Schaltschrankbau in der Industrie

Schaltschrankbau in der Industrie (Quelle: www. stock.adobe.com _industrieblick_ 81092855)

Es ist eine zentrale Aufgabe für den deutschen Schaltschrankbau, wettbewerbsfähig zu bleiben und alle erforderlichen Schritte dafür zu unternehmen“, betont Stephan Volgmann, Geschäftsführer der Phoenix Contact Deutschland GmbH. Er hebt hervor, dass ein starker Schaltschrankbau zur Kernkompetenz der deutschen Wirtschaft gehört und daher Themen, Prozesse, Technologien und Werkzeuge kontinuierlich überprüft werden müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Digitales Umdenken gefordert

Die Digitalisierung hat den Schaltschrankbau längst erobert und zwingt diesen zum digitalen Umdenken. Digitalisierung heißt Veränderung – ein Prozess mit Konsequenzen und das gilt auch im Schaltschrankbau. „Die Digitalisierung hat heute schon Einzug in alle Arbeitsprozesse im Schaltschrankbau gehalten und begleitet uns in der gesamten Wertschöpfungskette“, ist sich Andreas Rossa, Executive Vice President für die Business Area Industrial Components and Electronics bei Phoenix Contact, sicher. „Die Nutzung standardisierter Daten, beispielsweise für Digital Twins, ermöglicht die Automatisierung von Prozessen und steigert die Effizienz. Daher müssen alle Arbeitsprozesse im Schaltschrankbau verstärkt auf die Digitalisierung ausgerichtet sein.“

Laut Andreas Matthe, CEO der Business Unit Electrical Products bei Siemens Smart Infrastructure, wird der Schaltschrankbau immer komplexer, da die Anforderungen wachsen und Geräte multifunktional werden. Die Themen Digitalisierung und Kommunikation gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Gleichzeitig bleiben bestehende Anforderungen, wie optimale Verdrahtungswege und zeitsparende Montage, relevant. A. Matthe ist überzeugt, dass digitale Tools und Software den Schaltschrankbau in diesen Bereichen unterstützen müssen.

Siemens bietet effiziente und durchgängige Planungstools für die Schaltschrankplanung und -fertigung, darunter Simaris Design und die Software Control Panel Design im TIA Selection tool. Diese Softwaretools unterstützen bei der Geräteauswahl und -dimensionierung, erstellen Stücklisten und ermöglichen eine normenkonforme Dokumentation. A. Matthe erklärt dazu: „Unsere Software unterstützt Konstrukteure bei der Berücksichtigung der vorgeschriebenen Normen für die jeweiligen Einsatzmärkte. Auch bei der Auswahl und Dimensionierung von Schaltgeräten, des passenden Zubehörs oder der Nachweisführung zum Kurzschlussnachweis. In wenigen Schritten erstellen Sie am Ende des Projekts eine umfangreiche, normenkonforme Dokumentation inklusive der technischen Daten und Berechnungen“. Die Ergebnisse können in andere Tools oder weiterführende E-CAD-Systeme wie Eplan übertragen werden.

Norman Südekum, Vice President bei Wago und verantwortlich für das Branchen- und Key-Account-Management Industries und Infrastructure, betont, dass auch Wago die gesamte Kette der Wertschöpfung des Schaltschrankbaus abdeckt und begleitet. Dies startet beim Engineering mit dem Erfordernis der Digitalisierung. „Wir stellen die Artikeldaten elektronisch in allen gängigen Formaten zur Verfügung“, so der Wago-Manager. „Für den Fertigungsprozess werden Label-Daten generiert. Und wir sind dabei, den Prozess mit Maschinen und Halbautomaten zu unterstützen.“

Für ihn muss auch das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachtet werden. „Wir müssen die sieben Arten der Verschwendung nach dem Muda-Prinzip betrachten und unsere Kunden dabei unterstützen, die vorhandenen Potenziale zu heben.“

Besonders kleine und mittelständische Schaltschrankbauer haben möglicherweise noch Schwierigkeiten mit der Digitalisierung. N. Südekum betont das Engagement von Wago, diese Unternehmen zu unterstützen: „Die kleinen Unternehmen liegen uns besonders am Herzen, denn die können viel Variabilität auch für ihre Endkunden erzeugen. Wir unterstützen bei den vielen unterschiedlichen Datenformaten und ermöglichen den Einstieg in die Welt der Digitalisierung.“ Zum Beispiel stellt das Unternehmen Online-Produktkonfiguratoren zur Verfügung, wie den Smart Designer, sowie Datenformate für verschiedene CAE-Systeme. „Wir halten damit die Einstiegshürde für unsere Kunden in effiziente Prozesse mit durchgängig elektronischen Daten gering“, so der Wago-Manager.

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