Interview mit Johannes Pfeffer
Was hat Sie zu der Technologiepartnerschaft mit Avelon bewogen? Inwiefern stellt sie einen wichtigen Schritt in Richtung der Gebäudeautomation der Zukunft dar?
J. Pfeffer: Die Partnerschaft mit Avelon war der nächste logische Schritt in der Erweiterung unseres Gebäudeautomatisierungssystems. Schaut man sich unser heutiges Hard- und Software-Portfolio an, sind wir stark in der Steuerungsebene und dem damit verbundenen IO-Angebot vertreten. Aufgrund des noch fehlenden Angebots auf Management- und Monitoring-Ebene waren wir auf der Suche nach einem technologisch erstklassigen, nutzerfreundlichen Lösungsansatz für Gebäudemanagementsysteme. Wir haben bereits in der Vergangenheit Gebäudeprojekte mit der Firma Avelon durchgeführt und wussten um deren Kompetenz in diesem Feld. Aktuell komplettieren wir gemeinsam das AvelonSystem, integrieren schon bestehende Software-Lösungen, wie den Wago Solution Builder, in das Building-Management-System und fügen alle Bausteine gemeinsam zu einer Wago Building Suite zusammen. Mit der Wago-Vertriebsstruktur können wir diese Plattform global vermarkten und bieten damit auch Avelon eine Marktdurchdringung, die sie als kleineres Unternehmen sonst nicht erreichen könnten. Erneut ein schönes Beispiel für die Win-Win-Ansätze, die wir uns als Grundlage aller Partnerschaften gesetzt haben.
Wofür steht das Wago-IoT-Partnernetzwerk und was zeichnet es aus?
J. Pfeffer: Mit dem Wago-IoT-Partnernetzwerk vereinen wir unterschiedliche Expertisen in einem Ökosystem, um gemeinsam End-2-End-Lösungen der Digitalisierungswelt von heute und morgen für den Kunden zu schaffen. Die Wago-IoT-Partner ergänzen unser Angebot zur Cloudanwendung, Cloud Connectivity, zu den Wago-IoT-Gateways auf Basis der bekannten Compact Controller 100, PFC und Edge Devices. Das Wago-IoT-Partnernetzwerk zeichnet besonders der gelebte offene Umgang aus, der immer wieder in neuen Ideen und ersten „Proof of concepts“ mündet. So schaffen wir neben Kundenprojekten eine weitere Basis für Co-Creation und Innovationen.
Bosch Rexroth hat das offene Betriebssystem „ctrlX OS“ heraus gebracht. Gemeinsam entwickeln Sie es weiter. Können Sie skizzieren, was Ihr gemeinsames Ziel ist?
J. Pfeffer: Unser gemeinsames Ziel ist es, aus dem von Bosch Rexroth in der Grundlage entwickelten ctrlX OS langfristig das führende Automatisierungssystem auf dem Markt zu schaffen. Den jetzt schon erarbeiteten Stand des Betriebssystems bieten wir auf unseren Steuerungen als zweite interessante Alternative neben unserem in der Serie 750 etablierten Betriebssystem an. Künftig werden wir die bestehenden ctrlX-Lösungsbausteine und Apps um Funk tionalitäten erweitern, die für unsere Kunden und Zielbranchen, wie etwa die Branche der Energieautomatisierung, besonders wichtig sind. Diese Erweiterungen kommen dem ganzen ctrlX-Ökosystem zugute und insofern profitieren alle Teilnehmer dieser Plattform davon. Großes Augenmerk wollen wir dabei auf das Feld der Engineering-Werkzeuge legen – insbesondere auf Anwendungen, die auf dem Manage ment einer großen Anzahl einzelner Steuerungen und Knoten fußt. Dort hat Wago in den letzten Jahren viele Detaillösungen gefunden, die wir jetzt in die ctrlX-Welt einmünden lassen wollen.

