Erhalt der Handlungsfähigkeit durch eigenständige Lösungsentwicklung

Schaltschrankbau

Bild 02: Workshop beim Schaltschrankbauer: Das Beratungsangebot Clipx Consulting legt die analytische Grundlage zur Erarbeitung maßgeschneiderter Lösungen für den Schaltschrankbau (Quelle: Phoenix Contact)

Schaltschrankbau

Bild 03: Das Assistenzsystem „Clipx Wire Assist“ unterstützt den Schaltschrankbauer bei der effizienten Leitervorbereitung und Verdrahtung (Quelle: Phoenix Contact)

Die Prozesse im Schaltschrankbau erweisen sich zumeist als arbeitsintensiv, Automation oder Materialfluss spielen kaum eine Rolle. Kaum vorhandene Skaleneffekte verstärken den aufkommenden Kostendruck und erhöhen die Komplexität. Verschlankung und Strukturierung auf Basis von Lean-Prinzipien ermöglichen jedoch die Reduktion von Komplexität und das Zurückerlangen von Handlungsfähigkeit aufgrund von Sichtbarmachung.

In der Praxis zeigen bereits einfache kostengünstige Methoden eine schnelle und deutliche Wirkung: Die Reduktion von Platzbedarf und von Verschwendung mittels 5S-Prinzipien sowie einfache im Card-Board-Engineering erstellte Fertigungshilfen können – richtig eingesetzt – schnell jährliche Kosteneinsparungen im fünfstelligen Bereich bewirken (Bild 2).

Einbindung eines Partnernetzwerks zum gemeinsamen Lernen

Vor diesen Herausforderungen stehen Unternehmen der Schaltschrankbaubranche nicht allein. Schließlich führt der anhaltende Digitalisierungs- und Automatisierungstrend nicht nur zu mehr Wachstum, sondern erhöht auch den Leidensdruck einer ganzen Branche, deren grundlegende Prozesse sich in den letzten drei Jahrzehnten kaum geändert haben. Partnernetzwerke, wie die Kooperation „Smart Engineering and Production“ (SEAP) der Unternehmen Rittal, Eplan und Phoenix Contact, bieten Schaltschrankbauern einen Zugang auf der Höhe der Zeit.

Nutzen vorhandener branchenspezifischer Lösungen

Neben vollständig individuell erstellten und eher einfachen Lösungen stehen inzwischen zahlreiche Lösungen bereit, mit denen sich „aus dem Katalog“ Prozesse optimieren lassen. Ein Beispiel hierfür ist die Verdrahtung, die mit rund 60 % aller anfallenden Prozesszeiten den größten Anteil im Schaltschrankbau ausmacht.

Basierend auf den Erkenntnissen bei Schaltschrankbauern sowie als Ergebnis eingehender Diskussionen mit Anwendern ist das Werkerassistenzsystem „Clipx Wire Assist“ entstanden (Bild 3). Der Werker wird dabei durch optimierte Ergonomie und zielgerichteten Informationsfluss bei der Vorbereitung von Leitern unterstützt und kann bestehende Geräte und Werkzeuge effizient einsetzen. Einsparpotenziale von über 40 % sind durchaus üblich und schaffen Freiraum für die Gestaltung und Umsetzung weiterer Verbesserungen. Aber auch Themen wie das automatisierte Beschriften der Schaltschrank- Komponenten oder die Assistenz bei der Montage von Schaltschrank- Modulen sind prototypisch im Einsatz und stehen der Branche zur Verfügung.

Eine gemeinsame Gestaltung derartiger Prozesse wirkt langfristig und bildet die Grundlage für weitere Aktivitäten im Hinblick auf das vereinbarte Zielbild. Zentraler Ansatz ist immer die enge Kombination von industriellen Methoden und Prinzipien mit dem spezifischen Branchenwissen der Anwender – und das gemeinsame Zielbild eben.

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