Für Tanja Waglöhner basiert der Erfolg der aaa auf der „Atmosphäre, in der Austausch einfach passiert: zwischen Besuchern und Ausstellern – aber auch ganz stark unter Branchenkollegen

Bild 01: Für Tanja Waglöhner basiert der Erfolg der aaa auf der „Atmosphäre, in der Austausch einfach passiert: zwischen Besuchern und Ausstellern – aber auch ganz stark unter Branchenkollegen (Quelle: Easyfairs)

In Berlin fand Ende Januar die erste aaa statt. Sind Sie zufrieden?

T. Waglöhner: Sogar mehr als zufrieden. Ich habe inzwischen über 40 aaa miterlebt – und die Berlin-Premiere war ganz klar unter den Top 5. Die Energie und die Freude über diesen neuen Automatisierungstreffpunkt für Berlin und Brandenburg waren über beide Tage hinweg spürbar. Um es mit den Worten des Staatssekretärs zu sagen, der die Messe in der Station Berlin eröffnet hat: „Die Station bebt.“

Welche Eindrücke haben Sie von der Messe mitgebracht?

T. Waglöhner: Das Konzept der all about automation versteht man am besten, wenn man es live erlebt. Die Location in Berlin war dafür wirklich perfekt. Der alte Postbahnhof verbindet historischen Charme mit Technik von morgen. Das schafft eine Atmosphäre, in der Austausch einfach passiert: zwischen Besuchern und Ausstellern – aber auch ganz stark unter Branchenkollegen.

Vor zwölf Jahren fand die erste aaa in Friedrichshafen statt. Was war damals der Grund für den Aufbau einer neuen Messe?

T. Waglöhner: Wir wollten ein Messeformat schaffen, das die Leitmessen nicht kopiert, sondern sinnvoll ergänzt – und zwar ganz bewusst als Plattform für den Regionalvertrieb. Der Fokus lag auf Regionen mit starken Industrieclustern, die von den großen Messeplätzen der Automatisierungsbranche vergleichsweise weit entfernt sind. Und gleichzeitig sollte das Konzept für Aussteller einfach zu handhaben sein – mit überschaubaren Kosten und ohne riesigen organisatorischen Aufwand.

Und dieses Konzept hat nach wie vor Erfolg?

T. Waglöhner: Ja, das zeigen unsere Entwicklungszahlen ziemlich deutlich. Wir sind dem Grundkonzept über die Jahre treu geblieben und setzen es an allen Standorten konsequent um. Mir ist aber wichtig zu betonen: Das Konzept der aaa bedient nicht alle Messeziele. Wir bieten keine Internationalität, wir sind nicht die Bühne für das komplette Produktportfolio, wir sind nicht der Ort für Wirtschaftspolitik oder große CEO-Treffen. Wir konzentrieren uns bewusst auf das, was wir richtig gut können: eine regional verankerte Fachvertriebsmesse – kompakt, relevant und kompetent.

Ein Geheimnis des aaa-Erfolgs lautet einheitlicher Systemstandbau. Was ist darunter zu verstehen, und wieso haben Sie sich dafür entschieden?

T. Waglöhner: Alle Aussteller präsentieren sich in einem vergleichbaren Rahmen – sowohl beim Standbaukonzept als auch bei den Standgrößen. Das sorgt dafür, dass alle auf Augenhöhe agieren. Für Besucher ist das extrem hilfreich, weil der Blick automatisch auf den Inhalt geht: Lösungen, Anwendungen, Gespräche. Und für Aussteller macht es die Teilnahme deutlich einfacher – und ich würde behaupten auch entspannter, weil man gar nicht erst versucht wird in die „höher, schneller, weiter“-Spirale zu rutschen. Wir begrenzen bewusst die Möglichkeiten, viel Geld in Standbau und Showeffekte zu stecken und fördern stattdessen den direkten Austausch.

Im letzten Jahr zogen die regionalen Treffpunkte über 23 000 Fachbesucher an. Wie kommt dieser kontinuierliche Besucherzuwachs der aaa zustande, wo die Automatisierungsbranche nun schon seit längerem wirtschaftlich zu kämpfen hat?

T. Waglöhner: Weil das Format extrem effizient ist. Der Besucher fährt morgens eine Stunde zur aaa, ist fünf Stunden auf der Messe und fährt danach wieder eine Stunde zurück – alles an einem Arbeitstag und nahezu ohne Reise kosten. Das passt in den Alltag. Und dann kommt etwas dazu, das kein Teams-Call ersetzen kann: persönlicher Kontakt, echtes „anfassen“, spontan ins Gespräch kommen, Dinge direkt einordnen. Gerade bei komplexen Lösungen ist das Gold wert. Und ganz ehrlich: Von einem guten Messebesuch sollte man mit mehr Erkenntnissen, Ideen und Kontakten nach Hause gehen, als man vorher geplant hatte.

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