Harnessing: Vom Einzelprodukt zur Gesamtlösung

Roboterarm hält eine Harnessing-Lösung von Lapp

Harnessing-Solutions von Lapp für die Robotik (Quelle: Lapp)

Diesen Gedanken greift Lapp mit seinem sogenannten Harnessing-Ansatz auf. Dahinter steht die Entwicklung kundenspezifischer, anschlussfertiger Verbindungslösungen, bei denen Leitungen, Steckverbinder, Patchcords und weitere Komponenten zu einem auf die jeweilige Anwendung abgestimmten System zusammengeführt werden.

„Jede einzelne Komponente kann für sich betrachtet hervorragend funktionieren. Die eigentliche Herausforderung entsteht dort, wo verschiedene Komponenten zusammenarbeiten müssen“, erklärte Andreas Klotz, Head of Harnessing Sales Germany and Austria bei Lapp.

Insbesondere in der Robotik treffen unterschiedliche Anforderungen aufeinander: Die Verkabelung muss hohe Bewegungsdynamiken ermöglichen, ausreichende Datenraten bereitstellen, mechanischen Belastungen standhalten und sich gleichzeitig wirtschaftlich montieren lassen. Werden die Komponenten unabhängig voneinander ausgewählt, können daraus Konflikte an den Schnittstellen entstehen.

Lapp verfolgt deshalb das Ziel, möglichst früh in die Entwicklung neuer Maschinen und Robotersysteme eingebunden zu werden. Der Leistungsumfang reicht von der Analyse der Anwendung über das Verkabelungskonzept und die Komponentenauswahl bis zur Erstellung von CAD-Daten und Dokumentationen. Hinzu kommen Prototyping, Konfektionierung und die spätere Serienversorgung.

Auch bei bereits bestehenden Konstruktionen setzt der Anbieter an. Auf Basis vorhandener Stücklisten, Zeichnungen und Spezifikationen werden Verbindungskonzepte auf technische und wirtschaftliche Optimierungsmöglichkeiten untersucht. Ziel ist es unter anderem, die Zahl der Schnittstellen zu reduzieren, Montageprozesse zu vereinfachen und Integrationsrisiken zu minimieren.

Unter dem Leitgedanken „Connected by Design“ fasst Lapp diesen Ansatz zusammen. Verbindungstechnik soll nicht erst am Ende des Entwicklungsprozesses ausgewählt, sondern von Beginn an als Bestandteil des Gesamtsystems berücksichtigt werden.

Vom Komponentenlieferanten zum Entwicklungspartner

Mit dieser Ausrichtung möchte sich Lapp zunehmend als Entwicklungs- und Systempartner für Robotikhersteller und Automatisierungsunternehmen etablieren. Das Unternehmen kombiniert dafür sein Portfolio von mehr als 40.000 Katalogprodukten mit anwendungsspezifischer Engineering- und Konfektionierungskompetenz.

Ein weiterer Baustein ist die internationale Aufstellung. Da Robotik- und Maschinenbauunternehmen ihre Systeme häufig weltweit einsetzen, gewinnen global verfügbare und einheitlich spezifizierte Verbindungslösungen an Bedeutung. Lapp setzt dabei auf seine Produktions- und Entwicklungsstandorte in den wichtigsten Wirtschaftsregionen.

Die technologische Weiterentwicklung dürfte die Anforderungen an die Verbindungstechnik zusätzlich verändern. Neben der weiteren Verbreitung von Einkabeltechnologien erwartet Lapp eine steigende Nachfrage nach kompakteren, EMV-sicheren Architekturen und PFAS-freien Lösungen. Langfristig könnten auch Hybridleitungen mit glasfaserbasierter Datenübertragung sowie Single Pair Ethernet zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.

Für Breier steht fest, dass die nächste Robotergeneration nicht allein durch leistungsfähigere KI bestimmt wird. Entscheidend sei vielmehr das Zusammenspiel von Informationen, Energie und Bewegung. Damit entwickelt sich die Verbindungstechnik zunehmend von einer passiven Infrastruktur zu einem integralen Bestandteil moderner Automatisierungssysteme.

Lapp/Inge Hübner
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