Schaeffler will Humanoide von Neura in seinem globalen Produktionsnetzwerk einsetzen. (Quelle: Schaeffler/Neura)
Wie Schaeffler in einer Meldung mitteilt, kooperiert das Unternehmen dabei auch mit anderen renommierten Herstellern. Durch die Partnerschaft sichere Neura Robotics einen erheblichen Teil des Bedarfs an kompakten und leichten Aktoren für den Dauerlastbetrieb. Beide Unternehmen wollen reale Anwendungsdaten gernerieren, die für das Training von humanoiden Robotern essenziell sind. Diese sollen in das sogenannte Neuraverse einfließen. Dabei handelt es sich um ein weltweites kognitives Ökosystem, das physical AI vernetzt und schneller lernen lässt, um Fähigkeiten von Robotern laufend zu optimieren.
Andreas Schick, Vorstand Produktion, Supply Chain Management und Einkauf der Schaeffler AG, sagt: „Humanoide Robotik ist für Schaeffler ein wichtiges Wachstumsfeld und Neura zählt zu den innovativsten Unternehmen in Europa. Die Zusammenarbeit unterstreicht unsere Position als bevorzugter Technologiepartner in diesem Bereich. Schaeffler bringt seine jahrzehntelange Produkt- und Industrialisierungskompetenz in die Kooperation ein. Indem wir unser Know-how strategisch verknüpfen, stärken wir nicht nur unsere eigene Wettbewerbsfähigkeit, sondern setzen als Technologiepioniere auch Maßstäbe für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“
David Reger, CEO und Gründer von Neura Robotics, sagt: „Mit Schaeffler unterstreicht einer der größten und erfahrensten Industrieplayer Deutschlands, dass man auf neue Technologien nicht warten darf, sondern sie aktiv vorantreiben muss. Auf diese Weise ist einst die deutsche Autoindustrie Hand in Hand mit der Automationsbranche zum Weltmarktführer geworden. Mit vereinter Kraft haben wir das Ziel, die Industrialisierung von Humanoiden voranzutreiben und erschaffen vor allem das, was ihren Einsatz in industriellem Maßstab skalierbar macht: Ein weltumspannendes Ökosystem für Physical AI, mit souveräner europäischer Datenbasis.“
Als ein zentraler Bestandteil der Partnerschaft wird die gemeinsame Erfassung und Nutzung von Produktionsdaten als Basis für die Entwicklung industrieller Robotik-Fertigkeiten genannt, die in der Produktion der Zukunft benötigt werden. "Durch den Einsatz fortschrittlicher Systeme werden Bewegungs- und Interaktionsdaten im Produktionsumfeld generiert und für das Training von KI-Modellen genutzt. So können humanoide Roboter gezielt für spezifische Aufgaben trainiert und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Gemeinsam werden so neue, auf realen Anwendungsdaten basierende Fertigkeiten für Schaeffler entwickelt, während gleichzeitig die Datenbasis im Neuraverse wächst", heißt es in der Schaeffler-Meldung.
Schaeffler will zudem seine Expertise in der Entwicklung von sogenannten Planetenradaktoren einbringen. Diese finden sich etwa in Gelenken, die präzise Drehbewegungen ausführen, beispielsweise in Schultern, Ellbogen, Knie oder Handgelenken. Trotz ihrer kompakten und leichten Bauweise müssen diese für höchstes Drehmoment im Dauerlastbetrieb ausgelegt sein. Schaeffler bietet in seinem Aktor-Portfolio für Humanoide Leistungsklassen bis zu 250 Newtonmeter an. Damit ist nach Unternehmensangaben zum Beispiel der Humanoid 4NE1 imstande, auch hohe Gewichte zu transportieren.