Einsatz in verschiedenen Bauphasen
Die Einsatzbedingungen auf einer Großbaustelle wie ANord sind anspruchsvoll. Viele Einleitstellen liegen nicht in unmittelbarer Nähe zu Infrastruktur, sondern mitten in landwirtschaftlichen Flächen oder abseits befestigter Wege, wo es weder Stromanschlüsse noch eine feste technische Versorgung gibt. Das Durchflussmessgerät ist für solche Situationen ausgelegt: Mit seinem langlebigen Akku kann es über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren unabhängig arbeiten. Auch widrige Bedingungen wie anhaltende Nässe, schlammiger Untergrund oder wechselnde Temperaturen beeinträchtigen seine Funktionsfähigkeit nicht. Selbst wenn das Gerät im Erdreich eingebaut oder zeitweise unter Wasser eingesetzt wird, verrichtet es zuverlässig seinen Betrieb.
Sein Nutzen zeigt sich zudem in den einzelnen Bauabschnitten der Kabeltrasse: Bei der gezielten Grundwasserabsenkung erfasst es die anfallenden Wassermengen und dokumentiert ihre Rückführung nach der Aufbereitung. In den regelmäßig angelegten Muffengruben (Bild 3), über die die Stromkabel in die Leerrohre eingezogen werden, sorgt es ebenfalls für Transparenz: Rund 400 Kolbenpumpen halten dort die Baugruben trocken, während die Messtechnik die geförderten Wassermengen lückenlos nachvollziehbar macht.
Ein weiterer Vorteil besteht in der einfachen Handhabung vor Ort. Über die integrierte Bluetooth-Schnittstelle lassen sich die Messwerte unmittelbar auf mobile Endgeräte übertragen und mit der Smartblue-App abrufen. So können Bauleiter oder Fachkräfte die Daten jederzeit kontrollieren und das Gerät bei Bedarf neu konfigurieren. Da die Wasserzähler im Verlauf der Bauarbeiten regelmäßig versetzt werden müssen, erleichtert diese flexible Anpassbarkeit den Umgang erheblich und sorgt dafür, dass die Messungen ohne Unterbrechung fortgeführt werden können.
Das Ökosystem schützen
Falls das geförderte Wasser eine zu hohe Konzentration an Eisen enthält, wird dieses zudem in Enteisenungsanlagen aufbereitet und über spezielle Kiesfilter gereinigt. Ohne diese Reinigung könnte Eisen ins Oberflächenwasser gelangen und dort Ablagerungen verursachen, die Flüsse und Bäche belasten oder Lebensräume für Pflanzen und Kleintiere verändern. Ein weiteres spezielles, magnetisch-induktives Durchflussmessgerät für Wasseranwendungen, das Promag W 10, misst die Durchflussmengen und macht damit sichtbar, wie viel Wasser tatsächlich den Filterprozess durchläuft.
Ergänzt wird das System durch den Drucktransmitter Cerabar PMC21, der die Druckverhältnisse in den Anlagen überwacht. Stabile Druckwerte sind wichtig, weil sie anzeigen, ob die Pumpen und Filter ordnungsgemäß arbeiten. Ein plötzlicher Druckabfall könnte beispielsweise auf ein Leck hindeuten, während ein zu hoher Druck Schäden an den Leitungen verursachen würde. Die robuste Keramikmembran und die Schutzart IP68 stellen sicher, dass der Sensor auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig arbeitet.
Wasserneutralität als Leitlinie für die Zukunft
Die präzise Erfassung und Dokumentation der Wassermengen ist ein zentraler Bestandteil des Projekts A-Nord – und zugleich ein Baustein für weiterreichende Ziele. Hölscher richtet sein Handeln darauf aus, bis 2030 wasserneutral zu arbeiten. Das bedeutet, dass so viel Wasser in das Grundwasser zurückgeführt wird, wie zuvor entnommen wurde, und die Eingriffe in den natürlichen Kreislauf langfristig ausgeglichen bleiben. Die eingesetzte Messtechnik schafft dafür die Grundlage, indem sie Transparenz ermöglicht und sicherstellt, dass ökologische und rechtliche Anforderungen dauerhaft eingehalten werden.
Literatur
- Hölscher Wasserbau GmbH, Haren: www.hoelscher-wasserbau.de/de
- Endress+Hauser (Deutschland) GmbH+Co. KG: www.de.endress.com/de

