Abbildung von Produktionsstandorten

Bild 01: Im Rahmen einer Selbstverpflichtung, seinen absoluten CO2-Ausstoß an den eigenen Produktionsstandorten bis 2030 im Vergleich zu 2018 um 50 % zu senken, verfolgt MAN ein zentral koordiniertes Programm zur Steigerung der Eigenstromerzeugung. 2024 ging eine Photovoltaikanlage am Standort Augsburg in Betrieb. Weitere sind geplant. (Quelle: MAN)

Im Zuge der Energiewende werden in der kommenden Dekade fossil betriebene Großkraftwerke sukzessive stillgelegt. Stattdessen soll der Strombedarf dann mehr und mehr durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Die Volatilität der Erneuerbaren erfordert jedoch, dass es genügend große steuerbare Lasten und Erzeugungsanlagen im Netz gibt, um dessen Stabilität sicherzustellen. Entsprechende Studien der Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland rechnen mit Lastmanagementpotenzialen von bis zu 4 GW, die in den kommenden Jahren über ein entsprechendes „Demand Side Management“ (DSM) bei Bedarf abgeschaltet oder verschoben werden könnten.

Elektrifizierung schreitet voran

Neben dieser Umstellung der Stromproduktion arbeiten Unternehmen wie MAN [1] mit Hochdruck daran, Lösungen zu finden, um die Bereitstellung der Prozesswärme zu elektrifizieren. Denn etwa 75 % der Treibhausgasemissionen der Industrie schreibt man der Erzeugung von Prozesswärme zu, die vor allem in der Herstellung von Stahl, Metall, Glas oder Papier und in der chemischen Industrie benötigt wird. Auch industrielle Querschnittstechnologien, wie Heizung, Klimatechnik und Lüftung (HKL), Beleuchtung oder auch Rechenzentren, bieten Potenziale im Lastmanagement.

„Damit kommt auf einen großen Produktionsstandort eine Herkulesaufgabe zu, von der wir heute noch nicht genau sagen können, was sie uns in den kommenden Jahren konkret abfordern wird“, sagt Michael Kramer, Leiter Energy Plants, Work Services Production der MAN Energy Solutions in Augsburg. „Wurden bisher die Netze ausschließlich nach rein kommerziellen Gesichtspunkten geführt, werden wir uns in Zukunft an der Verfügbarkeit der Energie orientieren müssen. Das bedeutet, dass wir in der Lage sein müssen, die Netze sehr viel dynamischer als heute zu bewirtschaften.“

Neue Wege gehen

Die Volkswagen-Tochter MAN Energy Solutions ist sich ihrer Rolle als Pionier für die Schlüsselindustrien der globalen Wirtschaft bewusst. Dabei sucht das Unternehmen nach Lösungen, die einen nachhaltigen Fortschritt ermöglichen. Diese Aufgabe hat M. Kramer auch für das Energiemanagement des Standorts Augsburg (Bild 1) angenommen: „Unser unternehmerisches Ziel ist es, bis 2030 die CO2-Emissionen in unseren Produktionsstätten weltweit auf die Hälfte zu reduzieren. Aber dazu müssen wir die Weichen heute stellen, damit wir als produzierendes Unternehmen bereit für den Umbau der Energieversorgung sind.“

M. Kramers Standortbestimmung lautet wie folgt: Es gibt eine wachsende Anzahl von Erzeugern und Speichern, aber auch große Lasten, welche zukünftig steuerbar sein müssen. Klimagesetz und Bauordnungen verpflichten zum Ausbau der Photovoltaik auf Dachflächen. Die VDE-AR-4110/4120 [2/3] definiert die zentrale Steuerbarkeit von Pkw- und Lkw-Ladeeinrichtungen. Um Spannungseinbrüche zu vermeiden, müssen gegebenenfalls Einschaltvorgänge von Antrieben aufeinander abgestimmt werden. „Damit sind nur einige ‚Akteure‘ genannt. Denn nicht alle, die noch auf uns zukommen werden, können wir heute schon genau benennen“, erklärt der Ingenieur.

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