Interview mit Kristian Kassow

Abbildung von 7-Achsen-Cobots der Edge Edition von Kassow Robots

Bild 04: Die Kombination aus einem der 7-Achsen-Cobots der Edge Edition von Kassow Robots und einem mobilen Roboter ermöglicht effizientere Prozesse beispielsweise in der Intralogistik. (Quelle: Kassow Robots/icart)

Seit rund drei Jahren hält Bosch Rexroth die Mehrheit der Anteile an Kassow Robots. Wie profitieren Sie und Ihre Kunden von dieser Zusammenarbeit?

K. Kassow: Enorm! Bosch Rexroth [2] ist ein sehr anerkanntes Unternehmen mit starken Marken. Wir profitieren mehrfach: Insbesondere von dem tiefen Wissen rund um Produktionsprozesse bzw. dem hohen Qualitätsanspruch –natürlich nutzen wir in unserer eigenen Produktion auch Technologien von Bosch Rexroth – und von der weltweiten Vertriebspräsenz. Zahlreiche „Certified Excellence Partner“ von Bosch Rexroth sind auch Partner von Kassow Robots. Diese können ihr Portfolio mit unseren Cobots erweitern. Die industriellen Endkunden bekommen Lösungen aus einer Hand. Ein schönes Beispiel gibt es aus Deutschland: Heldele Automation hat für die BSH Hausgeräte GmbH in Dillingen einen flexiblen Prüfstand entwickelt. Dieser um umfasst unter anderem eine mit einem Kassow-Robots-Cobot ausgestattete mobile Roboter-Plattform und eine Rexroth-Steuerung „ctrlX CORE“ mit HMI-Panel. Diese steuert den Prüfstand, der wiederum mit dem BSH-Hausnetz verbunden ist.

Bitte geben Sie abschließend noch einen kurzen Ausblick auf Ihre Next Steps.

K. Kassow: „Unique efficiency“ – dem Thema bleiben wir treu. Wir wollen auch in Zukunft Industrieunternehmen helfen, einfach mit unseren Leichtbaurobotern zu automatisieren. Wir laden die etz-Leserinnen und -Leser daher jetzt schon auf unseren Messestand auf der Automatica ein. Dort präsentieren wir einige Neuheiten aus unserer Entwicklungs-Pipeline. Aktuell können wir aber noch keine Details verraten.    

Intralogistik: KR 1205 Edge Edition und AGV im Team

Flexibilität hoch zwei – das könnte das Motto gewesen sein, als ADM Automation sich entschied, für eine Intralogistiklösung einen speziellen 7-Achsen-Roboter mit seinem „iCart“-AGV zu kombinieren. Dabei hat das Unternehmen aus dem britischen Durham bei seiner Projektstudie erstmals einen Cobot der Edge Edition von Kassow Robots [2] eingesetzt. Das Besondere: Der Controller befindet sich miniaturisiert im Roboterfuß und sorgt für noch mehr Kompaktheit. Der auf der mobilen Einheit verbaute Cobot greift mit Komponenten befüllte Kleinladungsträger (KLT), fährt diese zu Bedienern, die dann die Komponenten für Montagearbeiten nutzen.

In der Pilotanlage holt die auf einem „iCart“ montierte Edge Edition Komponenten aus dem Lager. Der KR1205 bringt sie zur Endmontage. Alternativ müssten die Mitarbeiter mehrmals während ihrer Schicht einige hundert Meter ins Lager laufen – ein Prozedere, das die Belegschaft eher stresst und zudem keinen Beitrag zur Wertschöpfung leistet. Die „iCart“/Cobot-Lösung hingegen fährt alleine zum vorgesehenen Kommissionierplatz, greift die Kiste mit einem eigens dafür entwickelten End-of-Arm-Tool, hebt sie leicht hoch und transportiert sie quer durch die Fabrik zur Montage. Der Strom für den Betrieb der KR1205-Edge-Edition kommt aus der Batterie des „iCart“. Bei voller Auslastung kann die Cobot/AGV-Lösung aufgrund des geringen Stromverbrauchs rund 6 h bis 7 h am Stück im Einsatz sein. Derartige Cobot/AGV-Lösungen können die Produktivität in der Produktion steigern und die Sicherheit in den Betrieben erhöhen, da Mitarbeiter nicht mehr umherfahrenden Gabelstaplern etc. in der Fertigung ausgesetzt wären.

Literatur

  1. Kassow Robots ApS, Kastrup/Dänemark: www.kassowrobots.com
  2. Bosch Rexroth AG, Lohr/R.: www.boschrexroth.com
Inge Hübner
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