Smart Press Shop in Halle

Bild 01: Track-and-Trace: Damit sich bei Karosserieteilen Fehler schneller und besser nachverfolgen lassen, setzen Schuler und Porsche im Smart Press Shop in Halle auf Track-and-Trace-Lösungen von German Edge Cloud (Quelle: Rittal)

Industrie 4.0 kann nicht schlüsselfertig gekauft werden. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um eine Greenfieldoder eine Brownfield-Applikation handelt. Die Projekte sind einfach zu spezifisch. Eine Blaupause gibt es nicht. Vielleicht auch deswegen ist manches Unternehmen auf dem Weg zur Smart Factory im ersten Anlauf gescheitert. Steht die Frage im Raum, wie heute ein erfolgreicher Restart gelingen kann. Wie überhaupt können Fertiger von KI, Augmented Reality, 5G, Condition Monitoring oder Predictive Maintenance profitieren? Was davon ist umsetzbar, was sinnvoll? Und wenn man das große Bild von der Smart Factory für einen Augenblick ausblendet: Welche Vorarbeiten muss jedes Fertigungsunternehmen so oder so erledigen, um perspektivisch intelligenter zu agieren? „Vollständige Transparenz durch Digitalisierung schaffen“, sagt Dr. Robert Vollmer, Leiter Digital Automotive Solutions beim Pressenhersteller Schuler (Bild 2) [1]. Und warum? Mit Blick auf die Automotive-Industrie macht er neben Themenblöcken wie Bauteilqualität, Energieverbrauch oder Kosteneffizienz zwei große Trends aus, denen in der Praxis nur mit konsequenter Digitalisierung beizukommen ist: „Zum einen sehen sich die Fertiger mit kleinen Losgrößen konfrontiert, das Automobil wird zur individualisierten Ware. Heute wird die Produktionslinie bis zu fünfmal pro Schicht umgerüstet, das bedeutet in der Regel mehr als zehn Werkzeugwechsel pro Tag.“ Handlungsschnelligkeit in der Fertigung schaffen durch Transparenz auf der Datenseite – das leuchtet prinzipiell ein. Und die andere große Richtung? „Die Automobilhersteller gehen in jeder Hinsicht ans Limit, technisch gesehen wird alles auf die Spitze getrieben: Design, Verbrauch, Bedienbarkeit, Komfort. Das alles muss in der Rückwärtsbetrachtung der Prozesskette bis in die Fertigung und bis zum Lieferanten der Halbzeuge und Rohmaterialien berücksichtigt werden.“

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