Lapp von Anfang an dabei

Bernd Müller

Bernd Müller ist als freier Journalist unter anderem für die U.I. Lapp GmbH tätig. info@lappkabel.de

2019 sollen die Tests ausgeweitet werden: In Heraklion werden drei neue, technisch weiterentwickelte Module installiert. Für 2020 ist dann das erste schwimmende Kraftwerk, bestehend aus 35 Einzelmodulen, geplant. Auch dort sollen Leitungen von Lapp zum Einsatz kommen. Der Anbieter von integrierten Verbindungssystemen möchte die Zusammenarbeit nutzen, um die eigenen Produkte weiter zu optimieren. So hat H. Robl vorgeschlagen, die Kabel aus Heraklion nach einem Jahr auszubauen und im Lapp-eigenen Labor zu untersuchen. Hier soll festgestellt werden, ob sich der Kunststoff der Kabelverschraubungen verändert hat. Neben den Verschraubungen stammen die Leitungen zur Leistungsübertragung von den Generatoren in der Anlage von Lapp, ebenso die Leitungen zur Datenübertragung, Steuerleitungen wie die Ölflex Robust 210 sowie die Verdrahtung auf den Leiterplatten. Später sollen auch Unterseekabel hinzukommen. „Ich kannte Lapp schon von meiner Ausbildung als Elektroniker bei BMW und hatte großes Vertrauen in diese Produkte“, erinnert sich Simon Krüner (Bild 4). Der Elektroingenieur ist bei Sinn Power für die Elektronikentwicklung zuständig und „sehr zufrieden“ mit der Unterstützung durch Lapp.

Finanzierung langfristig gesichert

Mit der Marktreife seines Wellenkraftwerks rechnet Sinn Power ab 2021. Bis dahin müssen vor allem die Kosten gesenkt werden. Dies soll durch die Nutzung einer Vielzahl gleicher Teile und durch eine Steuerung, die den Wellengang der kommenden Stunden und Tage voraussieht, erreicht werden. In fünf Jahren soll eine Kilowattstunde aus einem Wellenkraftwerk made in Gauting, je nach Wellenklima des entsprechenden Standorts, weniger als 10 Cent kosten und damit konkurrenzfähig zu anderen erneuerbaren Energieerzeugern, besonders auch zu Dieselgeneratoren, sein. Die Finanzierung bis dahin gilt durch den neuen Investor Schweizer Kapital als gesichert. „60 % aller Menschen weltweit leben an Küsten“, sagt P. Sinn, „und Wellenenergie kann eine substanzielle Menge ihres Strombedarfs decken.“
Lapp hat schon in anderen Projekten Erfahrung mit erneuerbaren Energien gesammelt, etwa mit Verbindungssystemen für die Photovoltaik. 2016 war das Unternehmen an der Verkabelung von Windrädern mit integriertem Pumpspeicher beteiligt. Der Naturstromspeicher in Gaildorf des Baukonzerns Max Bögl Wind setzt Maßstäbe für die Energiewende. Bei überschüssiger Windenergie wird Wasser aus dem Tal in die Pumpspeicher oben gepumpt und kann durch drei leistungsfähige Turbinen im Tal Flauten bei Windstille ausgleichen. Lapp hat für die Windräder Steuerleitungen, dicke Leistungskabel sowie Datenleitungen geliefert – just in time direkt auf die Baustelle.

Redaktion etz - (ih)
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