Spezifikation der ECTR-Schnittstelle
Die Idee, Altium via ECTR mit SAP zu verbinden, konnte durch das beschriebene Vorgehen mit einer Spezifikation untermauert werden. Wichtig für die Planung der Schnittstelle war die Beantwortung folgender Fragen:
- Welche Daten sollen mit dem ERP-System in welcher Richtung ausgetauscht werden?
- Welche EDA-Exportformate werden im Nachgang von welchem Stakeholder benötigt?
- Wie sieht das existierende und zukünftige Datenmodell einer Leiterplatte im ERP-System aus?
- Welche Workflows sollen über die Schnittstelle abgebildet werden?
- Welche Spezialfälle und Anpassungen an nicht veränderliche Unternehmensprozesse sind notwendig?
Integration der ECTR-Schnittstelle in Stufen
Um sich der finalen Ausbaustufe schrittweise zu nähern, wurde von der neuen EDA-Umgebung und der Schnittstelle zum ERP-System zuerst ein Testsystem instanziiert, welches nur Zugriff auf das ERP-Testsystem hatte. Zum Einsatz kam dabei eine generische Konfiguration, die nur zum Teil an die Gegebenheiten im
Unternehmen angepasst war. Auf diese Weise konnte der Datenaustausch zwischen EDA-Projekten, der Bauteildatenbank und der Datenexport aus der EDA-Umgebung bereits validiert werden. Auf gleiche Weise wurde die Materialanlage auf ERP-Seite getestet. Mit den Erkenntnissen aus diesem Test wurde die Spezifikation für die endgültige Ausbaustufe der Integration ertüchtigt. Die ECTR-Schnittstelle ist in der Lage, die Bauteildatenbank bidirektional mit dem ERP-System zu synchronisieren und elektrische Bauelemente als Roh- und Halbteile auf ERP-Seite anzulegen. Die für die Materialanlage benötigten Daten sind in der Bauteildatenbank bereits vorhanden, sodass durch die automatisierte Materialanlage eine Doppelpflege vermieden wird. Werden Bauteile abgekündigt oder nicht mehr für neue Designs empfohlen, fließen diese Informationen in Form des Materialstatus zurück in die Bauteildatenbank. Entwickler sind so imstande, den Lebenszyklus von Elektronikkomponenten direkt aus der Entwicklungsumgebung heraus beurteilen zu können.
Außerdem legt die ECTR-Schnittstelle alle produktions- und dokumentationsrelevanten Daten zu einer Leiterplatte im ERP-System ab. So auch die SAP-Stückliste inklusive Baugruppen und Variantenbildung.
Fazit
Die Prozessintegration von Altium Designer mit SAP über ECTR ist ein wichtiger Schritt für Dehn, um die Effizienz und Qualität der PCB-Entwicklung zu verbessern. Die Schnittstelle zum ERP-System SAP ermöglicht eine nahtlose Kommunikation und reduziert manuelle Aufwände und Fehlerquellen. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass die Software leistungsfähige Funktionen und Datenexportmöglichkeiten bietet, die den Anforderungen von Dehn gerecht werden. Für eine ähnliche Migration mit Anpassungen in Tool-Landschaft, Prozess und Schnittstellen, wird mit mindestens zwei Jahren Projektlaufzeit gerechnet. Dabei sind Abstimmungsaufwände mit IT und Nachbarabteilungen nicht zu unterschätzen.
Die Integrationsprojekte für EDA-Umgebung und ERP-Schnittstelle wurden von der PCB-Designschmiede und der XPLM Solutions GmbH unterstützt.
