Timo Gessmann, CTO bei Schunk: "Mit Software und Simulation erleichtern wir unseren Kunden den Einstieg in die Automatisierung." (Quelle: Schunk SE & Co. KG)
"Die Industrie steht vor der Herausforderung, verantwortungsvoll, flexibel und gleichzeitig effizient zu produzieren. Die Entwicklung neuer Produkte und die hierfür notwendigen Fertigungskonzepte müssen heute wesentlich schneller realisiert werden und sich im Hinblick auf Varianten und Variablen flexibel anpassen lassen", gibt Schunk in einer Meldung an. Aus Unternehmenssicht schafft das industrielle Metaverse hierfür einen virtuellen, interoperablen digitalen Raum. "Hier können schon heute Automatisierungskonzepte geplant, ausgiebig getestet und optimiert werden – viel schneller und umfassender, als es in der realen Welt jemals möglich wäre", ist man bei Schunk überzeugt. Dabei beschleunige die virtuelle Simulation nicht nur die Entwicklung neuer Produkte und Anlagen, sondern reduziere Inbetriebnahmezeiten, Produktionsunterbrechungen und aufwendige Nachkorrekturen. Dies nutzt das Unternehmen, um neue digitale Bausteine zu entwickeln und den technologischen Fortschritt in allen Automatisierungsbereichen voranzubringen.
Digitale Zwillinge zur Echtzeitsimulation
Am Anfang jeder Simulation steht der digitale Zwilling, ein digitales Abbild eines realen Objekts oder Prozesses. Mit ihm lassen sich neue Abläufe und das Zusammenspiel der beteiligten Prozessbausteine in Echtzeit simulieren. Bei der Entwicklung realgetreuer digitaler Zwillinge folgt Schunk einem fünfstufigen Plan: Jede Stufe bringt die Komponenten und Baugruppen aus Spanntechnik, Greiftechnik und Automatisierungstechnik näher an das perfekte digitale Abbild heran. Bei diesem sind nicht nur elektrische Eigenschaften und Schnittstellen der Produkte hinterlegt, sondern auch deren physisches Verhalten, wie Kraft, Reibwert oder Verschleiß. Die Experten geben an, bereits heute das komplette physische Verhalten erster Produkte digital beschrieben zu haben, darunter auch neue mechatronische Parallel- und Zentrischgreifer. Ein großer Mehrwert wird vor allem in der Weiterentwicklung der eigenen KI-gestützten Bausteine gesehen. So wird die KI des Hermes-Award-prämierten 2D-Grasping-Kits im industriellen Metaverse anhand konkreter Aufgaben trainiert, um neue Einsatzgebiete in der intelligenten Handhabung zu erschließen.
Vereinfachunng des Engineerings
Schunk verfolgt die Vision, seinen Kunden den Einstieg in die Automation zu vereinfachen. „Durch die Simulation von Automatisierungsaufgaben bieten wir ihnen sehr schnell eine ausgereifte und hochproduktive Lösung, die auf ihre Fertigungsaufgaben hin optimiert ist“, sagt Schunk-CTO Timo Gessmann. „Dank KI können wir das Engineering stark vereinfachen. Mithilfe digitaler Tools und Simulationen können sämtliche Varianten innerhalb kürzester Zeit digital validiert werden“. Bei der Entwicklung digitaler Services setzt das Unternehmen auf Technologiepartnerschaften. So werden für die Simulation und Projektierung komplexer Automatisierungsprojekte zum Beispiel Tools wie ISG Virtous oder das Nvidia Omniverse genutzt.
Partnerschaften wie mit Nvidia nutzt das Unternehmen als Katalysator für die Entwicklung KI-basierter Lösungen im Bereich Simulation und Produktionsoptimierung. Durch Simulationen im Industrial Metaverse schafft Schunk synthetische Daten, die das Training der KI-Modelle unterstützen. Auf der Nvidia GTC im März 2025 präsentierten Schunk und Schaeffler eine in Partnerschaft entwickelte simulierte Montageanwendung im Bereich Robotik, bei der die von Schunk entwickelte 5-Finger-Hand SVH Schrauben in ein Gehäuse einsetzt. "Die Anwendung zeigt, wie sich die Grenzen intelligenter Automatisierung erweitern und für die Industrie nutzen lassen", heißt es in der Meldung. Schunk bietet für jede Art der Robotik, von der Industrierobotik über Cobots bis hin zur humanoiden Robotik, passende End-of-Arm-Komponenten und hierfür auch die offenen digitalen Bausteine.