Bild 00: Michael Kadziella, CSO von Janitza, im Gespräch mit etz-Chefredakteur Ronald Heinze (Quelle: Janitza Electronics)
Energie ist für viele Unternehmen längst mehr als ein Kostenblock. Sie sorgt dafür, dass Produktionsprozesse sicher laufen, Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben – und gesetzliche Vorgaben erfüllen. Gleichzeitig nimmt die Komplexität der Energielandschaft rasant zu: erneuerbare Einspeiser, Batteriespeicher, leistungselektronische Verbraucher, kapazitive und flexible Lasten verändern das Verhalten elektrischer Netze nachhaltig.
„Wir sehen zwei große Treiber“, sagt M. Kadziela. „Zum einen geht es um Versorgungssicherheit – etwa in Rechenzentren oder kritischen Infrastrukturen. Zum anderen stehen viele Unternehmen unter massivem Kostendruck und müssen Energie effizienter, transparenter und flexibler einsetzen.“
Beide Entwicklungen haben aus Sicht des CSO eines gemeinsam: Sie erhöhen die Anforderungen an Messung, Analyse und Steuerung von Energieflüssen. Klassische Punktlösungen stoßen dabei schnell an ihre Grenzen.
Transparenz als Voraussetzung für Steuerbarkeit
Transparente Energiedaten machen Energieflüsse sichtbar. Auf dieser Datenbasis lassen sich die Zuverlässigkeit einer Anlage erhöhen und Abläufe optimieren. Letztlich machen Energiedaten das System steuerbar – und ermöglichen ein verlässliches Reporting. Ohne diese Daten lassen sich weder Effizienzmaßnahmen bewerten noch Risiken frühzeitig erkennen „Energie muss man messen wie jede andere betriebliche Größe“, betont M. Kadziela. „Niemand würde eine Ware kaufen, ohne sie zu wiegen. Bei Energie wird das allerdings noch viel zu oft akzeptiert.“
Dabei geht es nicht nur um Verbrauchswerte. Mindestens ebenso wichtig ist die Qualität der Energie. Verzerrungen, Unsymmetrien oder transiente Ereignisse bleiben im Alltag häufig unbemerkt – können aber langfristig Anlagen schädigen oder Ausfälle verursachen. „Spannungsqualität sieht man meistens nicht“, unterstreicht M. Kadziela. „Die Anlage läuft scheinbar stabil, aber im Hintergrund beginnt bereits die Alterung von Komponenten.“ Seine klare Empfehlung: eine kontinuierliche Messung. „Wer erst misst, wenn es Probleme gibt, ist meist zu spät dran“, schließt er an. „Power Quality muss dauerhaft überwacht werden“ (Bild 1).
Vom Energiemonitoring zur integrierten Lösung
Vor diesem Hintergrund positioniert sich Janitza zunehmend als Lösungsanbieter. Das Unternehmen will Messtechnik, Software und Services so kombinieren, dass Kunden eine durchgängige und skalierbare Gesamtlösung erhalten.
„Unsere Kunden wollen keine Sammlung einzelner Komponenten mehr“, erklärt M. Kadziela. „Sie erwarten Systeme, die von der Messstelle bis zur Auswertung durchgängig funktionieren, sich in bestehende Strukturen integrieren lassen und mit den Anforderungen wachsen.“
Dieses Verständnis prägt den Ansatz der sogenannten Project Solutions. „Dabei geht es nicht um den Verkauf einzelner Geräte, sondern um die Auslegung kompletter Systeme – von einfachen Energiemonitoring-Anwendungen bis hin zu komplexen, skalierbaren und dezentralen Lösungen mit zugehöriger Automatisierung“, so der Janitza-Manager (Bild 3).
Der Kundennutzen von Project Solutions fasst M. Kadziela so zusammen: „Ganz einfach ausgedrückt: Die Kunden bekommen alles aus einer Hand.“ Das bedeutet: Janitza orchestriert Hardware, Software und Services zu einer integrierten Lösung. „Wir betrachten gemeinsam mit dem Kunden die gesamte Aufgabenstellung“, stellt M. Kadziela heraus. „Am Ende steht eine Lösung, die technisch passt, in die vorhandene Infrastruktur integriert ist und langfristig erweitert werden kann.“