Matthias Altendorf, CEO von Endress+Hauser betont: „Wir haben 70 Jahre lang alles dafür getan, eine gute Zukunft zu haben – und das werden wir auch weiter tun." (Bild: Endress+Hauser)

Matthias Altendorf, CEO von Endress+Hauser betont: „Wir haben 70 Jahre lang alles dafür getan, eine gute Zukunft zu haben – und das werden wir auch weiter tun." (Bild: Endress+Hauser)

Der Nettoumsatz der Endress+Hauser-Gruppe stieg 2022 um 16,4 % auf 3,351 Mrd. €. Das organische Wachstum – ohne Währungseinflüsse – bezifferte CFO Dr. Luc Schultheiss mit 11,6 %. Das Unternehmen lieferte weltweit mehr als 2,9 Mio. Messgeräte mit hoher Termintreue aus. „Endress+Hauser hat über Jahre leistungsfähige Produktions- und Logistiknetzwerke aufgebaut; mit unseren Lieferanten pflegen wir langfristige Beziehungen“, betonte Matthias Altendorf.

Alle Branchen und Regionen trugen zum guten Wachstum bei. In Amerika und Asien entwickelten sich die Verkäufe dynamisch, in Europa und Nahost stark, nur in Afrika ging das Geschäft zurück. China behauptete sich als umsatzstärkster Markt vor den USA, beide inzwischen mit deutlichem Abstand zu Deutschland, der Nummer drei. Die Prozessmesstechnik von Endress+Hauser und das Sensorgeschäft der Gruppenfirma Innovative Sensor Technology IST entwickelten sich kräftig. Wie erwartet, ging nach Ende der Pandemie die Nachfrage nach Laborinstrumentierung von Analytik Jena etwas zurück.

Starkes operatives Ergebnis

Währungseinflüsse und Preiserhöhungen beflügelten den Umsatz der Firmengruppe, belasteten aber das Ergebnis. Weil der betriebliche Aufwand stärker stieg als der Umsatz, wuchs das Betriebsergebnis lediglich um 9,1 % auf 473,7 Mio. €. Endress+Hauser erreichte damit eine operative Marge von 14,1 % – ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr, „aber ein sehr respektabler Wert“, so Finanzchef Luc Schultheiss.

Gestiegene Kosten für die Währungsabsicherung und vor allem hohe Verluste aus den Finanzanlagen resultierten in einem stark negativen Finanzergebnis. Das Ergebnis vor Steuern ging um 12,0 % auf 408,1 Mio. € zurück. Eine Steuerquote von 25,6 % (plus 2,5 Punkte) ließ das Ergebnis nach Steuern um 14,9 % auf 303,5 Mio. € sinken. Finanziell steht das Familienunternehmen dennoch solide da: 2022 erreichte die Eigenkapitalquote 80,2 %, 1,1 Punkte mehr als im Vorjahr; die Firmengruppe ist praktisch schuldenfrei.

Zuversicht für Jubiläumsjahr

Weil der Auftragseingang 2022 noch einmal 8 % stärker wuchs als der Umsatz, konnte Endress+Hauser mit einem hohen Bestand an Bestellungen ins laufende Jahr starten. Auch im ersten Quartal 2023 entwickelte sich der Auftragseingang positiv. Die Firmengruppe erwartet zwar, dass sich die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte abschwächen wird, rechnet aber auch für 2023 mit zweistelligem Wachstum. Daran geknüpft ist der Aufbau von weltweit 500 Arbeitsplätzen.

Verwaltungsratspräsident Klaus Endress ist überzeugt, dass der Messtechnik-Spezialist in einem zukunftsträchtigen Feld tätig ist. Dekarbonisierung und Digitalisierung sorgten für zusätzliche Impulse. Im Jubiläumsjahr lädt Endress+Hauser mehr als 1.000 Kunden, Partner und Fachleute nach Basel ein, um über den nachhaltigen Umbau der verfahrenstechnischen Industrie zu diskutieren. Matthias Altendorf meinte: „Wir haben 70 Jahre lang alles dafür getan, eine gute Zukunft zu haben – und das werden wir auch weiter tun.“

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