Optimierung von Blitzschutzsystemen

Abbild Betrachtung

Bild 9: Betrachtung (Quelle: DACH)

Abbild Betonsockeln

Bild 10: Betonsockeln (Quelle: DACH)

Neben der dem Stand der Technik entsprechenden Dimensionierung von Fangeinrichtungen bietet auch die exakte Windlastbetrachtung Vorteile. Die Firma Dehn + Söhne weißt zukünftig für ihre Produkte die jeweilige maximale Böenwindgeschwindigkeit aus. Das erleichtert es beispielsweise bei frei stehenden Fangeinrichtungen das notwendige Sockelgewicht in Abhängigkeit der Standortparameter zu bestimmen. Dadurch erhält man neben einer statischen Sicherheit auch eine mögliche Reduzierung der Dachlast. Beispielsweise kann eine frei stehende, 4,5 m hohe Fangstange mit klappbarem Dreibeinstativ, zum Schutz von Dachaufbauten, mit drei, sechs sowie neun Betonsockeln errichtet werden. Die Betonsockel werden an einem Dreibeinstativ mit einem Radius von 560 mm einzeln oder gestapelt befestigt/gekeilt. Die unterschiedliche Anzahl an Betonsockeln führt zu verschiedenen Gegenmomenten, während die Biegespannung in der Fangstange gleichbleibend ist. Aufgrund der Basisparameter ergeben sich folgende maximalen Böenwindgeschwindigkeiten:
•Fangstange mit drei Betonsockeln à 17 kg: maximale Böenwindgeschwindigkeit 124 km/h
•Fangstange mit sechs Betonsockeln à 17 kg: maximale Böenwindgeschwindigkeit 167 km/h
•Fangstange mit neun Betonsockeln à 17 kg: maximale Böenwindgeschwindigkeit 188 km/h
Soll nun beispielsweise eine Fangstange auf einem Gebäude mit den Parametern Gebäudehöhe: 10 m, Standort: Windzone 1 und Geländekategorie III: Vorstadtgebiet, errichtet werden, ergibt sich eine maximale Böenwindgeschwindigkeit von 103 km/h. Somit sind für die Errichtung der Fangstange drei Betonsockel à 17 kg ausreichend (Bild 10). Errichtet man nun die gleiche frei stehende Fangstange im Küstenbereich, bräuchte man jedoch neun Betonsockel à 17 kg zur Befestigung. Schließlich ergäbe sich aus der Windzone 4 und der Geländekategorie I bei gleichbleibender Gebäudehöhe (10 m) eine maximale Böenwindgeschwindigkeit von 174 km/h.

Fazit

Dehn bietet seit 1. Januar 2015 in seinem neuen Produktkatalog eine einfache Möglichkeit, schnell und zielführend Fangeinrichtungen entsprechend den Einsatzbedingungen auszuwählen. Die spezifische ortsabhängige Betrachtungsweise der Windlasten ermöglicht die Planung und Errichtung von windlasttechnisch optimierten Blitzschutzsystemen nach dem Stand der Technik. Bei der Betrachtung der Windlast nach Eurocode ergeben sich je nach Geländekategorie, Windzone und Objekthöhe, in der Praxis für den Planer und Errichter reduzierte Anforderungen für Material und Montageaufwand. Gerade bei Geländekategorien III oder IV und Gebäuden mit geringer Höhe, welche in der Praxis häufig vorkommen, kann der neu anzuwendende Eurocode hinsichtlich des Preises und/oder Gewichts zu optimierten Lösungen führen. Der Materialeinsatz und der Montageaufwand kann sich somit reduzieren.

Der Beitrag als pdf

Christian Braun, Jürgen Kürzinger
6 / 6

Ähnliche Beiträge