Neue Lösung wird weltweiter Standard für sicheren Remote-Zugriff

Die genubox XSi von genua ist eine hochsichere VPN-Lösung, die speziell für den Einsatz in sensiblen Industrie-4.0-Umgebungen entwickelt wurde. Sie ermöglicht die sichere Vernetzung und Fernwartung
von Maschinen und Anlagen durch verschlüsselte Datenübertragung. (Quelle: genua)

Hitachi Energy mit Hauptsitz in der Schweiz plant und realisiert Umspannwerke, Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsverbindungen, Transformatorenstationen und zahlreiche weitere Anlagen der Energieversorgung. Über seinen Grid Automation Service wartet das Unternehmen zudem energietechnische Einrichtungen weltweit. Für den sicheren Remote-Zugriff auf Kundensysteme nutzt Hitachi Energy die genubox-Technologie der genua GmbH. (Quelle: genua)

Dragan Klisaric, Global Manager der Collaborative Operations Center von Hitachi Energy, erklärt das Funktionsprinzip der Fernwartung auf Basis der genubox von genua. (Quelle: genua)
Die Fernwartungslösung genubox vereint Fernzugriff, VPN-Zugang und Firewalling. Sie ist zentral verwaltbar und erlaubt dem Endanwender die vollständige Verbindungskontrolle in sein Netzwerk hinein. Das Basismodul sichert mit seinen kryptografischen Grundfunktionen die wesentlichen Zugriffsarten ab. Applikationsmodule optimieren den sicheren Anlagenzugriff mithilfe individueller Einstellungen. Komplexe Tunnel für Application Service Providing wie Präventiv-Wartungssysteme sind ebenfalls realisierbar. So können Messwerte und Zustandsinformationen aufgezeichnet, verschlüsselt und in bestimmten Intervallen an den Wartungsdienstleister versendet werden. „Doch es stellt sich immer wieder die Frage: Ist das sicher genug? Auch in Fällen, in denen wir unsere Ansprechpartner davon überzeugen konnten, dass die Systematik sicher ist und dass sich bedeutende Vorteile ergeben, bleibt manchmal ein Unbehagen bestehen. Das geht so weit, dass der Anlagenzugriff auf einzelne Hitachi-Energy-Kollegen beschränkt ist. Außer ihnen darf niemand aus der Ferne zugreifen. Hier unterstützt uns die genua-Lösung mit einer nahtlosen Anbindung an unterschiedliche Authentifizierungssysteme“, sagt M. Joos.
Um diesen Service weltweit anbieten zu können, staffelt Hitachi Energy seine Dienstleistungen in vier Stufen. Sie unterscheiden sich im Umfang der Leistungen und der Qualifikation der Ansprechpartner. M. Joos, seine Kolleginnen und Kollegen in Baden sowie in den sechs weiteren COC weltweit, gehören zum Level 3. Sie bilden die Vorstufe mit direktem Kontakt zum Level-4-Personal, zu dem beispielsweise Forschungsingenieure oder Produktmanager zählen. „Kolleginnen und Kollegen vom Level-1- und Level-2-Support sind zertifiziert und kennen ‚ihre’ Anlage. Sie sprechen in der Regel die Landessprache, gehören derselben Zeitzone an und sind oft auch persönlich bekannt. Zur Einordnung: Wir bearbeiten pro Jahr im COC-Netzwerk 1.000 bis 1.500 Support-Fälle. Bei etwa 5 % ist der Remote Access zwingend nötig.“
Revisionssichere Dokumentation: Live-Monitoring und Video-Mitschnitte
M. Joos schaut ernst, wenn er erklärt, wie groß die Sorge bei vielen Anwendern vor einem unbefugten Zugriff ist. Für sehr sensible Bereiche ist neben der Verbindungskontrolle das Monitoring ein weiterer Sicherheitsfaktor. Mit der genua-Systematik können Anwender auf Wunsch sämtliche Wartungsarbeiten live über die Bedienoberfläche mitverfolgen und Videomitschnitte zur revisionssicheren Dokumentation erstellen. So sind Wartungsaktion, Zugriffszeitpunkt, Ziel und zugreifende Instanz in Echtzeit überwacht und zu jeder Zeit dokumentiert.
„Ich zeige Ihnen einmal ein Beispiel, wie ein solcher Fernzugriff ablaufen kann“, sagt M. Joos und öffnet den genubox-Client. Er meldet sich mit Nutzernamen und Passwort an. Anschließend wählt er aus einer Reihe von Anlagen die gewünschte aus und wiederholt die Prozedur. „Was Sie hier sehen, ist selbstverständlich keine reale Kundenanlage. Diese Daten bleiben auf den notwendigen Nutzerkreis beschränkt. Aber wir haben eine ‚echte‘ Anwendung zu Schulungszwecken nachgebildet.“ Schnell lässt M. Joos den Mauszeiger über den Bildschirm gleiten. Auf den großen Wandmonitoren öffnet sich eine Schaltanlage mit mehreren Transformatoren sowie Symbolen für Messstellen und Leistungsschalter. „In diesem Beispiel ist ein Blitz in die Freileitung eingeschlagen und die Schutzgeräte von Hitachi Energy haben erfolgreich ausgelöst und den Leistungsschalter ausgeschaltet, um einen größeren Schaden zu verhindern. Das sehen wir hier.“
Fehlerbehebung ohne Techniker vor Ort
M. Joos zeigt auf einen Bereich, der zuvor grün, nun aber weiß leuchtet. „Das heißt, dieser Anlagenbereich ist nun spannungsfrei. Jetzt wäre es draußen dunkel. Nach einer Überprüfung und Analyse des Vorgangs sehen wir, was passiert ist; ob Teile beschädigt sind oder der Schütz seinen Job erledigt hat und der Transformator wieder ans Netz gehen kann. Das alles erledigen wir, ohne dass ein Techniker vor Ort sein muss.“
Flink lässt M. Joos den Mauszeiger im Schaltplan hin und her wandern und die erscheinende Meldung sowie grüne Farbe signalisieren, dass der Transformator wieder am Netz ist. D. Klisaric, der die Vorführung mitverfolgt hat, ergreift wieder das Wort: „Solche Lösungen waren vor 15 Jahren noch undenkbar. Aber wie Sie sehen, schauen wir natürlich auch in die Zukunft und diskutieren neue Servicelösungen.“
Seine Gedanken gehen beispielsweise in Richtung Back-up und Recovery, bei denen Lösungen in der Cloudlösung Azure evaluiert werden. Auch evaluiert Hitachi Energy intern, wie KI zum Support genutzt werden kann. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, könnte eine KI Informationen aus dem Knowledge-Pool zur Verfügung stellen und damit Serviceingenieure entlasten. „Wenn unsere Kunden das anfragen, wird es in Zukunft mehr solche Anwendungen geben. Denkbar sind auch Dienstleitungspakete, in denen ganze Kundensysteme in Realtime überwacht werden. Und vielleicht kann ich Ihnen das schon zeigen, wenn Sie uns das nächste Mal im COC hier in Baden besuchen“, sagt D. Klisaric abschließend.

