Dezentrale Intelligenz für hohe Flexibilität

Wago-Lösungen für die Digitalisierung

Wago-Lösungen für die Digitalisierung (Quelle: Wago)

Dezentrale Intelligenz schafft die Voraussetzung für die modulbasierte Produktion in der Prozessindustrie. Sie leistet dabei einen wichtigen Beitrag für höhere Flexibilität. Die Prozessindustrie kann die dezentrale Intelligenz für einen Wandel hin zu flexibleren Architekturen der Anlagen nutzen. Die Errichtungs- und auch die Umbauzeiten der Anlagen verkürzen sich signifikant. Bei der modularen Architektur werden verfahrenstechnische Funktionen in einer Baueinheit gekapselt und die Anlage aus Einzelbausteinen im Baukasten-Prinzip aufgebaut. Genannt wird das in der Prozessindustrie Modul Type Package (MTP) zur Beschreibung von Modulen.

Die Anforderungen für die modulare Automation wurden von einem in 2012 gegründeten Namur-Arbeitskreis definiert. Wago stellte 2014 das Dima-Konzept inklusive der Begriffsbezeichnung MTP vor. „Mit Dima haben wir unser Konzept der Namur für eine flexible chemische Produktion der Zukunft präsentiert“, macht U. Hempen deutlich. „Wir sind sozusagen mit Dima gestartet und freuen uns, dass unser Konzept in MTP aufgegangen ist. Wir nutzen die Technologie und treiben diese weiter voran.“

„MTP wird längst in Anwendungen eingesetzt“, so U. Hempen weiter. „MTP macht Digitalisierung greifbar. Die dezentrale Intelligenz verringert den Integrationsaufwand“, fügt L. Dökel an. U. Hempen weiter: „Wir setzen seit zwei Jahren Projekte um – immer erfolgreicher. Anfangs waren es Piloten, heute bereits echte Produktivanwendungen, von denen die Anwender profitieren.“ Insbesondere Betreiber sind schon sehr weit mit der Umsetzung; die Anlagenbauer haben zum Teil noch Nachholbedarf. „Mehr und mehr nehmen sich die Modulbauer dem Thema an – nicht zuletzt auch, da das Thema in der Standardisierung zunehmend Fuß fasst.“

„Anwender-Know-how zum Beispiel für Services wie Rühren und Mischen wird mit den Modulen in der Software gekapselt“, setzt L. Dökel fort. „Mit den Modulen lassen sich erheblich Integrations- und Engineeringaufwand sparen.“ Laut den Wago-Experten ermöglicht MTP eine hohe Flexibilität: „Nicht nur, wenn Module getauscht werden, selbst SaaS oder andere Dienstleistungsmodelle werden damit in der Prozessindustrie möglich“, teilt er mit. „Aufgrund der vielfältigen Vorteile haben wir für unser MTP-Angebot alles umgesetzt, was bisher entsprechend der VDI/VDE/ Namur 2658 standardisiert wurde, zum Beispiel hinsichtlich der Visualisierung und der Variablenspezifikation. Auch die Services werden wir umsetzen, sodass Kunden mit uns immer auf den aktuellsten und freigegebenen Stand des Standards zurückgreifen können.“ Wago hält sich nicht zuletzt aus dem Grund sehr eng an den Standard, da das Unternehmen über kein Prozessleitsystem als Orchestrierungsinstanz im Programm hat und damit neutral maximale Offenheit gewährleisten kann.

Mit dem Digitalen Zwilling in die Zukunft

Mit der Wago-Technologie wird auch die Realisierung des Digitalen Zwillings unterstützt. „Wir adaptieren die realen Maschinen und Anlagen der Produktion in die virtuelle Welt“, erklärt U. Hempen. „Die Maschineneinheiten werden digital sichtbar und digital vergleichbar.“ Dies bietet große Vorteile für den Einsatz dezentraler Intelligenz zum Beispiel in der Prozessindustrie. „Mit dem Digital Engineering können die Prozessanlagen simuliert werden“, sagt L. Dökel. Für ihn eröffnen sich so neue Möglichkeiten: Als Beispiel nennt er Operations as a Service. Sicher reichen viele Ideen noch in die Zukunft. Aber es ist wichtig, bereits heute dafür die richtigen Grundsteine zu legen.

Literatur

  1. Wago Kontakttechnik GmbH & Co. KG, Minden.
Ronald Heinze
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