Bild 01: Die neue Variante des SD-Gateways von Schmersal trägt zur Steigerung der Produktivität von Maschinen und Anlagen bei (Quelle: Schmersal)
Herr Thiesmann (Bild 2), die Buchstaben SD stehen für serielle Diagnose, für die Schmersal seinerzeit eigens ein SD-Interface entwickelt hat. Bitte gehen Sie zunächst noch einmal kurz auf die Idee und den Nutzen für den Anwender rund um Ihr SD-Bussystem ein.
T. Thiesmann: Um die Produktivität von Fertigungsanlagen zu steigern, kommt es darauf an, die Stillstandszeiten der Maschinen zu minimieren. Durch kontinuierliche Zustandsüberwachung und frühzeitige Fehlererkennung lässt sich die Zahl unvorhergesehener Ausfälle reduzieren. Zudem ermöglicht diestete Erfassung von Maschinendaten die vorausschauende Wartung. Eine Voraussetzung für diesen Ansatz zur Steigerung der Produktivität ist, dass Sensoren Daten zum Status einer Maschine oder Anlage übermitteln möglichst in Echtzeit und dadurch ein permanentes Monitoring ermöglichen. Diese Status und Diagnosedaten von elektronischen Sicherheitssensoren und zuhaltungen können mit dem SD-Interface von Schmersal [1] an eine übergeordnete Maschinensteuerung übertragen werden. Sicherheitssensoren und zuhaltungen mit SD-Bus verfügen anstelle des Diagnoseausgangs über eine Schnittstelle für den seriellen Diagnosebus. Werden diese SD-Geräte in Reihe hintereinandergeschaltet, werden die Sicherheitskanäle ebenfalls in Reihe geschaltet; daneben werden die individuellen Zustandsdaten jedes Sensors via Diagnosebus übertragen. Die damit entstandene „Sammelleitung“ für die nicht sicheren Diagnoseinformationen wird auf ein SD-Bus-Gateway geführt, das diese Informationen über einen Standard Feldbus an eine übergeordnete Steuerung weiter leitet.
Bitte geben Sie einen kurzen Einblick in Ihr aktuelles „SD-Portfolio“
T. Thiesmann: Die Palette unserer SD-fähigen Sicherheitsschaltgeräte reicht von Sicherheitssensoren über Sicherheitszuhaltungen bis hin zu SD-fähigen Bedienfeldern, in verschiedenen Ausführungen. Die Geräte können einfach und fehlersicher über achtpolige M12-Stecker an den SD-Bus angeschlossen werden. So lassen sich mithilfe des SD-Interface auch gemischte Aufbauten von Zuhaltungen, Sensoren und Bedienfeldern in einer Sicherheitsfunktion einfach im Feld realisieren.
Das SD-Gateway ist schon länger Bestandteil Ihres SD-Portfolios. Welche Diagnosedaten werden an die überlagerten Systeme übertragen?
T. Thiesmann: Bei den Sicherheitsschaltgeräten kann man zwischen gewöhnlichen Status und Diagnoseinformationen unterscheiden. Zu den Statusinformationen zählen bei Sicherheitssensoren und zuhaltungen Änderungen der Türstellung, wie etwa Tür geschlossen oder geöffnet und Zuhaltung gesperrt oder entsperrt. Darüber hinaus werden über die Diagnosedaten Fehlerwarnungen und Fehlermeldungen weitergeleitet, zum Beispiel Querschluss, Übertemperatur oder falscher oder defekter Betätiger. Hierbei lässt sich zwischen sicherheitskritischen und nicht sicherheitskritischen Fehlern unterscheiden. Bei nicht sicherheitskritischen Fehlern wird eine Fehlerwarnung ausgegeben. Erst nach Ablauf von 30 min werden die Sicherheitsausgänge abgeschaltet, sodass Zeit bleibt, den Fehler ohne Produktionsunterbrechung zu beheben. Bei sicherheitskritischen Fehlern werden die Sicherheitsausgänge sofort abgeschaltet.