Bild 01: Die Dekantierzentrifugen von Hiller, im Bild beispielhaft die Dekanterzentrifuge „DP45N“, werden als anschlussfertige und betriebsbereite Einheit auf einer Plattform montiert. Sämtliche Prozessrelevanten Aggregate sind optimal aufeinander abgestimmt und werden über die integrierte Hiller-Schaltanlage gesteuert sowie überwacht. (Quelle: Hiller GmbH)
Die Dekanter von Hiller [1] sind elementare Bestandteile für verschiedene Anwendungen im Umwelt- und Abwasserbereich, in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie bei der Verarbeitung von Tailings, Proteinen und Fetten, Slop Oil sowie bei der Produktion von Biodiesel und Ethanol. Oft stellt der Dekanter (Bild 1) das Herzstück einer hochgradig vernetzten Produktionsanlage dar und ein Stillstand hätte gravierende Auswirkungen auf das Betriebsergebnis. Eingesparte Maschinenredundanz kann die Situation zusätzlich verschärfen. Hochsensibel stellt sich dieser Sachverhalt in Verbindung mit dem 24/7-Betrieb, Saisonbetrieb oder in der Behandlung von begrenzt haltbaren Produkten dar.
Optimales Servicekonzept
Um den Anforderungen an eine ausgeprägte Prozessstabilität in Kombination mit hoher Betriebssicherheit erfolgreich zu begegnen, hat Hiller schon früh ein Service-Bausteinkonzept ins Leben gerufen. Es umfasst den kompletten Produktlebenszyklus und reicht von der Entwicklung bis hin zu Retrofit-Maßnahmen. Die Service-Bausteine basieren auf einem flexiblen Kundendienst mit breit angelegtem Fachwissen, effektiven Werkzeugen sowie intelligent integrierter Messtechnik.
Ein wichtiger Baustein im Servicekonzept ist die Fernwartungslösung Remote Cockpit von Hiller (Bild 2). Hierfür bilden IIoT-Kommunikations-Gateways der Serien „Ewon Cosy+“ und Ewon Flexy von Wachendorff Prozesstechnik [2] (Bild 3), in Kombination mit dem Service-Portal „Talk2m pro“, die technische Basis. „Die Ewon-Kommunikations-Gateways konnten uns mit ihrer hohen Verfügbarkeit und einer umfassenden Konnektivität im Feld überzeugen. Hinzu kommt die einfache und damit sehr schnelle Inbetriebnahme – das spart Zeit und Nerven“, sagt Christian Schneider, bei Hiller zuständig für den Bereich Antriebs- und Steuerungstechnik.
Stabilität und Sicherheit von Beginn an
Mit den Datendiensten des Ewon-Flexy-Kommunikations-Gateways lassen sich Maschinendaten mit Zeitstempel zentral erfassen (Alarme, Schlüsselwerte, Sollwerte, Verbrauch usw.). Die direkte Anbindung an die Ethernet-Schnittstelle der von Hiller entwickelte Dekantersteuerung und des Anlagensteuerungssystems ermöglicht die einfache Datenerfassung mit dem Ewon Flexy.
C. Schneider führt aus: „Bei Hiller können unsere Kunden sicher sein, dass sie eine durchdachte und hochwertige Lösung erhalten, die ihren Anforderungen entspricht. Wir verfügen über eine Flotte mobiler Pilot- und Versuchsanlagen, die es Kunden weltweit ermöglicht, neue Verfahrenskonzepte praxisnah zu testen und optimale Lösungen zu entwickeln. Diese Anlagen sind mit Ewon-Flexy-Kommunikations-Gateways ausgestattet, um auf die verbaute Dekantersteuerung und Anlagen-SPS – meist aus dem Haus Siemens – und somit auf wichtige Maschinendaten direkt und ohne nennenswerte Zeitverzögerung zugreifen zu können. Mithilfe dieser Daten lassen sich die optimalen Einstellungen für die spezifische Situation objektiv ermitteln.“
Alle von Hiller produzierten Anlagen durchlaufen vor der Auslieferung an den Kunden eine Endprüfung. „Für die Sammlung von Maschinendaten, die im Rahmen der Endprüfung anfallen und deren Dokumentation wichtig ist, setzen wir ebenfalls den Ewon-Flexy-Router ein“, berichtet C. Schneider weiter.