Ein Etappenziel erreicht

Die hermetisch gekapselten und klimatisierten Schaltschränke befinden sich direkt oberhalb der Strangpresse

Bild 06: Die hermetisch gekapselten und klimatisierten Schaltschränke befinden sich direkt oberhalb der Strangpresse (Quelle: Martin Witzsch)

Die Investition von rund 100.000 € hat sich an dieser Stelle bereits gelohnt, wie D. Braun erfreut feststellt: „Ich wollte eine schlüsselfertige Lösung – und die hat uns Kühn geliefert. Auch Janitza war uns bereits bekannt. Damit waren wir viel ruhiger als mit unbekannten Komponenten. Das hat sich gelohnt: Seit der Inbetriebnahme im März hatten wir keine einzige defekte elektronische Komponente mehr.“ T. Kreutzer ergänzt: „Die Anlagenverfügbarkeit ist im Jahr 2021 bereits auf 83 % gestiegen mit Tendenz nach oben. Wir streben 90 % an.“

Um auch weiterhin die Netzqualität kontrollieren zu können, strukturiert D. Braun die Elektroinstallation Stück für Stück um und sorgt für die richtige Messtechnik. „Zukünftig bekommt jede neue Anlage ihr eigenes 400-V-Netz mit Trafo und NSHV“, beschreibt er die Planung. Die einzigen Verbindungen zu anderen Anlagenteilen sind dann die Kommunikation und das Massepotenzial. Zur Grundausstattung jedes dieser Inselnetze wird auch die Messtechnik gehören, um den Ist-Zustand der Anlage und mögliche Veränderungen schon in einem frühen Stadium zu erkennen. Bei der NSHV für die große Presse ist deshalb bereits dauerhaft ein UMG 512 von Janitza installiert. Dazu S. Thomi: „Mit einem fest eingebauten Messgerät am Netzeinspeisepunkt kann ich Oberschwingungen gut detektieren. Das ist sinnvoller, als wahllos das ganze Anlagenfeld zu bestücken. Janitza bietet eine Watchdog-Funktion, die Abweichungen vom EVU oder auch intern erkennt und meldet. Dann kann ich nachvollziehen, woher eine Störung kommt.“ Auch D. Braun profitiert unmittelbar: „Mit den Messgeräten erhalte ich zugleich eine Netzanalyse. Die kann ich selbst zwar noch nicht zu 100 % auswerten, aber ich weiß, wie das Netz aussehen muss, und wen ich informieren muss, wenn sich etwas ändert“, so sein vorläufiges Fazit.

Investition in Zukunftssicherheit und Klimaneutralität

Die Störungen hat Richter Aluminium also in den Griff bekommen. Für das Unternehmen war dies aber nur ein erster Schritt hin zu einem völlig neuen, klimafreundlichen Energiekonzept. Ein wichtiger Baustein dabei ist eine eigene PV-Anlage mit einer Größenordnung von 2,5 MW. Im Zusammenspiel mit einer weiteren Investition in einen hybriden Gas/Strom-Bolzenerwärmungsofen soll die PV Anlage genügend Leistung liefern, um sich einer CO2-neutralen Produktion anzunähern. Das ist mit selbst erzeugtem Strom wirtschaftlich realisierbar und bietet signifikante Wettbewerbsvorteile bei Unternehmen, die CO2-neutrale Produkte anbieten wollen, aber die eigenen Möglichkeiten hierfür ausgeschöpft haben.

Besonders bei Automobilzulieferer ist dieser Trend zu beobachten. Sie bevorzugen Zulieferer, die dies für ihre Produkte nachweisen können. Voraussetzung hierfür ist ein Lastmanagement, das bei Richter Aluminium auf Basis der Janitza Software GridVis etabliert werden soll. Dank der UMG-Messgeräte sind hierfür hardwareseitig bereits die Grundlagen geschaffen. D. Braun: „Die Kunden sehen inzwischen genau hin. Es genügt nicht mehr, sich das Label CO2-neutral durch den Bezug von grünem Strom oder Ausgleichsmaßnahmen, wie Baumpflanzungen irgendwo auf der Welt, zu verschaffen. Wir wollen das hier bei uns machen, für jeden sichtbar. Dazu wollen wir auch den Strom aus unserer PV-Anlage möglichst vollständig selbst verbrauchen.“ Zukünftig will das Unternehmen entsprechende Produktionsslots nutzen, in denen die Anlage vollelektrisch fährt. Damit soll es ab dem 2. Quartal 2024 möglich sein, bestimmten Kunden auf Wunsch klimaneutral gefertigte Produkte anzubieten.

Auch der Fuhrpark bei Richter Aluminium wird gerade klimaneutral. Die ersten vollelektrischen Fahrzeuge für den Vertrieb sind bestellt. Dafür ist ein gemanagtes System nötig, mit dem sich Fahrzeuge priorisieren lassen. Auch hierfür sind bereits die Grundlagen geschaffen, wie S. Morgenthaler erläutert: „Das Schöne an dem System von Janitza ist, dass sich E-Mobility einbinden lässt. Damit habe ich dann nicht nur einen Faustwert, dass ein bestimmter Fahrzeugtyp mit einer gewissen Leistung geladen wird, sondern das System sieht genau, was passiert. Dann kann ich festlegen, welche Fahrzeuge bevorzugt zu laden sind.“

Die richtige Technik für jeden Einsatzfall

Was mit dem Einsatz eines mobilen Messkoffers begann, führte zuletzt zu einem umfassenden Lastmanagement für eine grüne Produktion. Alle Beteiligten sind sich dabei einig, mit Janitza die richtige Wahl getroffen zu haben. D. Braun:„Ich brauche ausgereifte Technik, die auch noch nach Jahren gut betreut wird. Ich hatte vor Kurzem einmal ein paar defekte Messgeräte. Das war ein Anruf und ich habe als Ersatz die neueste Bauart installiert bekommen. Es ist mir wichtig, dass ich davon ausgehen kann, dass die Firma in zehn oder 15 Jahren noch existiert, und dass ich Support bekomme.“ Auch S. Morgenthaler ist zufrieden: „Es gibt interessante Lösungen, bei denen einfach der Zähler überwacht wird, um Verbräuche zu erfassen. Das ist für einen kleinen Handwerksbetrieb ok, aber hier brauch ich mehr. Ich will keine Kilowattstunden, sondern ich will wissen, was mein Netz macht, ich will Ströme, Frequenzen, Oberwellen usw. Damit kann ich arbeiten.“ S. Thomi ergänzt: „Mit Janitza habe ich eine richtig tolle, innovative Schmiede, die in Deutschland produziert. Und ich kriege meinen Support direkt ans Telefonohnelange Warteschleifen.“ So startet Richter Aluminium mit den besten Voraussetzungen in die Energiewende.

Literatur

  1. Richter Aluminium GmbH, Schutterwald: www.richter-aluminium.com
  2. Kühn Elektrotechnik GmbH, Karlsruhe: www.kuehn-elektrotechnik.de
  3. Janitza electronics GmbH, Lahnau: www.janitza.de 
  4. PQ Engineering Nosswitz GmbH, Otterfing: www.nosswitz.de
Dipl.-Phys. Martin Witzsch, freier Journalist in Erlangen im Auftrag der Janitza electronics GmbH.
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