Die Restlebensdauer im Blick haben

Instandhaltungsservice ABB Ability

Bild 03: Beim zustandsbasierten Instandhaltungsservice ABB Ability Condition-Based Maintenance werden die Schlüsselkomponenten drehzahlgeregelter Antriebe kontinuierlich überwacht. (Quelle: ABB)

Betriebsverantwortliche interessieren sich darüber hinaus für die Restlebensdauer von Frequenzumrichtern. Mithilfe von Regelwartungsintervallen werden heutzutage die Restlebens­ dauer der meisten Geräte hinreichend ausgereizt – aber auch teuer erkauft. In vielen Fällen ist die äußere Einwirkung auf den Frequenzumrichter aber unplanbar oder so extrem, dass ein Standardwartungsplan nicht realisierbar ist.

Zum Beispiel wirkt bei einem Zementwerk eine extrem verschleißfördernde staubhaltige Luft auf die Komponenten der Geräte ein. Unter diesen Bedingungen können die Lüf­tereinlässe der Schaltschränke verstopfen oder die Schmie­ rung der Lüfterräder versiegt. In beiden Fällen steigt die Temperatur im Schaltschrank an, was zu Ausfällen elektri­scher Geräte im Inneren oder einzelner Komponenten der Frequenzumrichter, wie der Steuerkarten, führen kann. Die Folge ist, dass der Antrieb steht.

ABB Ability Condition­Based Maintenance (Bild 3), eine Option des vorher genannten ABB Ability Condition Monitoring, kann hier Abhilfe leisten. Dieser datenbasierte Instandhaltungsservice überwacht den Zustand drehzahlgeregelter Antriebe und berechnet die voraussichtlich verbleibende Lebensdauer der wesent­ lichen Verschleißteile. Die Software ermöglicht die frühzeitige Warnung vor un­gewöhnlichen Betriebsbedingungen, die zum vorzeitigen Ausfall eines Frequenz­ umrichters mit den entsprechenden Bauteilen führen könnten. Der Service eignet sich insbesondere für Geräte, die in kritischen Bereichen, beispielsweise in den Branchen Öl und Gas, Metall, Wasser und Abwasser sowie Zellstoff und Papier, zum Einsatz kommen. Denn gerade hier kommt es entscheidend darauf an, un­ geplante und kostspielige Anlagenstillstände zu verhindern.

In dem Beispiel des Zementwerks hilft ABB Ability Condition­-Based Mainte­nance, über Jahre hinweg den „wandernden“ Instandhaltungsbedarf für die Komponenten Lüfter, Kondensatoren oder Halbleiter digital mittels einer „Rest­ lebensdauer­Kurve“ darzustellen. Sollte die Umgebungssituation der elektrischen Komponenten dann eines Tages von Grund auf klimatisch verbessert werden, etwa durch Klimaanlagen in eigenen Schalthäusern, kann sich auch diese Kurve wieder verbessern. Kommen jedoch aus Kostengründen solche Investitionen zu kurz, fällt sie. Hat der Betreiber die Kurve mithilfe des ABB­-Service regelmäßig im Blick, kann er jedenfalls den Totalausfall seiner kritischsten Antriebe in allen Fällen definitiv verhindern und darüber hinaus über die künftige Dimensionie­ rung und Betriebspflege dieser wichtigen Geräte dazulernen.

Literatur

[1] ABB Automation Products GmbH, Ladenburg: www.abb.de 

Tobias Schmidt, ABB Automation Products GmbH
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