Die konstituierende Sitzung des RIG Industrial Advisory Boards fand am 14. Juli 2026 beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen statt. (Quelle: Robotics Institute Germany)
Dem RIG Industrial Advisory Board gehören Vertreterinnen und Vertreter global agierender Konzerne, mittelständischer Unternehmen, innovativer Start-ups sowie Branchenverbände an. Den Vorsitz übernimmt Torsten Kröger von Intrinsic. Zu den beteiligten Unternehmen und Organisationen zählen ABB, Agile Robots, Bosch, Dürr Systems, Intrinsic, Jungheinrich, Neura Robotics, RobCo, SAP, Schunk, Siemens, VDMA, Wandelbots, Wittenstein und YardStick Robotics.
Als strategischer Sparringspartner des RIG soll das Industrial Advisory Board industrielle Bedarfe frühzeitig sichtbar machen, zentrale Transfer- und Skalierungshemmnisse identifizieren und Impulse für die Weiterentwicklung der netzwerkweiten Aktivitäten geben. Im Fokus stehen insbesondere die beschleunigte Überführung von Forschungsergebnissen in robuste und wirtschaftlich einsetzbare Lösungen sowie die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für deren erfolgreiche industrielle Anwendung.
"Die Zusammenarbeit verbindet Forschungs- und Industrieperspektiven systematisch miteinander. Unternehmen erhalten damit einen festen und verlässlichen Rahmen, um ihre Erfahrungen, Anforderungen und strategischen Perspektiven in den Austausch mit Deutschlands führendem Robotik-Forschungsnetzwerk einzubringen. Das RIG wiederum gewinnt einen gebündelten Blick auf Märkte, industrielle Anwendungsszenarien und technologische Herausforderungen", heißt es in einer Meldung.
Bereits während der konstituierenden Sitzung im Juli wurden erste Arbeitsgruppen eingerichtet, um zentrale Fragestellungen zu vertiefen und konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Themen und Ziele werden im weiteren Verlauf des Arbeitsprozesses des Boards entwickelt.
Stimmen aus dem RIG Industrial Advisory Board
„In der Robotik zählt Deutschland zu den forschungsstärksten Nationen weltweit. Entscheidend ist jetzt, diese Stärke noch konsequenter mit der industriellen Basis zusammenzuführen und schneller in skalierbare Anwendungen zu überführen. Mit dem RIG Industrial Advisory Board schaffen wir einen dauerhaften und strukturierten Austausch mit Unternehmen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung. Gemeinsam wollen wir Prioritäten setzen, Transferbarrieren abbauen und die technologische Souveränität sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken. Die große Bereitschaft, gemeinsam an konkreten Fragestellungen zu arbeiten, zeigt, wie wichtig dieser Schulterschluss ist“, sagt Prof. Tamim Asfour, Sprecher des Robotics Institute Germany, Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
„Das Treffen mit führenden Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung und Industrie war äußerst inspirierend und konstruktiv. Alle Beteiligten teilen die Überzeugung, dass KI-basierte Robotik enorme Chancen bietet. Gemeinsam wollen wir einen aufstrebenden Zukunftsmarkt gestalten und die Voraussetzungen schaffen, damit die deutsche Robotik erfolgreich skaliert und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbaut“, sagt Prof. Alin Albu-Schäffer, Leiter des RIG-Arbeitspakets Transfer und Industrie, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
“Deutschland gehört zu den international führenden Nationen in der Robotikforschung. Wir brauchen jedoch einen dringenden Weckruf: Forschungsergebnisse müssen viel schneller vom experimentellen Stadium zu neuen Produkten für Industrie und Gesellschaft gebracht werden. Bei der ersten Sitzung wurde klar, dass wir mit der hochkarätigen Besetzung des Industrial Advisory Boards und dem exzellenten RIG-Führungsteam gemeinsam Einfluss nehmen können und müssen. Es gibt in Deutschland keine bessere Gruppe von Experten als diese, und wir tragen die Verantwortung, schnell im Sinne der Gesellschaft und der Industrie zu handeln. Dies werden wir tun!”, so Torsten Kröger, Vorsitzender des Industrial Advisory Boards und Chief Science Officer bei Intrinsic.
