Bild zeigt Hubertus Breier von Lapp neben einer Leinwand auf der ein Mensch mit Muskeln, Nervensystem usw. skizziert ist

Die Verbindungstechnik als Nervensystem intelligenter Robotik: Hubertus Breier, CTO von Lapp, verdeutlichte auf den Fachpressetagen in Karlsruhe anhand eines Vergleichs mit dem menschlichen Körper, warum das Zusammenspiel von Sensorik, KI, Kommunikation und Antriebstechnik für die Robotik der Zukunft entscheidend ist. (Bild: etz)

Die Entwicklung der Robotik schreitet dynamisch voran. Zusätzliche Sensoren, Kamerasysteme und KI-basierte Funktionen ermöglichen es Robotern, komplexere Aufgaben zu übernehmen und zunehmend autonom zu agieren. Dabei wächst nicht nur die Menge der zu übertragenden Daten. Auch die Anforderungen an Übertragungsgeschwindigkeit, Latenz und Systemstabilität nehmen zu. Gleichzeitig müssen die eingesetzten Komponenten höheren mechanischen Belastungen standhalten und sich in immer kompaktere Bauräume integrieren lassen.

Welche Konsequenzen dies für die Verbindungstechnik hat, verdeutlichte Hubertus Breier, Chief Technology Officer (CTO) von Lapp, auf den Fachpressetagen des Unternehmens in Karlsruhe. Er verglich das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten eines Roboters mit dem menschlichen Körper: Sensoren übernehmen die Funktion der Sinnesorgane, Steuerungen und KI-Systeme die des Gehirns, während Antriebe die Bewegungen ausführen. Die Verbindungstechnik bildet dabei das Nervensystem, über das Informationen, Signale und Energie übertragen werden.

„Ohne Konnektivität gibt es keine Intelligenz und keine Bewegung“, fasste Breier die Bedeutung der Verbindungstechnik zusammen. Denn selbst leistungsfähige KI-Systeme können ihr Potenzial nur dann entfalten, wenn die erforderlichen Daten zuverlässig erfasst, übertragen und verarbeitet werden.

Steigende Anforderungen an Leitungen und Steckverbinder

Während frühere Industrieroboter überwiegend fest programmierte Bewegungsabläufe ausführten, verarbeiten moderne Systeme unterschiedlichste Informationen aus ihrer Umgebung. Mit jeder zusätzlichen Funktion wächst die Abhängigkeit von einer leistungsfähigen Kommunikationsinfrastruktur. Gleichzeitig steigen die mechanischen Anforderungen an Leitungen und Steckverbinder. Hohe Beschleunigungen, dynamische Torsionsbewegungen, enge Biegeradien und Millionen von Biegezyklen erfordern entsprechend ausgelegte Komponenten.

Hinzu kommen Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), die Temperaturbeständigkeit und die Verschleißfestigkeit. Insbesondere bei kompakten Robotersystemen müssen die Komponenten auf engstem Raum eine zuverlässige Energie- und Datenübertragung gewährleisten.

„Die Zukunft der Robotik entscheidet sich nicht an einzelnen Komponenten“, betonte Breier. „Entscheidend ist, wie gut das Gesamtsystem funktioniert. Dafür braucht es Integrationskompetenz, ein tiefes Verständnis der Anwendung und die Fähigkeit, alle Anforderungen gemeinsam zu betrachten.“

Ein wesentlicher Entwicklungsschwerpunkt liegt deshalb in der Kombination verschiedener Übertragungsfunktionen und der engeren Abstimmung von Leitungen, Steckverbindern und Antriebstechnik.

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