Die virtuelle Inbetriebnahme ist im Automobilbau schon länger ein Thema. (Quelle: iStock_gorodenkoff_1367303257)
Robot at Work ist seit 2017 auf Lösungen für Produktionslinien spezialisiert. Ursprünglich gestartet war das Unternehmen mit dem Verkauf und der Integration von Cobots – Roboterarmen, die neben Menschen in der Produktion zur Platinenbestückung, Metallverarbeitung, Verpackung sowie für Be- und Entladevorgänge eingesetzt werden. Schon bald wurde Robot at Work von Kunden nach komplexeren Produktionslösungen für Standardroboter gefragt. Da die großen Player in der Automobilindustrie gerade auf virtuelle Inbetriebnahmetechnologien umstiegen, folgte Robot at Work diesem Weg.
„Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass die führenden Automobilhersteller in den Schweißanlagen etc. auf virtuelle Inbetriebnahme umgestellt haben“, sagt Alessandro Tecchia, kaufmännischer Leiter bei Robot at Work. „Wir wussten, dass wir alle Automatisierungsanforderungen unserer Kunden erfüllen könnten, wenn wir die Fähigkeiten von Robotern testen, ihre Funktionalität bewerten und Probleme sowie Verbesserungsmöglichkeiten auf der Grundlage virtueller Modelle identifizieren könnten. Unserer Auffassung nach wird der Markt alle Anlagenbauer früher oder später in diese Richtung drängen.“
Für sein neues virtuelles Inbetriebnahmekonzept nutzt Robot at Work Delmia auf der 3DExperience-Plattform von Dassault Systèmes. Vorher hatte das Unternehmen die Bedarfsermittlung, das Produktionsdesign und die Validierung der Roboterlösung für Kunden im 2D-Layout durchgeführt. Erst, wenn die gesamte Zelle gebaut war, war es möglich, die Lösung zu testen und Schwachstellen zu erkennen.
„Wir wussten, da gibt es eine bessere Möglichkeit“, so A.Tecchia. „Wir prüften, wie man diese Probleme mithilfe einer virtuellen Umgebung lösen könnte und fanden heraus, dass die 3DExperience-Plattform mit der Delmia-Anwendung alle Funktionen bietet, die wir brauchen. Jetzt können wir die Lösungen für unsere Kunden viel schneller entwickeln, weil wir die gesamte Roboterzelle komplett gestalten können, noch bevor sie gebaut wird.“
Kundenanforderungen besser lösen
Durch die virtuelle Inbetriebnahme kann Robot at Work die zunehmend komplexeren Anforderungen seiner Kunden heute einfacher erfüllen und sie beim effizienteren Betrieb ihrer Produktionsanlagen unterstützen. „Wir hatten gerade erst die Gelegenheit, eine Fabrik mit mehr als zwölf Zellen zu simulieren“, berichtet A. Tecchia. „Der Kunde wollte die Logistik auf fahrerlose Transportfahrzeuge umstellen und wir konnten ihm zeigen, dass er nur drei Viertel der ursprünglich geplanten Hallenfläche dafür braucht. Jetzt kann er seine Teile bei weniger Raumbedarf herstellen und deutlich effizienter arbeiten.“
„Da wir unseren kompletten Angebotsprozess verändert haben, heben wir uns jetzt von anderen Standard-Anlagenbauern auf dem Markt ab“, sagt Lorenzo Codini, Sachbearbeiter bei Robot at Work. „Unsere Kunden können vorab eine komplette Simulation ihrer Produktionslinie sehen, bevor sie sich verbindlich für die Investition und den tatsächlichen Bau der Anlage entscheiden. In Italien gibt es nicht viele Unternehmen, die so arbeiten. Das hat unseren Umgang mit neuen Projekten völlig verändert.“