Praktisch erprobt im Seilbahnbereich

Wandmontage eines MCO-IP69k-Sets mit Montagewinkel

Bild 02: Wandmontage eines MCO-IP69k-Sets mit Montagewinkel (Quelle: Metz Connect)

 Schutzgehäuse entlang der gesamten Fahrstrecke einer autonom fahrenden Standseilbahn

Bild 03: Schutzgehäuse entlang der gesamten Fahrstrecke einer autonom fahrenden Standseilbahn (Quelle: Metz Connect)

Eine spezielle Außenanwendung wurde im Kochertal in Baden-Württemberg realisiert (Bild 3). Hier verbindet eine Standseilbahn den Bahnhof in der Innenstadt mit dem höher gelegenen Neubaugebiet. Da sie mit einer Geschwindigkeit von 8 m/s vollkommen autark fährt, muss sie höchste Sicherheitsstandards erfüllen. Die gesamte 1 034 m lange Strecke wird mittels IP-Kameras und weiteren Sicherheitssystemen überwacht. Zusätzlich ist die gesamte Strecke mit WLAN Access Points abgedeckt. Der Betreiber entschied sich nach einer Testinstallation, auf der gesamten Strecke die herkömmlichen Outdoor-Muffen und Verteilerdosen f lächendeckend durch MCO-IP69k-Gehäuse zu ersetzen. Bislang wurden etwa 50 Gehäuse erfolgreich an der Standseilbahn montiert.

Insgesamt stehen dem Anwender mehrere Schutzgehäuse-Varianten zur Verfügung. Sie decken die freie Verlegung sowie die Montage an Wand, Hutschiene und Befestigungsmast ab. Es lassen sich im Bedarfsfall auch Wand- bzw. Gehäusedurchführungen realisieren. Dank der Adapterplatten sind viele Kombinationsmöglichkeiten mit Steckern und Modulen möglich: Von RJ45 über M12 und USB bis hin zu Glasfaserverbindungen können alle modernen Datennetzwerk-Schnittstellen vor Umwelteinflüssen geschützt werden.

Zudem gibt es eine geteilte Dichtung für Patchkabel, um bereits vorkonfektionierte Steckverbindungen zu schützen. Damit können Patchkabel-Verbindungen geschützt werden, ohne zuvor den angeschlossenen RJ45-Stecker abtrennen zu müssen. Zu beachten ist, dass diese Lösung die Schutzart von IP69k auf IP66 reduziert und ihr Einsatz entsprechend zu prüfen ist.

Prüfungen bestanden

Das MCO-IP69k-Gehäuse wurde hinsichtlich der IP-Schutzarten IP6x, IPx6, IPx7 und IPx9k geprüft und zertifiziert. Somit deckt es viele Einsatzgebiete im Außenbereich ab. Die erste Kennziffer (IP6x) zeigt an, dass das Gehäuse staubdicht ist (Tabelle in Metz ). Die zweite Kennziffer steht für den Schutz vor starkem Strahlwasser. Das bedeutet, dass das Gehäuse Reinigungen mit einem normalen Gartenschlauch standhält (Tabelle in Bild 5). Die IPx7-Prüfung sorgt für den Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. Gemäß IEC 60529 bedeutet dies ein 30-minütiges Bad bei einem Meter Tiefe. Die IPx9k-Prüfkriterien nach ISO 20653 sind hinsichtlich des Wasserschutzes am strengsten: Die Gehäuse müssen einem mindestens 80 °C heißem Wasserstrahl mit einem Druck bis 100 bar standhalten.

Wie erwähnt, decken IP-Schutzarten bei weitem nicht alle möglichen Anforderungen im Außenbereich ab. Dementsprechend wurde der MCO IP69k von Metz Connect noch weiteren Prüfungen unterzogen, unter anderem gemäß IEC 60068-2. Das flexibel anwendbare Schutzgehäuse ist staub- und wasserdicht, beständig gegen Ozon und UV-Strahlung. Er ist standhaft gegenüber Hochdruckstrahl-Reinigungen, hohen Temperaturen und starken Vibrationen. Aufgrund der zwei unterschiedlichen Dichtungspaare, die im Lieferumfang enthalten sind, können DNT-Leitungen mit einem Durchmesser zwischen 4,5 mm und 15 mm aufgenommen werden.

Fazit

Im Rahmen zunehmender Digitalisierung werden immer mehr DNT-Komponenten in Außenbereichen eingesetzt. Der Schutz der Anschlüsse ist unverzichtbar und hängt stark von den Gegebenheiten des Anwendungsumfelds ab. Häufig kommen Schutzgehäuse zum Einsatz. Hier ist zu beachten, dass diese hohe IP-Schutzarten unterstützen und gegebenenfalls weitere Prüfungen, zum Beispiel hinsichtlich Schock, Vibration oder Korrosionsbeständigkeit notwendig sind, um eine zuverlässige Datenverbindung gewährleisten zu können. Metz Connect bietet mit dem MCO IP69k eine Lösung, die vielseitig eingesetzt werden kann, da sie allen üblichen Anforderungen eines Außeneinsatzes entspricht und für die verschiedensten Kabelkonfektionen im DNT-Bereich konzipiert wurde.

Literatur

  1. DIN EN 60529:2014-09 (VDE 0470-1:2014-09) Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code). Berlin · Offenbach: VDE VERLAG
  2. ISO 20653:2023-08 Straßenfahrzeuge – Schutzarten (IP-Code) – Schutz der elektrischen Ausrüstung gegen Fremdkörper, Wasser und Berühren. Berlin: Beuth
  3. IEC 60068-2:2024 Environmental testing – Part 2: Tests. Genf/ Schweiz: Bureau Central de la Commission Electrotechnique Internationale
  4. Metz Connect, Blumberg: www.metz-connect.com 

 

Fabio Fuoco ist als Junior Produktmanager für die Metz Connect GmbH in Blumberg tätig.
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