Beispiel eines Netzbetreibers

Beispielhaftes Einsatzszenario – Rendezvous-Server beim Anlagenbetreiber: Mit der Rendezvous-Architektur können sowohl Serviceanbieter als auch Netzbetreiber beliebig viele Fernwartungsverbindungen komfortabel und hochsicher administrieren. (Quelle: genua)

Die robuste Hardwarevariante genubox Si ist mit vier Netzwerkschnittstellen, Wi-Fi 6E sowie 4G-Modul ausgestattet und ermöglicht die Hutschienen- und Wandmontage. (Quelle: genua)
Doch wie kann nun eine solch moderne Fernwartungslösung im täglichen Ablauf eines Kritis-Betreibers reibungslos integriert werden? Dazu ein konkretes Beispiel: Ein Netzbetreiber möchte zwei Bereiche mit einer neuen Fernwartungslösung bestücken: die Sekundärtechnik für das Kerngeschäft zur Verteilung von Strom, Gas, Wasser und Fernwärme sowie den Bereich Energiewirtschaft. Die Infrastruktur unterteilt sich in Business-IT und Prozessdatenverarbeitung, die nach und nach zentralisiert werden soll. Der erste praktische Schritt ist ein Proof of Concept in Form einer Testinstallation der Fernwartungslösung von genua vor Ort. So können die konkreten Anforderungen praktisch eingebracht und die Lösung vollumfänglich getestet werden. Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass alle benötigten Funktionen bereitgestellt werden und die Handhabung im Alltagsbetrieb problemlos möglich ist. Schließlich ist es wichtig, dass die Fernwartungslösung auch für Kollegen bedienbar ist, die keine ausgebildeten IT-Administratoren sind. In dem konkreten Beispiel wird außerdem eine 24/7-Alarmempfangsstelle betrieben, in der Operatoren im Bedarfsfall schnell Fernwartungszugänge öffnen können.
Der zweite Schritt umfasst die Implementierung des Produktivsystems mit Einbau, Inbetriebnahme und Netzwerkanbindung. Diese kann nach entsprechender Einarbeitung weitgehend durch das eigene Team des Netzbetreibers erfolgen. Dabei orientiert sich das Unternehmen an der Empfehlung genuas, den Rendezvous-Server als lokale Appliance in einem dedizierten DMZ-Netzwerksegment vor Ort zu platzieren, also außerhalb der LAN-Kernzone. Die finale Konfiguration von genubox-Serviceboxen und Rendezvous-Server sowie der zugehörigen zentralen Managementlösung genucenter erfolgt dann remote, gemeinsam mit einem Security-Ingenieur von genua. Nach weiteren Tests und abschließenden Nachjustierungen aufgrund etwaiger nötiger Anpassungen ist das System betriebsbereit. genubox erlaubt eine klare Rollentrennung zwischen Operator und Fernwarter und bietet die Option, dass ein Operator einen Fernzugang öffnen, aber an der Zugangsart nichts parametrieren kann.
Servicepartner frühzeitig einbinden
Ein weiterer wichtiger Aspekt neben der Installation der Fernwartungslösung selbst ist die Einbeziehung von Servicepartnern. Verwenden Dienstleister und Gerätehersteller seit Längerem eigene oder andere Fernwartungslösungen, ist der Umstieg auf ein neues, vorgegebenes System für sie zunächst einmal mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Daher empfiehlt es sich, die eigenen Dienstleister frühzeitig in die Gespräche mit einzubinden, um Vertrauen zu schaffen und ihnen Zeit zu geben, ihre Servicetechniker mit der Lösung vertraut zu machen. Dadurch wird nicht zuletzt die Akzeptanz erhöht.
Lageerkennung im Ernstfall
Hilfreich kann im Ernstfall auch die schnelle Lageerkennung über die Operatorenansicht sein. Sie zeigt auf einen Blick, welche Fernwartungszugänge offen sind. Das ist gerade im Havariefall von großer Bedeutung. Würde beispielsweise die Business-IT durch einen Krypto-Trojaner befallen, können physisch die Leitungen gekappt und so sozusagen die Netzstecker der Server gezogen werden, die mit der Business-IT verbunden sind und auf autarken OT-Betrieb umgestellt werden. In so einem Fall zählt jede Sekunde und das Response-Team muss sich schnell einen Überblick verschaffen können, ob noch Fernwartungszugänge offen sind, die getrennt werden müssen.
Für die Zukunft sind weitere Implementierungen wichtig, um einen hochsicheren, gut kanalisierten und transparenten Weg für die Fernwartung der Netze bereitstellen zu können. Mit genua sind Netzbetreiber auf der sicheren Seite. So verfügt das Unternehmen neben einem umfangreichen Industrial-Security-Portfolio auch über langjährige Expertise in diesem und vielen weiteren Anwendungsbereichen.
it-sa: Halle 9, Stand 424 und 418