Weniger kann mehr sein
Passen die genannten Eigenschaften ins Anwender- bzw. Applikationsprofil (räumlich und im übertragenen Sinn), dann ist keine elektronische Sicherheitszuhaltung notwendig, sondern der elektromechanische AZM150 völlig ausreichend. Ausschlusskriterien sind allerdings sowohl ein erforderliches Performance Level von PL e/Kategorie 4 als auch der Wunsch nach einer Anbindung an sicherheitsgerichtete Bus systeme (ASi Safety at Work).
Wer diese Eigenschaften benötigt, findet im Programm der elektronischen Sicherheitszuhaltungen die richtige Lösung, wie zum Beispiel den AZM40. Er ist nochmals kompakter, hat aufgrund der integrierten Elektronik allerdings auch einen höheren Preis.
Einfache Ansteuerung über Stillstandswächter
Zu jeder Sicherheitszuhaltung gehört eine Auswerteeinheit. Hier haben sich unter anderem Stillstandswächter durchgesetzt, die bedarfsgerecht das Signal zur Entriegelung geben. Ein gut zum AZM150 passendes Modell ist der SSW 303HV. Der universell einsetzbare sichere Stillstandswächter arbeitet sensorlos. Das heißt: Der Konstrukteur der Maschine muss nicht in die Umgebungskonstruktion eingreifen. Der Sicherheitsbaustein wird direkt an einen Dreiphasen-Drehstrommotor angeschlossen und misst die Frequenz der induzierten Spannung – bei Motornennspannungen bis 690 V. Die Freigabefelder schließen, sobald der Motor stillsteht.
Nicht nur für die Arbeitssicherheit
Der AZM150 eignet sich für ein breites Anwendungsspektrum, zu dem auch Verpackungsmaschinen mit bis zu 20 Schutztüren zählen. Hier profitiert der Anwender besonders von den im Vergleich zu elektronischen Sicherheitszuhaltungen niedrigeren Kosten und von der Flexibilität, die der werkzeuglos drehbare Betätigerkopf bietet (Bild 3).
Bei einigen Anwendungen ist nicht die Maschinensicherheit der Grund für den Einsatz des AZM150, sondern die Prozesssicherheit. Das heißt: Es ist keine gefährliche Nachlaufbewegung zu erwarten. Vielmehr soll verhindert werden, dass der Bediener durch Öffnen der Schutztür den Prozess unterbricht. Unter Umständen kann das nämlich aufwendige Maßnahmen, wie das Rücksetzen auf Null, Kalibrieren, Herunterfallen von Produktionsgütern durch abruptes Anhalten usw., nach sich ziehen, um den Prozess zum Wiederanlauf zu bringen. Für diese Fälle ist der AZM150 mit Arbeits- statt Ruhestromprinzip lieferbar.
Viele Verbesserungen im Detail
Aktuell führt Schmersal die überarbeitete Version des AZM150 im Markt ein. Diese unterscheidet sich durch zahlreiche konstruktive Verbesserungen von der Vorgängerversion. Für die nahe Zukunft ist eine Erweiterung des Programms und des Zubehörs dieser universell einsetzbaren elektromechanischen Sicherheitszuhaltung geplant.
Literatur
- K.A. Schmersal GmbH & Co. KG, Wuppertal: www.schmersam.com
- DIN EN ISO 14119:2014-03 Sicherheit von Maschinen – Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen – Leitsätze für Gestaltung und Auswahl. Berlin: DIN Media

