Labordaten fließen in Lebensdauerrechner ein

Bild 01: Im 4000 m2 großen Testlabor werden alle Chainflex-Leitungen dauergetestet. Die Ergebnisse fließen in die Online-Lebensdauerberechnung ein. (Quelle: Igus)
Die Ergebnisse dieser Tests präzisieren kontinuierlich den Chainflex-Lebensdauerrechner. Kunden können in diesem Tool die Parameter ihrer Anwendung, wie Beschleunigung, Verfahrweg, Temperatur und weitere mechanische Kriterien, angeben und so den passenden Leitungstyp und die entsprechende Lebensdauer in der spezifischen Anwendung ermitteln. „Entscheiden sich Anwender für ungeeignete Leitungen, resultiert daraus eine kürzere Lebensdauer. Das wiederum führt zu einem schnelleren Wechsel und verursacht unnötige Kosten sowie Müll. Mit dem Lebensdauerrechner und der optimalen Leitung können Kunden hingegen ein Maximum aus ihrer Investition herausholen und gleichzeitig die Umwelt schonen“, erläutert R. Rössel. Die Empfehlungen über das Online-Tool funktionieren so zuverlässig, dass Igus diese dann entsprechend auch schriftlich mit vier Jahren und der entsprechend im Lebensdauerrechner kalkulierten Zyklenzahl garantiert. Dieses Versprechen hat sich das Unternehmen sogar von einer unabhängigen Prüfstelle validieren lassen – als erstes deutsches Unternehmen. „Das renommierte US-Institut Underwriters Laboratories (UL) hat in einem aufwendigen Zertifizierungsprozess die Richtigkeit der Igus-4-Jahres-Garantie für Chainflex-Leitungen und Lebensdauerberechnung auf Basis von zwei Milliarden Testzyklen pro Jahr bestätigt“, so R. Rössel. „Eine solche verbindliche Aussage zur Haltbarkeit bietet planbare Sicherheit und stärkt die Nachhaltigkeit.“
Passgenaue Leitungslängen schonen Ressourcen und Budget
Die Leitungen können metergenau auf die gewünschte Länge zugeschnitten werden – und das ohne zusätzliche Kosten. „Stünden nur Standardlängen zur Verfügung, müssten sich viele Kunden für Leitungen entscheiden, die eigentlich zu lang sind. Durch den exakten Zuschnitt können wir Ressourcen effizienter nutzen, das Transportvolumen reduzieren, Abfallmengen verringern und somit die Ökobilanz von Maschinen und Anlagen verbessern“, so R. Rössel. Die Leitungen werden bereits ab 1 m Leitungslänge geliefert, es gibt keine Mindestabnahme oder Mindermengen-Zuschläge.
Um die Nachhaltigkeit weiter zu stärken, wurde darüber hinaus die sogenannte Chainflex-Restebörse ins Leben gerufen (Bild 2). Kunden haben hier die Möglichkeit, Reststücke von Leitungen mit 50 % Rabatt auf den Listenpreis zu erwerben. „Diese Restlängen, die beim Schneiden für unsere Kunden übrig bleiben, sind technisch einwandfrei und erhalten die volle chainflex-Garantie von vier Jahren”, stellt R. Rössel heraus. „Das Programm reduziert Abfallmengen spürbar und sensibilisiert Verbraucher für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen.“
Verpackungsmaterial und Kosten sparen
Igus ist zudem darum bemüht, den Transport und die Lagerung von Leitungen nachhaltiger zu gestalten. Hier kommt das Chainflex Case ins Spiel (Bild 3). Dabei handelt es sich um Gehäuse aus Karton, die den umweltfreundlichen Versand von Leitungstrommeln ermöglichen. „Dank der neuartigen Lösung können wir auf Schutzfolien und anderen Verpackungsmüll verzichten, der beim klassischen Versand auf Paletten anfällt“, erklärt R. Rössel. Der Versand sei zudem deutlich günstiger. Durch den Umstieg von einer Spedition auf einen Paketdienst lassen sich bis zu 84 % Kosten sparen.
Vor Ort können Anwender den speziellen Karton darüber hinaus als Lager und Transportsystem einsetzen. „Durch die Stapelfähigkeit bieten wir die Möglichkeit, flexible Lager stätten zu errichten, ohne in eine teure Infrastruktur mit Regalen investieren zu müssen“, so R. Rössel. Die Leitungen lassen sich direkt aus dem Karton abtrommeln. Ist das Case leer, können Unternehmen eine neue Rolle mit bis zu 200 m Leitung bestellen und in den speziellen Karton einsetzen. „Das Chainflex Case gestaltet somit den gesamten Logistikprozess nachhaltiger – von der Lieferung bis hin zur Lagerung.“
Industrie-4.0-Sensoren für maximale Lebensdauer von Leitungen
Um die maximale Lebensdauer von Leitungen im Sinne der Nachhaltigkeit auszuschöpfen, setzt Igus zudem auf Industrie-4.0-Technologie. Bei geführten Chainflex-Leitungen können mit der modernen Sensortechnik von smart plastics die Zugkräfte auf die Leitungen überwacht (i.Sense CF.P) und die Leitungsqualität (i.Sense CF.Q) sowie die Datenübertragungsrate (i.Sense CF.D) gemessen werden. Alle i.Sense-Sensoren zur Zustandsüberwachung können auch nachträglich noch in die Energieführung bzw. Energiekette integriert werden.
„Die intelligente Überwachung vermeidet eine langwierige und kostspielige Fehlersuche und schont damit auch Personalressourcen“, sagt R. Rössel. Das System informiert den Anwender auch über die restliche Lebensdauer der Leitungen. „Viele Unternehmen tauschen Leitungen sicherheitshalber vor Ablauf der Lebensdauer aus, um kein Risiko eines Ausfalls einzugehen. Damit verschenken sie allerdings Geld und belasten unnötig die Umwelt. Mit unserer i.Sense-Technologie können wir die maximale Lebensdauer von Leitungen ausschöpfen und gleichzeitig Ausfallsicherheit gewährleisten. Auch das stärkt die Nachhaltigkeit.“
Literatur
- Igus GmbH, Köln: www.igus.de