„Der Automatisierungsgrad in der deutschen Industrie ist sehr hoch. Wir haben hier einzigartige Expertise in den Bereichen Hardware und Software. Die Industrie befindet sich jetzt aber an einem Wendepunkt und muss schnell KI-basierte Fähigkeiten in Roboter und Maschinen integrieren – wir sprechen dann von physischer KI. So können wir auch Unvorhersehbares automatisieren – ein riesiger Hebel für mehr Flexibilität, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Der strategische Austausch mit Wissenschaft und Forschung über das RIG ist für uns als Industrie sehr wertvoll“, sagt Rainer Brehm, COO für das Automatisierungsgeschäft und CTO bei Siemens Digital Industries.
KI-basierte Robotik als Schlüsseltechnologie
"Deutschland verfügt über eine international anerkannte Forschungslandschaft in der Robotik und eine leistungsfähige industrielle Basis. Gleichzeitig verschärft sich der globale Wettbewerb darum, Fortschritte in künstlicher Intelligenz, Sensorik, autonomen Systemen und Robotik schnell in marktfähige Anwendungen zu überführen. Die KI-basierte Robotik gewinnt damit zunehmend an strategische Bedeutung für Produktivität, Resilienz, industrielle Wertschöpfung und technologische Souveränität", wird weiter in der Meldung berichtet.
Ein enger Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie sei dabei in beide Richtungen unverzichtbar: "Forschungseinrichtungen benötigen ein belastbares Verständnis der industriellen Anforderungen und Rahmenbedingungen. Unternehmen wiederum müssen neue technologische Entwicklungen frühzeitig einordnen und deren Potenzial für konkrete Anwendungen bewerten können. An dieser Schnittstelle setzt das RIG Industrial Advisory Board an."
Als nationales Netzwerk will das Robotics Institute Germany führende deutsche Robotikstandorte und Forschungseinrichtungen verbinden: Es bündelt Kompetenzen in Forschung, Infrastruktur, Talentförderung, Benchmarking und Technologietransfer. Das Industrial Advisory Board soll diese Aktivitäten um eine dauerhaft verankerte industrielle Perspektive ergänzen und damit die strategische Verbindung zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und wirtschaftlicher Anwendung stärken.
"Die Mitglieder des RIG Industrial Advisory Boards werden ihre Arbeit in regelmäßigen Sitzungen sowie in thematischen Arbeitsgruppen fortsetzen. Die daraus entstehenden Empfehlungen sollen unmittelbar in die netzwerkweiten Aktivitäten sowie in die strategische Weiterentwicklung des Robotics Institute Germany einfließen", heißt es weiter in der Meldung.
Die Mitglieder des RIG Industrial Advisory Boards
- Martin Kullmann (Head of Customer Service, ABB)
- Dr. Zhaopeng Chen (CEO und Gründer, Agile Robots)
- Jochen Kärcher (SVP Head of Technology Manufacturing, Bosch)
- Dr. Lars Friedrich (CEO, Dürr Systems)
- Dr. Torsten Kröger (CSO, Intrinsic)
- Dr. Moritz Tenorth (Director Technology AMR, Jungheinrich)
- David Reger (Gründer und CEO, NEURA Robotics)
- Roman Hölzl (CEO, RobCo)
- Dr. Lukasz Ostrowski (Global Head of Embodied AI & Robotics and Development Manager, SAP Research & Innovation)
- Timo Gessmann (Global CTO, SCHUNK)
- Rainer Brehm (COO for automation business and CTO, Siemens Digital Industries)
- Patrick Schwarzkopf (Managing Director, VDMA Robotics + Automation Association)
- Christian Piechnick (CEO und Gründer, Wandelbots)
- Dr. Anna-Katharina Wittenstein (Mitglied des Aufsichtsrats, WITTENSTEIN)
- Dr. Sebastian Bartsch (CTO, YardStick Robotics)