Industrial Operations X stellt die Erweiterung von TIA um IT-Standards und Softwarefunktionen dar (Quelle: Siemens)
„Siemens automatisiert bereits heute die Produktion in hohem Maße. Durch neue Herausforderungen sowie die Verfügbarkeit neuer Technologien muss sich die Produktion zukünftig immer mehr von einer automatisierten in Richtung einer anpassungsfähigen wandeln“, ist R. Brehm überzeugt. Dadurch werde es möglich, ständige Optimierungen durchzuführen und neue Aspekte einzubeziehen – und das quasi auf Knopfdruck weltweit in allen Fabriken.
Ermöglicht werden soll dies mittels neuer Technologien aus dem IT-Umfeld. „Solche ,neuen' Technologien sind in der IT Standard“, erklärt er und nennt als Stichworte DevOps, KI und zudem die Zusammenführung von IT und OT. „Prinzipiell wird die Betrachtung über die gesamte Supply Chain immer wichtiger“, sagt er weiter und nennt Sigreen als Beispiel. Damit ist das auditierbare Tracken des CO2-Fußabdrucks über die gesamte Lieferkette möglich. In dem Zusammenhang verweist er zusätzlich auf die Zusammenarbeit mit Catena X im Automobilbau. Als weitere Stichworte gibt er Blockchain und neue Datenplattformen an. „Diese müssen wir auch aus der OT bedienen können. Deshalb sind offene Ökosysteme von großer Wichtigkeit“, erklärt er weiter.
OT-Erfolgsmodell um IT-Standards anreichern
Auf der Hannover Messe soll mit Industrial Operations X nun gezeigt werden, wie das „groß gedachte“ Feld der Automatisierung, angereichert um IT-Fähigkeiten Kundennutzen stiften kann.
Dabei soll mit Industrial Operations X der TIA-Gedanke weitergeführt werden. R. Brehm erinnert: „Bei Totally Integrated Automation war das einfache Engineering auf der OT-Ebene unser höchster Anspruch. Nun geht es darum, hier die IT mit zu integrieren.“ Er verweist darauf, dass Kunden oftmals keine IT-Spezialisten sind. Der Anspruch sei es deshalb, die Nutzung der IT-Technologien für sie so einfach wie möglich zu gestalten. Als einfache Formel bringt er auf den Punkt: Industrial Operations X = einfache OT + einfache IT.
Darüber hinaus soll das offene Ökosystem noch stärker gelebt werden. R. Brehm verweist auf erste Ansätze mit Industrial Edge, wo auch Drittanbieter Apps anbieten können, inklusive weltweiter Vermarktungsmöglichkeit. Er stellt die Offenheit solcher Ökosysteme als sehr wichtig heraus, die bei Industrial Edge über die IT-Standard-Technologie Docker realisiert sei. Kubernetes, Rest API seien weitere zum Einsatz kommende Technologien, die aus der IT-Welt stammen. „Wichtig ist es, dass die OT-Daten der IT so zur Verfügung gestellt werden, dass IT-Experten diese einfach nutzen können“, nennt er als Ansinnen.
Zudem blickt er auf das Thema Flexibilität, wodurch Apps immer öfter zum Einsatz kommen und Teilanforderungen lösen. „Früher mussten Kunden große monolithische MES kaufen. Heute ist die Lösung einfacher über modulare Lösungen – also Apps – realisierbar“, so R. Brehm, der gleichzeitig darauf hinweist, dass diese natürlich auch im Zusammenspiel optimal funktionieren müssen.