Software unterstützt das Sensor-Engineering

Bild 03: Dank IO-Link und der Baumer Sensor Suite schnell gefunden, ausgewählt und parametriert: Der optische Sensor OT300 von Baumer garantiert zuverlässige Objekterkennung an der Übergabestation (Quelle: Baumer)
Für P. Kurer sind smarte IO-Link-Sensoren der Schlüssel zum effizienten Sensor-Engineering. Um das volle Potenzial von IO-Link auszuschöpfen, ist ein weiteres Hilfsmittel erforderlich: eine nutzerfreundliche Software, die schnell und übersichtlich die Sensorauswahl und Parametrierung ermöglicht. P. Kurer hat deshalb an der Entwicklung einer intuitiven IO-Link-Software mitgewirkt, die mittlerweile als Baumer Sensor Suite kostenfrei nutzbar ist. Mit dem herstellerübergreifenden Engineering-Tool können Entwickler schneller den richtigen IO-Link-Sensor für ihre Applikation finden. Es unterstützt Anwender wie P. Kurer in allen Phasen der Sensorauswahl und -inbetriebnahme in folgender Weise:
- Sensor auswählen: P. Kurer kann vor dem Kauf eines IO-Link-Geräts einfach prüfen, ob der gewählte Sensor die gewünschten Funktionen zur Verfügung stellt. Denn die Baumer Sensor Suite bietet uneingeschränkten und direkten Zugriff auf alle öffentlich verfügbaren IODD. Zusätzlich visualisiert sie die IODD in einem für den Menschen einfach lesbaren und schnell verständlichen Format. Abgerundet wird dies durch einen Importer für lokale IODD, die in einer eigenen Bibliothek verwaltet werden.
- Evaluieren: Hat P. Kurer geeignete Sensoren gefunden, kann er sie in einem zweiten Schritt anhand der hinterlegten Daten am Computer und noch ohne realen Sensor evaluieren und seine Auswahl weiter einschränken.
- Parametrieren: Erst für das Parametrieren benötigt P. Kurer den physischen Sensor. Dazu schließt er diesen an einen Computer an. Dies funktioniert unkompliziert mit dem USB-C-IO-Link-Master von Baumer (Bild 2). Danach sieht er am Bildschirm das, was der Sensor „sieht“. Durch das direkte visuelle Feedback kann er den IO-Link-Sensor intuitiv parametrieren. P. Kurer wählt den „Windows-Modus“ für die Switching-Signal-ChannelFunktion (SSC) und legt die Schaltpunkte über die grafische Oberfläche fest, ohne einzelne Parameter-Daten eingeben zu müssen.
- Testen: Nach der Parametrierung müssen Tests beweisen, dass die Anlage einwandfrei funktioniert. In dem konkreten Beispiel der Übergabestation lautet die Frage: Erkennt der Sensor bei allen Lichtbedingungen zuverlässig das Übergabeobjekt? Für diese Testläufe muss üblicherweise das Steuerungsprogramm angepasst werden. Die Baumer Sensor Suite nimmt dem Entwickler Arbeit ab, da sie diesen Schritt überflüssig macht. Präzise digitale Messwerte erleichtern dabei die Implementierung in die Steuerung.
P. Kurer ist überzeugt von den Vorteilen, die IO-Link bietet. „Die IO-Link-Schnittstelle erlaubt es, Sensoren im Engineering schneller zu testen und bei der Inbetriebnahme optimal und schnell zu parametrieren. Das spart in beiden Schritten viel Zeit“, erörtert er. Als Entwicklungspartner kennt und nutzt er die Vorteile der Baumer Sensor Suite schon länger als die über 1 700 weiteren Anwender (Stand September 2022).
Die IO-Link-Rechnung geht auf
Die Baumer Sensor Suite half auch bei Auswahl und Parametrierung des idealen Sensors für die Übergabestation.Hier kommt der Baumer-Sensor OT300 zum Einsatz (Bild 3). „Wie die Auswahl ergeben hat, ist dieser optische Sensor für diese Anwendung die beste Wahl, weil er auf die gegebene Distanz am zuverlässigsten das Objekt erkennt“, begründet P. Kurer.
Der Einsatz der IO-Link-Technologie ist bei Aerne Engineering rein wirtschaftlich begründet. Denn die Zeitersparnis durch die konsequente Nutzung von IO-Link macht sich bezahlt, wie P. Kurer darlegt: „Durch das effizientere Engineering und gesamthaft geringere Kosten können wir die Wettbewerbsfähigkeit am Markt weiter steigern und den Kunden zusätzlich eine Performance-optimierte und robuste Maschine anbieten.“ Er nennt ein Beispiel aus dem Druckund Verpackungsbereich: Beim Karton-Handling musste sein Team die Position des Kartonbogens auf dem Greifer eindeutig bestimmen, damit der Bogen lagerichtig auf einen Cutter aufgelegt werden kann. Dazu genügten drei Baumer-Profilsensoren OXM200. „Dank IO-Link mussten wir nicht mit dem analogen Signal arbeiten, sondern konnten den Messwert kostengünstig über IO-Link auswerten“, berichtet P. Kurer.
Für die Zukunft sieht er noch viel Potenzial für IO-Link-Anwendungen. „Auf weite Sicht sind die IO-Link-Technologie und smarte Sensoren sicher auch ein Enabler für neue Geschäftsmodelle und mögliche Services, wie Condition Monitoring oder Predictive Maintenance“, ist der Automationsingenieur überzeugt.
Literatur
- Aerne Engineering AG, Arbon/Schweiz: https://aerne-ag.ch
- Baumer: www.baumer.com/a/io-link-sensor-portfolio