Zur feierlichen Eröffnung des Lamarr-Instituts fanden sich führende Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Darunter (v. l.) Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Hoch, Dr. Raoul Klingner, Prof. Dr. Manfred Bayer, NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst MdL, Prof. Dr. Stefan Wrobel, Prof. Dr. Christian Bauckhage und Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel. (Bild: Fraunhofer IAIS/Dirk Baumbach)
Das Lamarr-Institut wird getragen durch Pionierinstitutionen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz: die TU Dortmund, das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS, die Universität Bonn und das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. Es geht aus dem bisherigen Kompetenzzentrum Maschinelles Lernen Rhein-Ruhr (ML2R) hervor und wird von Prof. Dr. Katharina Morik, Prof. Dr. Stefan Wrobel, Prof. Dr. Christian Bauckhage und Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel geleitet. Die dauerhafte Förderung ermöglicht die Besetzung von bis zu elf neuen KI-Professuren an den beiden Partneruniversitäten und kommt 32 bereits bestehenden Professuren zugute, die als »Principal Investigators« mit ihrer Forschung in das neue Lamarr-Institut eingebunden werden. Die Forschung der mehr als 40 KI-Professuren wird durch über 100 wissenschaftliche Mitarbeitende bereits in 2023 unterstützt, die im Rahmen des Lamarr-Instituts akademische Abschlüsse und fachliche Kenntnisse erwerben werden.
Ziel der Forschenden des Lamarr-Instituts ist es, neue Standards zu setzen bei der wertebasierten Erforschung und Entwicklung von extrem leistungsfähiger und gleichzeitig vertrauenswürdiger sowie ressourcenschonender KI. »Ein Schwerpunkt, der das Lamarr-Institut auszeichnet, ist das Ressourcen-gewahre Lernen. Wir arbeiten daran, gelernte Modelle für energiesparende Rechnerarchitekturen zu adaptieren und entwickeln Verfahren, deren Modelle extrem wenig Energie benötigen. Dies erfordert einerseits die Vertiefung der Teilgebiete des Maschinellen Lernens, andererseits die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Deshalb haben wir jetzt schon zahlreiche international renommierte Kolleg*innen an Bord und zusätzliche werden kommen«, erläuterte Prof. Dr. Katharina Morik, eine der vier Co-Direktor*innen des Lamarr-Instituts.
Anlässlich der Eröffnung des Lamarr-Institut sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst MdL: »Nordrhein-Westfalen soll zu einem Hotspot der KI-Forschung werden. Mit dem Lamarr-Institut kommen wir diesem Ziel einen großen Schritt näher – hier wird an Antworten auf Fragen zur Mobilität von morgen, an innovativen Produktionsprozessen oder an smarter Energieversorgung gearbeitet. Keine Generation vor uns konnte auf so viel Wissen und Know-how zurückgreifen wie wir heute. Und deshalb haben wir alle Chancen, gute Lösungen für die Fragen unserer Zeit zu finden. Gerade die Künstliche Intelligenz schafft hier neue Möglichkeiten.« Aus Nordrhein-Westfalen heraus – mit Standorten in Dortmund, Bonn und Sankt Augustin – betreiben international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler KI-Spitzenforschung für Deutschland, Europa und die Welt. Dazu stellen der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen gemeinsam zunächst bis 2028 rund 126 Millionen Euro zur Verfügung.
Ihre Mission und praktische Ergebnisse aus ihrer Forschung stellten die Forschenden anlässlich der Eröffnung des Lamarr-Instituts Ende September auf Schloss Birlinghoven in Sankt Augustin der Öffentlichkeit vor. Judith Pirscher, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF, betonte: »Ich freue mich sehr, dass wir heute einen echten Meilenstein für die KI-Forschung in Deutschland feiern können. Die aktuelle Situation hat gezeigt, wozu Abhängigkeiten von anderen führen können, unser Ziel ist deshalb technologische Souveränität bei KI. Und dafür brauchen wir vor allem Expertinnen und Experten wie Sie.«