Virtuelles Abbild der Freyr-Batteriefabriken der nächsten Generation

Auf der Hannover Messe stellte Siemens diese Woche ein digitales Modell der Freyr-Batteriefabriken der nächsten Generation vor. Es basiert auf der Nvidia-Omniverse-Plattform und zeigt die Vorteile des virtuellen Fabrikabbilds im Industrial Metaverse auf (Quelle: Siemens, Nvidia)

Freyr plant, seine Gigafactories in Norwegen und den USA mit dem Industrial Operations X Portfolio von Siemens auszustatten. Gemeinsam sollen die Kräfte entlang des gesamten Batteriedesign- und Fertigungsprozesses gebündelt werden: von Produktionsdesign, Produktdesign bis hin zur Automatisierung des gesamten Produktionsprozesses. Siemens wird Lösungen aus dem Xcelerator-Portfolio liefern, darunter PLM, MES, Industrial Edge Computing und Tools für IT/OT-Konnektivität.
 
Mit Industrial Operations X soll Freyr Design und Fertigung besser verbinden und die Produktion skalieren können. "Es wird Freyr auf dem Weg zu seinen geplanten Gigafabriken voranbringen, die Verfügbarkeit von leistungsstarken und erschwinglichen EV-Batterielösungen sowie Energiespeichersystemen erhöhen und so die Transformation der Automobilindustrie und der Stromnetze beschleunigen", heißt es aus dem Haus Siemens.
 
"Wir fühlen uns geehrt, mit einem globalen Unternehmen wie Siemens zusammenzuarbeiten, welches unsere Ambitionen teilt, nachhaltige und effiziente Batterielösungen in großem Maßstab und mit hohem Tempo zu entwickeln. Wir freuen uns darauf, die weltweit führende Automatisierungs- und Digitalisierungskompetenz von Siemens in Verbindung mit den einzigartigen Fähigkeiten von AWS und Nvidia in unseren Batteriedesign- und Fertigungsprozessen zu nutzen, um die wachsende globale Batterienachfrage zu befriedigen. KI oder digital verbesserte elektrochemische Zelldesign- und Fertigungsprozesse sind die nächsten Grenzen in der Batterieproduktion, und dies ist ein grundlegender Schritt in diese Richtung", sagte Tom Einar Jensen, Mitbegründer und CEO von Freyr, auf einer Pressekonferenz.

Mit AWS und Nvidia ins Industrial Metaverse

T. E. Jensen hatte in seinem Statement auf AWS und Nvidia hingewiesen: Mitte letzten Jahres hatten Siemens und Nvidia ihre strategische Partnerschaft bekannt gegeben. Für die Hannover Messe haben die Partner nun einen Showcase entwickelt, der das transformative Potenzial des Industrial Metaverse aufzeigt. Anhand eines Cloud-basierten digitalen Zwillings der Freyr-Fabriken, der mit AWS IoT TwinMaker erstellt und in einer Siemens-Anwendung auf Basis der Nvidia-Omniverse-Plattform entwickelt wurde, wird gezeigt, wie Unternehmen wie Freyr bessere und schnellere Entscheidungen treffen können. Das gelingt, indem sie mit dem digitalen Zwilling des Produkts interagieren. Das Modell integriert Betriebsdaten aus der Fabrik, 3D-Definitionen von Gebäuden, Anlagen, Maschinen und Geräten, Informationen zur menschlichen Ergonomie und Sicherheit, detaillierte Produktionsprozesse, Roboter und fahrerlose Transportfahrzeuge sowie Simulationen von Produkten und Produktion. Damit werden die Möglichkeiten der Integrationen zwischen den Plattformen Siemens Xcelerator und Nvidia Omniverse hervorgehoben.     
 
"Durch die Kombination der Erfahrung von Siemens in den Bereichen industrielle Automatisierung und digitale Zwillingstechnologien mit Nvidia AI Computing und Omniverse können Unternehmen wie Freyr die Vorteile des Industrial Metaverse voll ausschöpfen", sagte Rev Lebaredian, Vice President of Omniverse and Simulation Technology bei Nvidia. "Mit den neuen Verbindungen zwischen den Siemens Xcelerator und nvidia-Omniverse-Plattformen werden Hersteller neue Möglichkeiten der Digitalisierung und KI-gestützten Automatisierung erreichen und ihre Effizienz, Agilität und Innovation steigern."
 
"Durch die Zusammenarbeit erleichtern Siemens und AWS-Industriekunden die Nutzung von Siemens Xcelerator und den Cloud-Services von AWS wie AWS IoT TwinMaker, um neue Einblicke in die Fertigung, Automatisierung und vernetzte Services zu liefern", sagte Bill Vass, Vice President of Engineering bei AWS. "Während wir neue Wege finden, um die Cloud- und Virtualisierungstechnologie zu nutzen, um reale Probleme wie die Batterieproduktion von Elektrofahrzeugen zu lösen, wird die Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen wie Siemens Unternehmen jeder Größe dabei helfen, industrielle Komplexität in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln."

Die Finanzierungsmöglichkeiten 

Freyr ist derzeit dabei, Projektfinanzierungen für Giga Arctic und Eigenkapital für Giga America zu akquirieren. Über die traditionelle Kunden-Lieferanten-Beziehung hinaus wird die Vereinbarung zwischen Freyr und Siemens auch Gespräche über mögliche Finanzierungsoptionen über Siemens Financial Services sowie eine mögliche Abnahmevereinbarung für Batteriezellen beinhalten.
 
Anfang des Jahres kündigten Siemens und Freyr ihre Absicht an, mit Caterpillar, Glencore und Nidec eine strategische Koalition zu bilden, um die Ausweitung nachhaltiger Batterielösungen in Europa, Nordamerika und darüber hinaus zu fördern. Mit der in Hannover bekannt gegebenen strategischen Partnerschaft wollen beide Unternehmen die Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette der Batterieherstellung weiter vorantreiben. 

Siemens (ih)

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