnittstelle nach SAP exportiert. Dieses Vorgehen erleichtert einerseits die Arbeit, da im Alltag eines normalen Leiterplattenentwicklers nur die Versionsverwaltung aus der EDA-Umgebung heraus bedient werden muss. Auf der anderen Seite können die für den SAP-ECTR benötigten Lizenzen auf ein Minimum reduziert werden und im ERP-System landen wirklich nur Produktiv-Daten.

