Sicherheit für Teilnehmer und auch Flotte
Die Integration mobiler Plattformen in die Infrastruktur von Unternehmen ist ebenfalls Thema der MVO: Um sicherzustellen, dass Gefahren durch den Einbau berücksichtigt und angemessen behandelt werden, sieht die Verordnung vor, dass eine Gesamtheit von Maschinen (verkettete Maschinen bzw. hier mobile Plattformen) wie eine Gesamtmaschine betrachtet wird, die alle Anforderungen der MVO erfüllen muss. Praktisch betrachtet, sind die Maschinenmodule, sprich FTF, funktional so miteinander verknüpft, dass sich der Betrieb jedes Teilnehmers in der Flotte direkt auf den Betrieb eines anderen auswirkt. Darüber hinaus gibt es oft eine Verknüpfung mit anderen Maschinen, wie z. B. Förderbändern. Das macht eine Risikobewertung für das gesamte mobile System erforderlich.
Oft werden mobile Plattformen zu bestehenden Maschinen bzw. in eine bereits vorhandene Infrastruktur integriert. Inwieweit diese Integration dann als Neumaschine betrachten werden muss, ist eine gesetzliche Grauzone. Die MVO versucht diese durch neue Details zu einer wesentlichen Veränderung zu klären. Ist die Sicherheit jedoch durch den Einbau erheblich beeinträchtigt, muss zwingend eine neue CEKennzeichnung des mobilen Systems durchgeführt werden.
FTS-Sicherheit aus einer Hand
Betreiber von Intralogistik-Anwendungen stehen vor der Aufgabe, die normativen und gesetzlichen Anforderungen mit ihrer individuellen Applikation unter Erreichung einer größtmöglichen Produktivität der Anwendung in Einklang zu bringen. Unterstützung finden sie etwa beim Anbieter sicherer Automatisierungslösungen Pilz [4], der Sicherheitslösungen für die Intralogistik anbietet. Aufbauend auf jahrelanger Erfahrung in der Industrie begleiten die Safety-Experten Anwender rund um die Sicherheit von FTS-Applikationen bis hin zur internationalen Konformitätsbewertung.
Im ersten Schritt unterstützen die Experten bei der Risikobeurteilung und führen bei Bedarf beim Hersteller eine Werksabnahme des FTF durch (Bild 3). Beim Anwender schließt sich die finale Risikobeurteilung des FTS unter Berücksichtigung der gesamten Umgebung der Anwendung vor Ort an. Bei der folgenden Sicherheitsvalidierung liegt der Fokus auf Installation und Integration von Sicherheitskomponenten für das FTF wie Scanner oder Encoder oder z. B. die Absicherung der Umgebung des FTS durch weitere Schutzeinrichtungen. Der Sicherheitsexperte Pilz zum Beispiel berät und begleitet bis hin zur Prüfung der Konformität mit den gesetzlichen Anforderungen wie beispielsweise CE-Kennzeichnung für die gesamte Applikation.
Bedarfsgerechte Sicherheitslösungen
Für die Umsetzung der Bewegungs- und Bereichsabsicherung mobiler Maschinen ist der Einsatz von Laserscannern und Steuerungen zur Personen- oder Hinderniserkennung sinnvoll. Anwender müssen dabei berücksichtigen, ob ihre FTF oder Flotte spurgebunden oder frei navigierend unterwegs ist. Einfache, spurgebundene FTF folgen auf ihrem Weg Markierungen. Sind Hindernisse auf der Spur, müssen die FTF laut DIN EN ISO 3691-4:2023 entsprechend ihrer Geschwindigkeit definierte Warn- und Sicherheitszonen einhalten. Für die Überwachung der Zonen übernehmen Sicherheits-Laserscanner, wie z. B. PSENscan von Pilz, die Absicherung und leisten eine barrierefreie und produktive Flächenüberwachung für den Kollisionsschutz. Frei navigierende mobile Plattformen können um Hindernisse oder Personen herumfahren, ohne zu stoppen. Die benötigten Sicherheitsfunktionen sind daher komplexer, gerade bei Kurvenfahrten. Auch hier unterstützen Sicherheits-Laserscanner, die die Umgebung permanent erfassen, damit sich die Navigation frei umsetzen lässt.
Was aber, wenn Manipulationen an FTS wichtige Sicherheitsfunktionen außer Kraft setzen würden? Mit einem umfassenden Zugriffs- und Zugangsmanagement können Security- Vorfälle verhindert werden – auch zu diesem Thema stellt die neue MVO Anforderungen und sorgt damit für eine umfassende Sicherheit mobiler Anwendungen.
Services von Pilz rund um FTS
Vor der ersten Inbetriebnahme und später mindestens einmal jährlich muss eine Überprüfung des ordnungsgemäßen Zustands und der sicheren Funktion der FTF inklusive aller Sicherheitseinrichtungen durchgeführt werden. Auch das übernimmt Pilz im Rahmen seines Komplettpakets. Für den nachhaltigen Wissensaufbau können Anwender zudem Schulungen über den sicheren Betrieb einer FTS-Anwendung nutzen. Neben den normativen Grundlagen zählen auch die verschiedenen Sicherheitseinrichtungen oder die technischen Funktionen eines FTS zu den Inhalten.
Literatur
- DIN EN ISO 3691-4:2023: Flurförderzeuge – Sicherheitstechnische Anforderungen und Verifizierung – Teil 4: Fahrerlose Flurförderzeuge und ihre Systeme. Berlin: DIN e. V.
- DIN EN 1175 (VDE 0117):2020-10: Sicherheit von Flurförderzeugen – Elektrische/elektronische Anforderungen. Berlin · Offenbach: VDE VERLAG
- Europäische Union: Verordnung (EU) 2023/1230 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 14. Juni 2023 über Maschinen und zur Aufhebung der Richtlinie 2006/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rats und der Richtlinie 73/361/EWG des Rats. Brüssel/Belgien: Europäische Union
- Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern: www.pilz.de

