Integrierte Lösungen vereinfachen die Umrüstung

Detaildarstellung mehrerer Lasttrennschalter mit Sicherungen (Sasil plus) mit vollintegrierter Messelektronik. Diese werden über RJ45-Leitungen in die Busstruktur eingebunden und senden Daten an das Gateway (PL-Vario II Net). Von dort aus  fließen diese an ein übergeordnetes  Leitsystem.

Bild 02: Detaildarstellung mehrerer Lasttrennschalter mit Sicherungen (Sasil plus) mit vollintegrierter Messelektronik. Diese werden über RJ45-Leitungen in die Busstruktur eingebunden und senden Daten an das Gateway (PL-Vario II Net). Von dort aus fließen diese an ein übergeordnetes Leitsystem. (Quelle: Jean Müller)

Das Gateway PL-Vario II Net von Jean Müller ist ein leistungsstarker Datensammler, der dank Embedded-Website die Konfiguration der passenden Messelektronik wie PL Plano erheblich erleichtert. Die integrierte Visualisierung der Messwerte und automatisierte Berichterstellung sind zwei der vielen Vorteile dieser Lösung.

Bild 03: Das Gateway PL-Vario II Net von Jean Müller ist ein leistungsstarker Datensammler, der dank Embedded-Website die Konfiguration der passenden Messelektronik wie PL Plano erheblich erleichtert. Die integrierte Visualisierung der Messwerte und automatisierte Berichterstellung sind zwei der vielen Vorteile dieser Lösung. (Quelle: Jean Müller)

PL Plano – kleine Lösung für einen  großen Digitalisierungssprung

PL Plano – kleine Lösung für einen großen Digitalisierungssprung (Quelle: Jean Müller)

Auch wenn heute noch nicht alle der Informationen – zum Beispiel Power Quality – relevant sind, können sich die Ansprüche in einigen Jahren ändern, denn mit der Zunahme der angeschlossenen Verbraucher- und Einspeiseleistung steigt auch das Risiko der „Netzverschmutzung“. Daher liefern viele moderne Komponenten eine Vielzahl unterschiedlicher Messwerte, beispielsweise die bedienerunabhängig schaltenden Lasttrennschalter mit Sicherungen „Sasil plus“ von Jean Müller für Niederspannungshauptverteilungen in Gebäuden bzw. ihr Pendant, die bedienerabhängig schaltenden Sicherungslasttrennschalter für Netzbetreiber (Bilder 1 und 2). Beide verfügen über eine integrierte Sensorik und Messtechnik und sind diesbezüglich ähnlich ausgestattet.

Die kompakten Geräte haben folgende Merkmale:

  • Schaltstellungsanzeige,
  • Sicherungsüberwachung,
  • Grenzwertbildung und -überwachung,
  • Erfassung der Spannungs- und Stromkanäle,
  • Messen des Leistungsfaktors, der Wirk-, Blind- und Scheinleistung,
  • Frequenz, Oberschwingungen und Klirrfaktor messen,
  • einfache Verkabelung über RJ45- oder USB-C-Anschlüsse sowie
  • Bustechnologie.

Sowohl die Lasttrennschalter mit Sicherung als auch die Sicherungslasttrennschalter erlauben dank des hohen Integrationsgrads auch bei beengten Platzverhältnissen ein Umrüsten auf die digitalisierte Technik. Ein weiterer Vorzug der Integration sind die werksseitige Vorverdrahtung und entsprechend einfache, sichere Inbetriebnahme. Durch das Nutzen marktüblicher Bussysteme lassen sich Geräte verschiedener Anbieter in einer Anlage kombinieren und die Messwerte gesammelt an die Leitstelle übermitteln.

Vorsorgen statt nachrüsten

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Komplexität im Netzbetrieb steigt und immer mehr auf die Mittel- und Niederspannungsebene durchschlägt. Da Netzkomponenten typischerweise für Jahrzehnte im Einsatz sind, bedeutet die Anschaffung von Komponenten mit einer umfassenden integrierten Messtechnik, Vorsorge für künftige Anforderungen zu betreiben. Wer heute nur die nötigste Messtechnik installiert, um die derzeitigen Mindestansprüche zu bedienen, ist in einigen Jahren vielleicht mancherorts zu Nachrüstungen gezwungen.

Kritische und wichtige Verteilungen im Fokus

Sicher ist es nicht nötig, das Gros der Verteilungen mit dem technisch Machbaren auszurüsten. Aber dort, wo eine hohe Netzbelastung herrscht (oder erwartet wird) oder aufgrund des Alters der Komponenten ohnehin eine Ersatzinvestition ansteht, kann sich der Einsatz integrierter Lösungen lohnen. Umfassend digitalisierte Stationen geben die Gelegenheit, sich mit den Möglichkeiten der neuen Technik zu beschäftigen und die Erfahrungen in die Digitalisierungsstrategie einfließen zu lassen. Diese messtechnisch gut ausgestatteten Verteilungen bieten außerdem die Gelegenheit, das Einspeise- und Verbrauchsverhalten näher zu analysieren und die gewonnenen Erkenntnisse für die Netz(ausbau)planung anderer Netzabschnitte zu nutzen.

PL Plano – kleine Lösung für einen großen Digitalisierungssprung

Bei PL Plano von Jean Müller handelt es sich um ein intelligentes Energie-Monitoring-Modul für NH-Sicherungslastschaltleisten, das sich wegen der geringen Bauhöhe von 5 mm in den meisten Ortsnetzstationen, Kabelverteilerschränken oder Niederspannungsverteilungen unterbringen lässt. Aufgrund der bereits vorbereiteten Lastschaltleisten mit integrierten Stromwandlern und Spannungsabgriffen ist PL Plano mit geringem Verdrahtungsaufwand anzuschließen. Leicht von der Hand gehen auch die Adressierung im Bus und die Konfiguration am PC.

PL Plano liefert Netzbetreibern ein hohes Maß an Transparenz, denn erhoben werden die Ströme, Spannungen (L-L, L-N), der Leistungsfaktor, die Wirk-, Blind- und Scheinleistung sowie die Blind- und Wirkarbeit. PL Plano ist mit Modbus RTU erhältlich oder mit einem internen Bussystem. Letzteres ermöglicht einen erweiterten Funktionsumfang, wie Ereigniserkennung und Grenzwertüberwachung, sowie die Einbindung von deutlich mehr PL-Plano-Leisten (bis zu 63) über das PL-Vario-System von Jean Müller (Bild 3). Durch die Verwendung des internen Buses vereinfacht sich die Inbetriebnahme erheblich, da die Integration per Plug-and-play funktioniert.

Literatur

  1. Jean Müller GmbH Elektrotechnische Fabrik, Eltville am Rhein: www.jeanmueller.de 

 

Dorian Müller ist Produktmanager für Elektronik bei der Jean Müller GmbH Elektrotechnische Fabrik in Eltville am Rhein.
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