Schmersal arbeitet an einem umfassenden IO-Link-Safety-Installationssystem. Dieses integriert verschiedene Sicherheits - zuhaltungen, -sensoren und sichere Aktoren. Ergänzt wird das System durch einen IO-Link-Safety-Master und IO-Link-Safety-Hub.

Bild 01: Schmersal arbeitet an einem umfassenden IO-Link-Safety-Installationssystem. Dieses integriert verschiedene Sicherheitszuhaltungen, -sensoren und sichere Aktoren. Ergänzt wird das System durch einen IO-Link-Safety-Master und IO-Link-Safety-Hub. (Quelle: Schmersal)

Herr Heinzer, welche Bedeutung hat IO-Link Safety für Schmersal [1] und innerhalb Ihres Portfolios?

V. Heinzer: IO-Link Safety ist für uns von großer Bedeutung, da es eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft der Maschinensicherheit darstellt. In einer zunehmend vernetzten und automatisierten Industrie ist es entscheidend, dass Sicherheitslösungen nicht nur effektiv, sondern auch flexibel und skalierbar sind. IO-Link Safety erleichtert die Bereitstellung von zusätzlichen Daten und Informationen von Geräten aus der Feldebene. Dies führt in der Folge zu einer höheren Flexibilität und Transparenz in der Produktion.

Wie ist der Stand der Dinge bei der Normung von IO-Link Safety?

V. Heinzer: IO-Link Safety ist in der IEC 61139-2 [2]weltweit standardisiert und bietet höchste Sicherheit bis PL e nach DIN EN ISO 13849-1 [3] bzw. SIL3 nach der Normenreihe IEC 61508 [4] bzw. IEC 62061 [5]. IO-Link Safety wurde in der ersten Version bereits 2017 standardisiert. Das war ein wichtiger Schritt, da bis dahin gerade der Safety-Bereich von herstellereigenen Sensor- und Aktorlösungen geprägt war. Mit IO-Link Safety steht erstmals ein harmonisierter Standard auf unterster Ebene zur Verfügung, der ein breites Spektrum an sicheren Sensoren und Aktoren vieler Hersteller verspricht, die an Master unterschiedlicher Hersteller angeschlossen werden können.

Welche spezifischen Vorteile bietet IO-Link Safety im Vergleich zu herkömmlichen Sicherheitslösungen?

V. Heinzer: IO-Link Safety bietet mehrere Vorteile: erstens die bidirektionale sicherheitsbezogene und natürlich auch funktionale Kommunikation. Sie garantiert, dass Daten und Informationen von Sensoren und Aktoren zu Steuerungen gesendet werden können. Außerdem erlaubt sie es, dass Steuerungen Einstellparameter und Stellbefehle an Sensoren und Aktoren senden können. Dies verbessert durch ein Mehr an Informationen die Diagnosemöglichkeiten erheblich und eröffnet durch die Kommunikation zu den Sensoren sowie Aktoren eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen. Zweitens reduziert IO-Link Safety die Verkabelungskosten und den Installationsaufwand, denn Daten werden typischerweise über dreiadrige Verbindungsleitungen mit M12-Steckern statt wie üblich über achtadrige Leitungen übertragen. Das reduziert den Verdrahtungsaufwand deutlich und somit auch die Montagezeit; Verdrahtungsfehler werden ausgeschlossen. Drittens können Sicherheitsfunktionen einfacher aktualisiert und angepasst werden, was die Flexibilität in der Produktion erhöht. Schließlich unterstützt es die Integration in moderne Industrie-4.0-Umgebungen, was für viele unserer Kunden von entscheidender Bedeutung ist.

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