Intelligentes Lastmanagement

Herzstück des Lastmanagements: Der ALS-Profi-Controller verteilt Energie dynamisch und priorisiert Verbraucher so, dass energieintensive Prozesse in kostengünstige Zeitfenster verschoben werden.

Bild 02: Herzstück des Lastmanagements: Der ALS-Profi-Controller verteilt Energie dynamisch und priorisiert Verbraucher so, dass energieintensive Prozesse in kostengünstige Zeitfenster verschoben werden. (Quelle: ABB)

In das Energie- und Lastmanagementsystem ist auch die E-Flotte eingebunden, wodurch Ladevorgänge intelligent gesteuert werden.

Bild 03: In das Energie- und Lastmanagementsystem ist auch die E-Flotte eingebunden, wodurch Ladevorgänge intelligent gesteuert werden. (Quelle: ABB)

Das Energie- und Lastmanagementsystem ermöglicht eine dynamische Lastverteilung von energieintensiven Prozessen wie dem Backen, ohne Betriebsabläufe zu stören.

Bild 04: Das Energie- und Lastmanagementsystem ermöglicht eine dynamische Lastverteilung von energieintensiven Prozessen wie dem Backen, ohne Betriebsabläufe zu stören. (Quelle: ABB)

Herzstück des Energie- und Lastmanagementsystems sind die Controller, die in der Unterverteilung montiert werden und alle relevanten Verbraucher digital steuern. Als Sensorik dienen dabei u. a. präzise Energiezähler. Die Brotmanufaktur Schmidt entschied sich für den D1M.20.Einphasen-Energiezähler von ABB, der mit hoher Messgenauigkeit (Klasse 0,5) elektrische Leistung erfasst und über Modbus TCP/IP mit dem Managementsystem kommuniziert.

Alle Messwerte werden im zentralen Aski-Portal zusammengeführt. Von dort aus kann die Software Stromerzeuger und -verbraucher gezielt koordinieren. So lässt sich das System flexibel mit vorhandenen Anlagen koppeln: Standardmäßig unterstützt es beispielsweise PV-Wechselrichter, Batteriespeicher, Wärmepumpen und sogar BHKW sowie Ladestationen für E-Fahrzeuge.

Vor allem bei Ladesäulen zahlt sich das aus: Die Lösung kann die Ladekosten durch intelligente Verteilung der Lasten um bis zu 50 % reduzieren: Die Batterie der E-Fahrzeuge werden vorzugsweise in Phasen niedriger Netztarife geladen. In Zeiten hoher Last schaltet das System gerade nicht dringend benötigte Verbraucher ab (Bild 4). Diese automatisierte Steuerung ist für das Personal komfortabel: Die Software achtet darauf, dass der Produktionsablauf im Betrieb nicht beeinträchtigt wird. Alle Komponenten und Parameter können über ein Webinterface konfiguriert werden.

Technische Umsetzung und Integration

Die Nachrüstung im Handwerksbetrieb verlief denkbar einfach: Der Aski-Controller wurde vom Betriebselektriker installiert und an das lokale Netzwerk angebunden, ABB übernahm die Parametrierung. Bestehende Maschinen und Anlagen blieben unverändert, denn das System kommuniziert herstellerunabhängig mit den Geräten. Das Ergebnis des Projekts ist eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz. In der Brotmanufaktur Schmidt liegen nun alle Verbrauchsdaten zentral vor: Die Lösung sammelt und synchronisiert alle Energiedaten an einem Ort und liefert dem Team damit auf Knopfdruck aussagekräftige Daten.

Spürbare Einsparungen

Diese Transparenz hat es ermöglicht, Verbrauchern Kosten zuzuordnen und unnötige Lastspitzen konsequent zu vermeiden. Dadurch wurde nach einigen Monaten Betrieb der Energiebedarf der Manufaktur im Mittel um bis zu 17 % gesenkt. Dabei profitiert auch die Netzstabilität, da das System Lastspitzen nicht nur überwacht, sondern durch optimale Umverteilung meist schon von vornherein vermeiden kann. Fast genauso wichtig ist für die Brotmanufaktur Schmidt aber der Nachhaltigkeitsfaktor und der möglichst kleine ökologische Fußabdruck seiner Backwaren.

Übertragbarkeit auf andere Betriebe

Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie klassische Handwerksbetriebe von moderner Energietechnik profitieren können. Die verwendete Architektur ist modular und anlagenneutral: Gleiches Equipment lässt sich auch in Hotels, Gasstätten, Industriebetrieben oder in der Landwirtschaft einsetzen. Die wichtigsten Geräte (Zähler, Ladeinfrastruktur, Speicher, BHKW etc.) sind alle kompatibel zu Aski. So lässt sich das System häufig ohne große Investition integrieren und die Kosten amortisieren sich mit jedem vermiedenen Kilowatt.

Literatur

  1. Brotmanufaktur Schmidt GmbH & Co, KG München: https://web.bestesbrot.de
  2. ABB AG, Mannheim: www.abb.de
Timo Klapper ist Product Marketing Specialist bei ABB Elektrifizierung in Mannheim.
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